„Wir wollen den Senioren Gehör verschaffen“

Seniorenbeirat der Samtgemeinde Barnstorf feiert zehnjähriges Bestehen

Der Seniorenbeirat konnte viele Teilnehmer für die Sternfahrt mobilisieren. Auch aus der Gemeinde Eydelstedt machten sich etliche Pedalritter auf den Weg zum Meyer-Köster-Haus.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. „So voll hatten wir es lange nicht“, staunte Heimatfreund Jürgen Rattay Montagnachmittag beim Blick in die prall gefüllte Diele. Etwa 120 Gäste hatten sich im Meyer-Köster-Haus in Barnstorf eingefunden. Anlass des Beisammenseins war das zehnjährige Bestehen des Seniorenbeirates der Samtgemeinde Barnstorf.

Vor der gemütlichen Kaffeetafel war allerdings Beinarbeit angesagt. Ein Großteil der Gäste kam mit dem Fahrrad. Aus allen vier Mitgliedsgemeinden hatten sich die Senioren zu einer Sternfahrt verbündet. Bei der Ankunft am Roggenberg konkurrierten die Bürgermeister erst einmal bei der Frage, wer wohl die größte Abordnung gestellt hatte. Doch das spielte am Ende keine Rolle, denn gerade die Arbeit des Seniorenbeirates reicht über die Grenzen der einzelnen Kommunen hinaus.

„Wir wollen den Senioren in der Samtgemeinde Barnstorf Gehör verschaffen“, erklärte Vorsitzende Heidemarie Albers. Sie erinnerte an die Gründung des Gremiums vor zehn Jahren und stellte rückblickend fest: „Vieles haben wir auf den Weg gebracht.“ Ein Dankeschön ging an die Verwaltung, die mit Fachbereichsleiterin Frauke Brüning und auch deren Vorgängerin Ingrid Voß stets mit Rat und Tat zur Seite gestanden hätten.

Steigende Bedeutung für Beirat

Auf die vielen Aktivitäten des neunköpfigen Gremiums ging die Vorsitzende nicht ein. Das hätte vermutlich den zeitlichen Rahmen gesprengt. Aber dem Grußwort von Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers war zu entnehmen, dass sich die Mitglieder in vielfältiger Hinsicht für die älteren Einwohner einsetzen, sei es in den Bereichen Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit oder auch ganz praktisch im Aufstellen von Ruhebänken.

Mit Blick auf den demographischen Wandel hob Lübbers die Bedeutung des Seniorenbeirates hervor, der sich am 21. Juni 2007 erstmals konstituierte. Damit war die Samtgemeinde Barnstorf die zehnte von 15 Kommunen im Landkreis Diepholz, die einen Seniorenbeirat erhielt. Seither habe sich das Gremium intensiv in das kommunale Leben eingebracht, unterstrich Lübbers. Er verwies auf Informationsveranstaltungen, Ausflüge oder auch Anträge mit Verbesserungsvorschlägen an die Räte der Samtgemeinde und Mitgliedsgemeinden.

Inklusive Retourkutsche

Dass der Seniorenbeirat inzwischen auch landesweit auf sich aufmerksam gemacht hat, war dem Verwaltungschef ebenfalls nicht entgangen. Vor einigen Wochen waren mehrere Vertreter in der „Plattenkiste“ des Norddeutschen Rundfunks zu Gast, um über ihre Arbeit zu berichten. Dass sich Alfred Vehlber dabei über das angeblich etwas langsame Arbeitstempo der Verwaltung mokiert hatte, bekam er Montagnachmittag in einer kleinen Retourkutsche aufs Brot geschmiert. Die Beteiligten nahmen's mit Humor und mit ihnen die froh gestimmte Gästeschar.

Mit 89 Jahren ist Vehlber übrigens das älteste Mitglied des Seniorenbeirates. Er war ebenso wie Heidemarie Albers schon bei der Gründung dabei. Das Ehrenamt macht dem Drentweder nach wie vor große Freude. „Ich bin selber alt, aber ich kann alten Menschen helfen“, sagte Vehlber. Er könne gut nachvollziehen, wie es Senioren gehe, wenn sie allein seien und vielleicht Hilfe bräuchten. Diese Hilfe will das Gremium um Heidemarie Albers auch weiterhin bieten.

Doch der Tag war nicht für Taten bestimmt, sondern zum Feiern. Und zu einem runden Geburtstag gehöre natürlich auch Musik, meinte Beiratsmitglied Gunda Holst. Sie hatte mehrere Chorfreunde aus Drebber für einen Vortrag gewinnen können. In die bekannten Lieder stimmten die Gäste gerne mit ein. Anschließend ging es bei dem sonnigen Wetter ins Freie. Der Heimatverein öffnete die Pforten seiner historischen Ausstellung, sodass sich die Besucher sogar auf eine Zeitreise begeben konnten, bevor wieder die Drahtesel gesattelt wurden.

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