„Brauchen dringend Nachwuchs!“ 

Heimatverein Barnstorf hat Sorgen, die über die Corona-Pandemie hinausreichen

Eine alte Schützenuniform übergab Barbara Wilke (M.) an Ina Ciglasch (l.) und Gunda Berner als Spende an den Heimatverein. Foto: Scholz
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Eine alte Schützenuniform übergab Barbara Wilke (M.) an Ina Ciglasch (l.) und Gunda Berner als Spende an den Heimatverein.

Barnstorf - Von Jan Scholz. Eine Truppe von rund zehn Männern und Frauen werkelt jeden Dienstagmorgen auf dem Gelände des Heimatvereins Barnstorf. Die einen sortieren Kleidungsspenden, die anderen halten das Gelände in Schuss.

Auch wenn das nach Normalität aussieht – davon ist in Corona-Zeiten auch der beim Heimatverein kaum noch etwas zu finden. Für Sonntag, 12. Juli, war das große Sommerfest des Vereins geplant gewesen. Jedes Jahr lockt es hunderte von Besuchern auf das Gelände im Ortskern. Aber aus geselligem Butterkuchenessen und einem Handwerkermarkt wird dieses Jahr nichts. Die Corona-Pandemie zwingt den Heimatverein das Fest abzusagen.

Auch die für Mai geplante Ausstellung „Halte Rast, sei unser Gast“ muss entfallen. Das Sommerfest und die Ausstellungen sind die wichtigsten Einnahmequellen des Vereines. „Wir haben die letzten Jahre recht gut gewirtschaftet, darum sind noch ein paar Rücklagen da“, sagt der 1. Vorsitzende Jürgen Rattay. Wie lange der Verein überleben kann sei ungewiss. Sein Verein lebe von den Festen und Besuchergruppen auf dem Gelände des „Meyer-Köster-Hauses“.

Die Grundidee des Vereins sei der Erhalt von Vergangenem speziell für die Jugend, führt Schriftführer Jürgen Ciglasch weiter aus. Konkret würden sie landwirtschaftliche Geräte sammeln und sie teils wieder restaurieren. Zudem tragen sie Bilder und Schriften über die Geschichte des Fleckens Barnstorf zusammen.

1988 wurde der Heimatverein in Barnstorf gegründet, damit gehört er schon seit mehr als 30 Jahren zum wichtigen Bestandteil des Kulturangebotes des Fleckens. Das heutige Gelände gehöre zwar der Gemeinde, doch stelle diese es dem Heimatverein kostenlos zur Verfügung, erklärt Rattay.

Dennoch habe der Verein laufende Kosten, die gedeckt werden müssten. „Dann müssen wir dieses Jahr halt sehr sparsam umgehen“, sagt der Vorsitzende und lacht.

Doch all das sei alles nur ein kleines Problem im Vergleich zu der wirklich großen Baustelle des Vereins: Der Nachwuchs. „Fast alle Mitglieder sind mittlerweile schon über 70 Jahre alt“, führt Gründungsmitglied Herbert Berner aus, der selber auf die 80 zugeht. Über die Jahre hinweg habe man versucht, jüngere Mitglieder zu werben; bis heute damit kaum Erfolg gehabt.

„Viele Leute zeigen bei den Festen zwar Interesse, aber es bleibt oft bei Sachspenden“, erzählt Jürgen Rattay. Mit Blick auf die Zukunft brauche es aber dingend Nachwuchs, der den Heimatverein erhalte.

Aktuell arbeiten die Ehrenamtlichen am Bau der Remise. Das Gebäude stehe soweit, es fehle nun noch der Boden und ein paar Kleinigkeiten, sagt Jürgen Rattay. Im Hauptgebäude übergibt Barbara Wilke gerade eine alte Schützenuniform an die Mitglieder vom Heimatverein. Ein Stück Kultur aus Barnstorf. Genau dies zu erhalten und zu pflegen sei für den Verein sehr wichtig.

Neben diesen Tätigkeiten engagiert sich der Verein auch immer wieder in der Jugendarbeit. Seien es Kindergärten oder Schulklassen, die das alte Klassenzimmer besuchen. Oder Kinder von der Ferienspaßaktion in den Sommerferien, die für einen Tag das Gelände des Heimatvereins „unsicher machen“. „Ob 2020 davon etwas stattfinden kann, ist ungewiss“, sagt Schriftführer Jürgen Ciglasch.

Trotz aller Probleme sind die Ehrenamtlichen alle recht optimistisch. Wenn sie wieder dürften, würden sie im Herbst gerne kleinere Veranstaltungen wie einen Flohmarkt durchführen. Versprechen könne man dies aber nicht, gibt der Vorsitzende zu bedenken. Der nächste Blickpunkt sei der für November geplante Weihnachtsbasar. Rattay dazu: „Wir hoffen sehr, dass wir diesen wenigstens stattfinden lassen können.“

Bis dahin heißt es für die Ehrenamtlichen durchhalten und hoffen, dass sich bald Nachwuchs für die vierte Generation findet.

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