Wolfsberater nimmt Proben

Drei Mufflons gerissen

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Eine der toten Mufflon-Auen auf dem Anwesen der Diekes in Drentwede-Schmolte.

Schmolte - Der Eindringling kam im Schutz der Dunkelheit: Auf dem Hof Dieke in Schmolte sind in der Nacht zu gestern drei Mufflons gerissen worden. Die Spuren legen nahe, dass es sich bei dem Jäger um einen Wolf gehandelt hat.

„Das ist wirklich der traurigste Anblick“, sagt Gunnar Dieke, der Besitzer der Tiere, leise. Alle drei getöteten Tiere waren Auen, also weibliche Mufflons. Alle drei waren tragend, in zwei bis drei Wochen sollten die Lämmer kommen, erzählt Dieke. In einem Fall sei der Fötus sogar herausgerissen worden. Jetzt bieten die drei offenen Kadaver einen schockierenden Anblick, sie liegen zum Teil nur wenige Meter vom nächsten Wohnhaus entfernt.

1,70 bis 1,80 Meter hoch ist der Zaun, der das Gehege auf dem Hof Dieke umgibt, zum offenen Felde hin sogar zweireihig. Der vierbeinige Jäger sei offenbar aus Richtung Bahnstrecke gekommen, die Spurenlage weise in eine eindeutige Richtung: „Zu 98 Prozent“, so Dieke, sei es klar, dass es ein Wolf gewesen sei. Mufflons seien neugierige Tiere, „die laufen nicht so schnell weg“, das sei ihnen jetzt zum Verhängnis geworden.

Es ist der dritte Vorfall in der Samtgemeinde Barnstorf in den vergangenen zwei Wochen. Zunächst Wohlstreck: Ein Wolf macht Jagd auf zwei Schafe, wird dabei von einer Überwachungskamera auf einem Hof gefilmt. Am vergangenen Wochenende der nächste Übergriff: Wieder auf Schafe, wieder getötete Tiere, wieder ganz in der Nähe eines Wohnhauses, diesmal in Bockstedt. Gestern nun in Schmolte.

„Er hat sich spezialisiert auf eingezäunte Tiere“, vermutet Gunnar Dieke. Ironie des Schicksals: Dieke ist selbst einer von vier Wolfsberatern der Jägerschaft im Landkreis Diepholz. Da er nicht „in eigener Sache“ tätig sein will, benachrichtigte er Wolfsberater Dr. Marcel Holy. Dieser war vor Ort und nahm Proben.

Das großzügige Gehege ist auf dem elterlichen Hof der Diekes. Anne Dieke kümmert sich täglich um die ehemals 35 Tiere, auch sie ist entsetzt über das Geschehen direkt vor ihrer Haustür. Bei ihr mischt sich Wut in die Trauer: „Wie lange muss man das alles akzeptieren?“, klagt sie. „Ich leide auch mit den Tieren. Muss man sich vom Wolf so terrorisieren lassen?“ Außerdem seien noch weitere Auen tragend, noch kann niemand sagen, wie der gewaltige Stress sich auswirkt, unter dem die Gruppe in der Nacht durch den Eindringling offenbar gestanden hat. „Die anderen waren heute Morgen komplett aus der Spur“, berichtet Gunnar Dieke.

Einsperren könne man die Wildschafe nicht, auch wolle er keine Stacheldrahtreihen auf seinem Hof. „Als wir den Zaun gebaut haben, da ging es um den Ausbruch der Tiere, jetzt kommt die Gefahr von der anderen Seite.“

sr

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