„Sind hier nicht im Zirkus“

Claus Brokering blickt auf turbulente Hofwoche bei „Bauer sucht Frau“ zurück

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Im Stall wurde Claus Bokering von Heike zur Rede gestellt.

Eydelstedt - Von Thomas Speckmann. Er hatte den Schritt in die Öffentlichkeit gewagt, um eine neue Liebe fürs Leben zu finden. Doch dieser Herzenswunsch sollte sich für Claus Brokering aus Eydelstedt nicht erfüllen. Seine Teilnahme an der RTL-Show „Bauer sucht Frau“ mündete in einer großen Enttäuschung. Nach einer Auseinandersetzung im Schweinestall ging die Hofwoche mit Heike vorzeitig zu Ende. Mit Tränen in den Augen machte sich die Auserwählte vom Acker und ließ den Landwirt allein zurück.

„Es ist schade, wie die Hofwoche gelaufen ist. Aber es passte bei Heike und mir von Anfang an nicht. Der Funke ist einfach nicht übergesprungen“, erklärt Brokering im Gespräch mit unserer Zeitung. Etwas Wehmut ist nach der verpassten Chance noch zu spüren, aber der Frust ist mittlerweile verflogen. Immerhin liegen die Ereignisse, die das Fernsehpublikum in diesem Herbst zu sehen bekommt, schon ein paar Monate zurück. Die Dreharbeiten fanden im Juli statt.

Vor der Ausstrahlung der Kuppelshow hatte sich Brokering noch ziemlich bedeckt gehalten, doch nun kann er schon etwas offener über die Produktion des Privatsenders sprechen. „Ich hatte schon gedacht, dass man auf diesem Weg eine Frau findet. Aber dass es sich so entwickeln würde, damit habe ich nicht gerechnet“, sagt der 47-jährige Eydelstedter, der seit zweieinhalb Jahren von seiner Ex-Frau geschieden ist und mit dem jüngsten seiner drei Kinder sowie seinen Eltern auf dem Betrieb in Gothel wohnt.

Als die ersten Bewerbungen eingingen, war der Single noch recht optimistisch gewesen. Beim Scheunenfest auf dem Rittergut in Stadthagen fiel die Wahl auf Heike. Das Bemühen um die 48-jährige Rechtsanwaltsgehilfin aus dem Kreis Lippe war zunächst groß. Der Eydelstedter strampelte sich auf einer Rikscha ab, um seinen Gast samt Gepäck vom Bahnhof abzuholen. Die beiden fielen sich in Arme, schienen laut gegenseitigem Bekunden auch auf einer Welle zu liegen, doch die Harmonie währte nicht lange, wie sich in der Hofwoche zeigen sollte.

Der Dressurversuch war der Anfang vom Ende: Claus Brokering reagierte ziemlich genervt, als sich seine Auserwählte Heike auf spielerische Weise den Ferkeln näherte.

Heike sollte auf dem Betrieb des Ferkelerzeugers mit anpacken. Da hieß es: „Zack, zack, zack“. Die Rechtsanwaltsgehilfin nahm die Herausforderung an, schob eine schwere Karre mit Futtermittel über den Hof und zeigte auch im Stall keinerlei Berührungsängste. Großen Gefallen fand die Hobbyreiterin an den Pferden, die sie fachmännisch striegelte und putzte. Das blieb auch dem Senior des Hauses nicht verborgen: „Man sieht schon, dass du es nicht zum ersten Mal machst. Ich bewundere dich, wie du an die Pferde herangehst“, lobte Ludwig Brokering.

Sechs Tage verbrachte Heike in Gothel. Sie unternahm mit Claus eine Kanutour und begleitete ihn ins Zeltlager, um dessen Sohn Patrick abzuholen. Bilder davon gab es im Fernsehen nicht zu sehen. Ein Ereignis wäre sicher auch die Ballonfahrt gewesen, aber dazu sollte es nicht mehr kommen. 

Denn als Heike unbedingt versuchen wollte, ihre Erfahrungen in der Hundedressur auf ein kleines Ferkel zu übertragen, eskalierte die Situation. Die Spielerei im Schweinestall fand Claus Brokering überhaupt nicht witzig: „Landwirtschaft ist Arbeit, Arbeit, Arbeit! Wir sind nicht im Zirkus hier“, erklärte der Bauer. Ihm platzte vor laufender Kamera der Kragen. Er packte das quiekende Ferkel und beendete das Experiment.

Heike packte ihre Sachen und fuhr ab

„Ein absolutes No-Go“, fand die Rechtsanwaltsgehilfin und stellte den ebenfalls gereizten Hofbetreiber zur Rede: „Du hast alles ins Lächerliche gezogen, was ich vorhabe und mich gar nicht ernst genommen. Und wie du mit den Tieren und auch mit mir umgegangen bist, das war einfach ,too much´.“ Für eine Wiedergutmachung war es dann offenbar zu spät: „Ich fühle mich einfach scheiße, deswegen würde ich jetzt gerne nach Hause fahren“, erklärte Heike. Sie packte ihre Sachen und stieg ins Taxi.

„Es tut mir leid, dass es so gekommen ist. Ich kann es nicht mehr rückgängig machen“, erklärt Brokering rückblickend. Vielleicht wäre es klüger gewesen, dem Dressurversuch aus dem Weg zu gehen, aber zu diesem Zeitpunkt habe die Chemie ohnehin nicht mehr gestimmt, sagt er: „Ich hatte den Eindruck, dass Heike nicht auf einen Bauernhof passt und auch nicht versteht, wie viel Arbeit dahinter steckt. Und wenn man merkt, dass sich zwischen beiden nichts entwickelt, dann verhält man sich auch anders.“

Als er die Bilder von der Hofwoche am Montagabend erstmals im Fernsehen gesehen habe, habe er feststellen müssen, dass er ungeduldig gewirkt und nicht immer den richtigen Ton getroffen habe. Aber die Dreharbeiten seien einfach stressig gewesen, zumal er nebenbei seine tägliche Arbeit bewältigen musste, schildert Brokering. „Wir füttern alle Tiere mit der Hand, da muss es schnell gehen. Dann standen das Kamerateam und Mitarbeiter hinter mir. Wie soll man das alles hinkriegen?“.

Brokering möchte die Partnerinnensuche möglichst schnell abhaken

Was der Eydelstedter nicht nachvollziehen kann, sind manche negative Reaktionen in den sozialen Netzwerken. Seit der Sendung am Montagabend müsse er sich mitunter Vorwürfen aussetzen, dass er seine Tiere nicht artgerecht halte. „Ich finde es traurig, dass so ein Aufstand gemacht wird. Manche Leute meinen, dass die Sauen zu wenig Platz im Stall hätten. Aber das stimmt nicht, die Haltung der Tiere ist vorschriftsmäßig. Man muss hier auch das Gesamtpaket sehen und nicht nur ein paar Bildausschnitte im Fernsehen“, erklärt der Ferkelerzeuger.

„Aus, Schluss, vorbei und fertig“, sagt Brokering. Er möchte die Partnersuche vor einem Millionenpublikum möglichst schnell abhaken und den Blick nach vorne richten. Wie bereits berichtet, sind durch die Fernsehshow einige Frauen auf ihn aufmerksam geworden und haben ihn per Kurznachricht kontaktiert. Ob schon die Richtige dabei ist, will der Eydelstedter nicht verraten. Aber sein Schmunzeln lässt darauf schließen, dass er die Hoffnung keineswegs aufgegeben hat, eines Tages wieder Schmetterlinge im Bauch zu spüren.

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