Flüchtlinge unterstützen traditionellen Frühjahrsputz im Flecken Barnstorf

„Wir leben hier, dann machen wir auch sauber“

Der Kanu-Sport-Club Barnstorf ließ die Boote zu Wasser und säuberte die örtlichen Uferbereiche entlang der Hunte.

Barnstorf - „Es ist erschreckend sauber hier“, freute sich Nicole Lorenz am Sonnabend, als sie gemeinsam mit einer Gruppe von Flüchtlingen und Mitgliedern des Arbeitskreises „Willkommen in Barnstorf“ rund um den Kienmoor-Teich nach Unrat suchte. Lediglich Hundehaufen gebe es zur Genüge. „Aber die lassen wir liegen“, fügte die Helferin lächelnd hinzu.

Zahlreiche Gruppen und Vereine, aber auch Schüler und Kindergartenkinder beteiligten sich am traditionellen Frühjahrsputz. Während die Gruppe um Nicole und Pit Lorenz ein recht sauberes Gebiet vorfand, sah die Situation in anderen Bereichen des Hunte-Fleckens nicht so freundlich aus. Da mussten die Helfer allerlei Müll an den Straßen- und Wegerändern auflesen.

Die Flüchtlinge Isa, Hassan und Moussa waren gemeinsam mit Ellen Bufe und Jürgen Gück an der Aldorfer Straße unterwegs. Sie hatten nach wenigen Metern ihre Müllsäcke gut gefüllt. „Es ist für uns selbstverständlich hier heute mitzumachen“, erklärte der 26-jährige Isa aus Syrien, der seit sieben Monaten ein Zuhause in Barnstorf hat. „Wir leben hier, dann machen wir auch sauber.“ Außerdem könnten die jungen Männer auf diesem Wege etwas von dem zurückgeben, was ihnen in ihrer neuen Heimat geschenkt werde.

Bereits im Laufe der Woche waren 130 Jungen und Mädchen der Christian-Hülsmeyer-Schule sowie mehrere Kindertagesstätten im Ort unterwegs gewesen, um nach weggeworfenem Unrat zu suchen. „So lernen die Kleinsten bereits, wie gedankenlos manche Mitmenschen ihren Abfall einfach in die Natur werfen und damit diese nachhaltig schädigen. Die Kinder werden sensibilisiert und machen es später vielleicht besser“, erklärte Bürgermeisterin Elke Oelmann.

Die Gemeindevertreterin hatte die Gemeinschaftsaktion wieder von langer Hand organisiert und packte am Sonnabend auch selbst gerne mit an. Mit ihren Vereinskameraden vom Kanu-Sport-Club Barnstorf sorgte Oelmann für Sauberkeit in und an der Hunte. Da ging es mit den Booten zu Wasser. Wie andere Vereine nutzten auch die Kanuten die Aktion, um ihr Vereinsheim aus dem Winterschlaf zu holen.

Die Beteiligung war auch in diesem Jahr vorbildlich. Ob Sport- oder Schützenverein, Jugendfeuerwehr oder Fördergemeinschaft: Alle halfen kräftig mit, ihren Heimatort schöner zu machen. Und auch die Jägerschaft zeigte wieder Flagge. „Sie trägt zu Recht die Bezeichnung Hege und Pflege“, lobte die Bürgermeisterin. Vorstandsmitglied Heinrich Windeler und seine Jagdgenossen sorgten im Erholungsgebiet Walsen für Sauberkeit.

Den gesammelten Müll lieferten die Gruppen am Bauhof und Freibad ab. Dort hatte die Abfall-Wirtschafts-Gesellschaft (AWG) große Container bereitgestellt, die am Nachmittag gut gefüllt waren. Die AWG will zudem unter allen Organisationen, die sich an den Müllsammlungen im Landkreis Diepholz beteiligen, mehrere Geldpreise in Höhe von jeweils 200 Euro vergeben. „Sozusagen als kleiner Dank und Anreiz für die Vereine, sich zu beteiligen“, so Oelmann.

Die Bürgermeisterin zeigte sich überzeugt, dass diese jährliche Aktion schon Nachhaltigkeit geschaffen hat. „Das Umweltbewusstsein der Sammlerinnen und Sammler hat sich schon sehr gestärkt.“ Ihre größte Hoffnung, dass erst gar kein Anfall in der freien Natur entsorgt wird und dann gesammelt werden muss, wird wohl so schnell nicht in Erfüllung gehen. „Dann auf ein Neues im nächsten Frühjahr“, so Oelmann, deren Dank an alle Helfer geht.

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