Im Erdölfeld steckt noch Potenzial

Wintershall startet weitere Bohrungen in Barnstorf

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Auf einem Platz am Rüssener Heerweg steht schon schweres Gerät bereit. 

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Im Erdölfeld Bockstedt wird in diesen Tagen schweres Geschütz aufgefahren. Es sind die ersten Vorbereitungen für weitere Bohrungen, die Wintershall bis zum Jahresende realisieren will. Mit der Erschließung neuer Vorkommen soll die heimische Förderung weiter auf Touren kommen.

Die Erdölförderung im Raum Barnstorf hat eine lange Tradition. Schon seit mehr als sechs Jahrzehnten holt Deutschlands größter international tätige Erdöl- und Erdgasproduzent das schwarze Gold in der heimischen Region aus der Erde. Hoffnung für die Zukunft machen den Unternehmensvertretern die jüngsten Untersuchungsergebnisse. „Im Jahr 2014 haben wir in Bockstedt seismische Messungen durchgeführt. Wir freuen uns sehr, dass die Auswertungen gezeigt haben, dass das Erdölfeld Bockstedt noch Potenzial bietet. Mit den neuen Bohrungen spielen wir unseren Heimvorteil aus“, erklärt Projektkoordinatorin Margarethe Kleczar.

Vier Bohrungen werden bis Ende September abgeteuft

Bereits Ende vergangenen Jahres hat das Unternehmen zwei Bohrungen in Bockstedt abgeteuft, eine weitere im Frühjahr. Zwei Bohrungen fördern schon Erdöl. Die dritte wird gerade an das bestehende Netz angeschlossen. Nun geht es auf weiteren Plätzen zur Sache. In den nächsten Wochen startet eine Kampagne mit insgesamt vier weiteren Bohrungen. Es sind schon Bagger und Maschinen auf einem Gelände am Rüssener Heerweg angeliefert worden. In Kürze soll mit dem Herrichten der Plätze und dem Einsetzen von Standrohren für die Bohrungen begonnen werden. Dabei will das Unternehmen bereits vorhandene Plätze nutzen und entsprechend erweitern. „Der Platzbau läuft parallel zur Bohrkampagne und soll im Oktober abgeschlossen werden“, sagt die Projektkoordinatorin.

Ab Ende September sollen die vier Bohrungen abgeteuft werden. Dabei wird eine Bohrung drei bis vier Wochen dauern. Die Kampagne wird voraussichtlich Ende Dezember abgeschlossen. Zwei der Bohrungen werden direkt am Rüssener Heerweg abgeteuft, die beiden anderen befinden sich jeweils an angrenzenden Wegen westlich und südöstlich von Bockstedt.

BASF-Tochter will heimische Produktion weiterentwickeln

„Die neuen Bohrungen in Bockstedt erschließen die bekannte Erdöllagerstätte, den Dichotomiten-Sandstein. Wir streben hier eine Bohrtiefe von 1300 bis 1400 Metern an“, erklärt die leitende Bohringenieurin Karin Hofstätter. Da die Bohrungen nacheinander abgeteuft werden, wird immer nur ein Bohrturm im Einsatz sein.

Ziel der BASF-Tochter ist es, die heimische Produktion weiterzuentwickeln. Darauf hat Dr. Andreas Scheck, Leiter von Wintershall Deutschland, im Laufe dieses Jahres schon mehrfach hingewiesen. Erst kürzlich beim Besuch von Gemeindevertretern auf dem Werksgelände an der Rechterner Straße unterstrich der Unternehmensvertreter die Bedeutung der Förderung von Öl und Gas.

Kapazitäten sollen nach Erweiterung ausgelastet sein

Mit Blick auf die Aktivitäten im Erdölfeld Bockstedt ist Scheck zuversichtlich, dass das Unternehmen auch zeitnah mit der Förderung beginnen kann. Daran soll offenbar auch der niedrige Ölpreis nichts ändern. Selbst wenn der Preis nur bei rund 50 Dollar pro Barrel liegt, will das Unternehmen an seinen Plänen festhalten. Es sei der Stand, mit dem die Lieferanten wohl erst einmal leben müssten, meint der Wintershall-Leiter.

Zurzeit belaufe sich die heimische Förderung von Nassöl auf etwa 2000 Kubikmeter pro Tag. Daraus ließen sich etwa 80 bis 85 Kubikmeter Öl gewinnen, berichtet Scheck. Ziel sei es, mit den neuen Bohrungen in eine Größenordnung von 120 bis 130 Kubikmetern vorzustoßen. Dann wären die neuen Kapazitäten der modernisierten Erdölaufbereitung auf dem Werksgelände in Barnstorf nahezu ausgelastet.

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