Fusion mit Dea in zweiter Jahreshälfte ?

Wintershall verbessert Ertragskraft: „Wir sind auf Wachstumskurs“

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Wintershall setzt weiter auf die heimische Förderung. Im Erdölfeld Bockstedt sind unlängst fünf neue Bohrungen abgeteuft worden, um die Produktion zu steigern.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Bei seinem jüngsten Besuch am Standort Barnstorf hatte Wintershall-Chef Mario Mehren den Wachstumskurs des international tätigen Erdöl- und Erdgasproduzenten bekräftigt. Diese Zielsetzung wurde am Mittwoch bei der Pressekonferenz der BASF-Tochter in Kassel mit aktuellen Geschäftszahlen des Jahres 2017 untermauert. In das Bild passte auch die Aussicht auf die immer wahrscheinlicher werdende Fusion mit Dea.

Die Gespräche zwischen der BASF und der Unternehmensgruppe Letter One über einen Zusammenschluss ihrer Öl- und Gas-Geschäfte scheinen offenbar gut voranzukommen, wie Mehren durchblicken ließ: „Wir erwarten, dass die Fusion noch in der zweiten Jahreshälfte durchgeführt werden kann.“ Aber der Vorstandsvorsitzende machte auch klar: „Noch ist nichts entschieden. Jetzt heißt es erstmal: Daten analysieren und Verhandlungen führen.“

Laut Pressemitteilung soll das neue Unternehmen, Wintershall Dea, eines der größten unabhängigen Explorations- und Produktionsunternehmen in Europa werden – mit hervorragenden Wachstumsperspektiven. Mittelfristig sei geplant, das Gemeinschaftsunternehmen an die Börse zu bringen, so Mehren weiter. „Die Portfolios der beiden Unternehmen passen perfekt. Wir könnten unsere europäische Produktion weiter stärken und unsere Förderregionen in Südamerika und Nordafrika ausbauen.“

Mit Blick auf das eigene Unternehmen konnte der Wintershall-Chef ein deutlich verbessertes Jahresergebnis präsentieren. „Wir haben gegenüber 2016 bei allen wirtschaftlichen Kennzahlen signifikant zugelegt und unsere Ertragskraft verbessert. Wir sind klar auf Wachstumskurs“, so Mehren.

130 Stellen sollen in Deutschland gestrichen werden

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen stieg im vergangenen Jahr um 53 Prozent auf 793 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss nach Anteilen anderer Gesellschafter kletterte um 99 Prozent auf 719 Millionen Euro. Das Unternehmen konnte die Erdöl- und Erdgasproduktion auf der Höhe des Vorjahres halten (2016: 165 Millionen Barrel Öläquivalent). 

Nach Angaben des Unternehmens trugen auch umfangreiche Maßnahmen zur Optimierung der Explorations- und Technologieprojekte sowie operative Maßnahmen zur Kostensenkung zum positiven Ergebnis bei. Um die Effizienz weiter zu steigern, hatte Wintershall unlängst einen Stellenabbau angekündigt. Bis zum Jahr 2020 sollen insgesamt 130 von 550 Stellen, davon ein großer Teil am Hauptsitz der Deutschland-Aktivitäten in Barnstorf, gestrichen werden.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Mehren nach starken Steigerungen in den Vorjahren einen neuen Produktionsrekord durch Inbetriebnahme neuer Förderstätten in den etablierten Regionen und auch dadurch einen deutlichen Anstieg bei Umsatz und EBIT vor Sondereinflüssen. Darüber hinaus will Wintershall nun auch in Brasilien in der Exploration von Öl- und Gaslagerstätten aktiv werden.

5,8 Millionen Euro für neues Laborgebäude in Barnstorf

Russland ist und bleibt die wichtigste Schwerpunktregion. In Norwegen hat Deutschlands größter international tätiger Öl- und Gasproduzent sein Engagement weiter ausgebaut und die selbst gesteckten Ziele übertroffen. Weitere Aktivitäten gibt es in Argentinien, Abu Dhabi und Libyen und natürlich auch in Deutschland.

„Die heimische Förderung ist Herzstück und Heimat von Wintershall. Das soll auch so bleiben. Dafür haben wir 2017 kräftig investiert – etwa am Standort Barnstorf. Wir investieren hier allein 5,8 Millionen Euro in den Bau eines neuen Laborgebäudes. Die Inbetriebnahme ist für Spätsommer 2018 geplant“, erklärte Mehren gegenüber unserer Zeitung.

Die Modernisierung der Erdölaufbereitung auf dem Betriebsgelände an der Rechterner Straße hat Wintershall bereits erfolgreich abgeschlossen. Im Erdölfeld Bockstedt sind fünf neue Bohrungen abgeteuft worden, von denen die ersten bereits die Produktion aufgenommen haben. Ein Beleg für die heimische Förderung!

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