Raubtier greift Jungtier an

Wolf reißt Rind in der Nacht in Cornau: Hegeringsleiter fordert Grenzen

Deutliche Kratz- und Bissspuren weist das von einem Wolf gerissene Jungrind am hinteren Teil auf.
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Deutliche Kratz- und Bissspuren weist das von einem Wolf gerissene Jungrind am hinteren Teil auf.

Drebber – Ein Wolf hat in der Nacht zu Dienstag ein rund 300 Kilogramm schweres Jungrind auf einer Weide in Cornau gerissen. Nach dem Angriff fordert Friedrich Iven, Leiter des Hegerings Cornau der Jägerschaft Grafschaft Diepholz, klare Grenzen für das Zusammenleben mit den Raubtieren.

Kleinlandwirt Wilfried Knüppel hält an seinem Wohnhaus nahe der B51 in Cornau Masttiere. Am Dienstag gegen zwei Uhr nachts weckte ihn sein Sohn Andre und berichtete von lauten Rufen der Jungrinder, die auf der angrenzenden Weide gehalten werden. Mit einer Taschenlampe bewaffnet entdeckte Wilhelm Knüppel eines seiner rund 300 Kilogramm schweren und rund ein Jahr alten Tiere verletzt im Gras. „Es hat sich noch bewegt, wies aber starke Kampfspuren auf“, berichtet der Cornauer.

Gezeichnet durch tiefe Kratz- und Bissspuren lag das Tier auf der rund fünf Hektar großen Weide in unmittelbarer Nachbarschaft des Wohnhauses. Spuren des Wolfes konnte Knüppel aufgrund des Regens und der Dunkelheit nicht erkennen.

Jäger muss leidendes Tier erlösen

Die Polizei habe Wilfried Knüppel im Verlauf nicht helfen können, deshalb informierte der Kleinlandwirt Hegeringsleiter Friedrich Iven. „Mit einem gezielten Schuss in den Kopf musste ich das leidende Tier erlösen“, erklärte Jäger Iven.

Anschließend rief Knüppel Dr. Marcel Holy, Wolfsberater des Landkreises Diepholz, an. Holy sicherte an dem toten Jungrind DNA-Proben.

Die nach dem Wolfsriss verbliebenen Rinder von Wilfried Knüppel auf der Weide in Cornau.

„Es ist jetzt einfach nicht mehr schön. Ich muss die Tiere im Stall halten, denn der Wolf könnte ja wiederkommen“, sagte Knüppel. Er sorge sich um seine verbliebenen Jungrinder der Rasse Uckermärker. „Hätte ein Mensch so etwas getan, wäre er ins Gefängnis gewandert, aber so kann niemand zur Rechenschaft gezogen werden.“ Wer Nutztiere hält, müsse mit einzelnen Ausfällen rechnen, so Knüppel.

Cornaus Hegeringsleiter fordert Grenzen

Hegeringleiter Iven war aufgebracht: „Es verwirrt mich, dass immer wieder zu hören ist, dass Wölfe nicht direkt an Häuser kommen. Hier ist das zum Leidwesen eines Kleinlandwirtes der Fall. Was passiert weiter? Gehen die Wölfe bald gleich direkt in den Stall?“

Der Angriff auf das Jungrind zeige, dass der Wolf sich nicht nur an kleinen Nutztieren vergehe, sondern auch Großtiere nicht sicher vor einem Angriff seien. Schutzvorkehrungen wie wolfssichere Zäune könnten sich nicht alle Landwirte leisten.

„Irgendwann muss etwas passieren, denn so geht es hier nicht weiter. Wir müssen mit der Politik in Ruhe über Begrenzungen für die Wölfe reden, denn wir wollen ihn nicht ausrotten, aber müssen klare Grenzen ziehen, um mit ihm zusammen leben zu können.“

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