Oberschule Barnstorf: Schulleiter zieht positive Bilanz

Zentraler Integrationsraum für junge Flüchtlinge

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Die Christian-Hülsmeyer-Schule hat im zurückliegenden Schuljahr 34 Flüchtlingskinder aufgenommen. Lehrerin Claudia Beske bietet speziellen Sprachunterricht an.

Barnstorf - Die Integration von Flüchtlingen hat in den vergangenen Monaten viele Anstrengungen gefordert und ist vielerorts mit großem Engagement angegangen worden – auch in Barnstorf. Für die jungen Neuankömmlinge spielt besonders die Schule eine wichtige Rolle. „Sie ist für junge Flüchtlinge der zentrale Integrationsraum im neuen Land”, erklärt Ulrich Zieske, Leiter der Christian-Hülsmeyer-Schule. „Die Hälfte des Tages verbringen die Jugendlichen in der Schule. Hier werden die Weichen gestellt.”

Die Oberschule in Barnstorf hat – wie berichtet – im jetzt zu Ende gegangenen Schuljahr 34 Flüchtlingskinder aufgenommen. Die Aufgabe: das Lernen der deutschen Sprache, das Kennenlernen westlicher Kultur und Verhaltensregeln, das Knüpfen sozialer Kontakte. Durchaus schwierig und sehr arbeitsintensiv sei diese Aufgabe gewesen, räumt Zieske ein. „Die Lehrer haben einen Zehnkampf gemacht.” Aber die Schule habe sich dieser Herausforderung mit großem Engagement gestellt und verfüge über ausgezeichnete personelle und sächliche Ressourcen.

Sieben Lehrkräfte haben einen Migrationshintergrund und dadurch ein breites Spektrum an Fremdsprachenkenntnissen, zwei Lehrer haben ein Studium „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ) absolviert. Zudem wurde in der Schule ein zentraler Raum für den Ausländer-Förderunterricht geschaffen, der zugleich ständig besetzte Anlaufstelle für Fragen, Hilfestellungen und Problemlösungen ist.

Der Bewegungsraum wurde zum Klassenraum für „DaZ“-Klasse umgerüstet. Dabei kommen auch Tablet-Computer und Smartboards zum Einsatz. Was heißt Lineal auf Arabisch? Google und Co. können als Übersetzungshelfer wertvolle Dienste leisten. Auch die Mitschüler halfen mit, wie in der Entlassfeier noch einmal betont wurde. Rückblickend auf den Verlauf des Schuljahrs freut sich Zieske über die große Bereitschaft innerhalb der Schülerschaft zur Unterstützung und Integration.

Manchmal ergaben sich kurzfristig neue Situationen, auf die die Verantwortlichen reagieren mussten. Zehn Flüchtlingskinder, die größtenteils aus Afghanistan gekommen waren, besuchten nun die Schule. „Ohne oder mit geringsten Vorkenntnissen im Lesen und Schreiben auch in der Muttersprache”, erinnert sich der Schulleiter. Für diese Gruppe wurde eine separate Klasse gegründet, um zunächst die Alphabetisierung zu gewährleisten. Lediglich im Sport und selbst gewählten Arbeitsgemeinschaften wurden sie gemeinsam mit anderen Kindern beschult.

Zuletzt gab es an der Christian-Hülsmeyer-Schule rund 40 Schüler mit dem Förderbedarf „Deutsch als Zweitsprache“. Fast 30 davon leben seit weniger als einem Jahr in Deutschland, etwa die Hälfte davon sind Flüchtlinge. Der größte Teil sei ausgesprochen lern- und wissbegierig gewesen und habe sehr gute Fortschritte erzielt, lobt Zieske. Das kann Lehrerin Elena Korobko nur unterstreichen. „Die Schüler haben ein großes Interesse daran, die Sprache zu lernen und haben uns die Arbeitsblätter geradezu aus der Hand gerissen“, sagt die Pädagogin, die ebenfalls „DaZ“ studiert hat.

Je nach Fortschritt beim Deutsch-Lernen hatten die Jugendlichen zwischen 4 und 25 Wochenstunden Förderunterricht bei Fachlehrkräften erhalten und waren in den verbleibenden Wochenstunden (34 Klassenstunden pro Woche) in regulären Klassen meist im Realschulbereich integriert. Bei einigen sei ein Wechsel in den Gymnasialbereich möglich gewesen. Zieske: „Die meisten dieser Jugendlichen haben, beziehungsweise werden unsere Schule in diesem und den nächsten Jahren mit guten Schulabschlüssen verlassen. Einige, die jetzt in den Abschlussklassen waren, haben Ausbildungsverträge zum 1. September dieses Jahres bei sehr renommierten Firmen erhalten.“

sr

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