Kegelclub „Gut Holz“ hat Tradition

„Wir kegeln nicht mehr, wir knobeln jetzt“

Unternehmer Egon Schumacher (l.), selbst Gründungsmitglied des Kegelclubs „Gut Holz“, und Mitarbeiter Hans-Joachim Bellingradt (r.) empfangen die Gäste aus Eydelstedt zur Betriebsbesichtigung bei der Firma Lubing. Foto: Speckmann

Eydelstedt - Der Kegelclub „Gut Holz“ hat Tradition. Im Jahr 1957 aus der Taufe gehoben, haben die Mitglieder das goldene Jubiläum ihrer Gemeinschaft schon längst in der Tasche. Nur unwesentlich älter ist die Maschinenfabrik Lubing, die seit 1949 besteht und als Ziel für die jüngste Betriebsführung auserkoren wird. Mit Traktor und Planwagen machen sich die Kegelbrüder aus Eydelstedt auf den Weg nach Barnstorf, wo sie von einem alten Bekannten empfangen werden: Geschäftsführer Egon Schumacher.

Die Begrüßung vor dem Firmensitz an der Lubingstraße ist herzlich und vertraut: „Lange nicht gesehen und doch wieder erkannt“, heißt es in der Runde. Schnell wird deutlich: Da treffen sich Männer, die etwas gemeinsam haben. Egon Schumacher ist selbst gebürtiger Eydelstedter. Heute in Barnstorf wohnhaft, hat er das Interesse für den Ort, wo er seine Kindheit verbracht hat, nie verloren. Und dann gibt es noch eine weitere, nicht ganz unwesentliche Gemeinsamkeit: Schumacher ist Gründungsmitglied des Kegelclubs „Gut Holz“.

„Ich war einige Jahre dabei, bin dann aber aus dem Club ausgetreten, weil ich in Hannover studiert habe“, berichtet der Unternehmer. Und plötzlich sind sie wieder da, die Erinnerungen an die Jugend. Für ihn und seine Freunde sei die örtliche Gaststätte damals ein beliebter Treffpunkt gewesen, erzählt Schumacher. Wirt Heinz Kolshorn habe die jungen Leute damals animiert, sich auf der Kegelbahn zu betätigen. Gesagt, getan: Die Clique macht Jagd auf die Kegel, die damals noch von Hand aufgestellt werden müssen. Erst viele Jahre später kommt die moderne Kegelbahn.

Aus dem lockeren Stammtisch entwickelt sich eine eingeschworene Gemeinschaft mit festen Statuten. Die Mitgliederzahl wird auf 20 Männer begrenzt, über Neuzugänge wird abgestimmt. Wer eine Minute zu spät kommt, muss Strafgeld zahlen. Die Treffen sind jeden (!) Donnerstagabend im Landgasthof Kolshorn. Erst geht es auf die Kegelbahn, dann an den reservierten Tisch in der Gaststube, wo über Gott und die Welt geplaudert wird. Da können die Wogen auch schon mal höher schlagen, wenn es um die kleine und große Politik geht.

Große Fahrten sind inzwischen Geschichte

Hin und wieder werden auch Ausflüge, zum Teil mit Ehepartnern, unternommen. Die großen Fahrten sind inzwischen allerdings Geschichte. Es werden Ziele in der Region ausgeguckt, die mit dem Planwagen von Horst-Dieter Bergel leicht zu erreichen sind. Und es gibt noch einen feinen Unterschied zu früher, wie Adolf Hinsch im Gespräch mit Schumacher anmerkt: „Wir kegeln nicht mehr.“ Der Satz ist kaum ausgesprochen, da fügt Helmut Deike hinzu: „Wir knobeln jetzt.“

Keine Frage: Der Club und seine Mitglieder sind in die Jahre gekommen. Da fällt der Kegelsport nicht mehr so leicht. Adolf Hinsch ist mit 85 Jahren der Älteste in der Runde, die inzwischen nur noch jeden zweiten Donnerstag bei Kolshorn zusammen kommt. Einige vertraute Gesichter sind nicht mehr dabei, bedingt durch Austritte, Wohnortwechsel oder Sterbefälle. Aber es gibt auch „Nachwuchs“ wie Georg Caumanns oder Johannes Redler, die seit einem halben Jahr mit Freude dabei sind.

Der Betriebsbesuch, der von Helmut Deike in Kooperation mit Lubing-Mitarbeiter Hans-Joachim Bellingradt aus Eydelstedt eingefädelt wird, entpuppt sich schnell als Volltreffer. Mit großem Interesse besichtigen die Kegelbrüder das Unternehmen, das sich mit der Produktion von Tränke-, Förder- und Klimasystemen weltweit einen Namen gemacht hat. Noch beim abschließenden Spargelessen im Stammlokal macht ein Muster der berühmten Tränke-Nippel die Runde. Er ist kaum größer als die kleinen goldenen Kegel, die „Gut Holz“-Mitglieder gerne bei sich tragen. Ein schönes Zeichen der Verbundenheit!

sp

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