Hauptgrund: Niedriger Ölpreis

Wintershall baut bis 2020 Stellen ab

Barnstorf - Von Sven Reckmann. Wintershall Deutschland wird die Zahl seiner Beschäftigten bis zum Jahr 2020 von heute 550 auf 420 verringern. Das teilte das Unternehmen gestern mit. Wintershall-Sprecher Mark Krümpel begründete den Schritt gestern gegenüber unserer Zeitung vor allem mit dem niedrigen Ölpreisniveau, das seit 2015 nur bei rund 50 Dollar pro Barrel liegt. „Wir waren mal bei über 100“, erinnert der Wintershall-Sprecher. Das zwinge das Unternehmen, sich darauf einzustellen und gegenzusteuern.

Wie viele Jobs am Standort Barnstorf wegfallen, konnte Krümpel noch nicht exakt beziffern. Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden. Die Anpassung soll stattdessen über sozialverträgliche Lösungen erfolgen, die Verhandlungen darüber sind angelaufen.

Die Mitarbeiter in Barnstorf und an anderen Standorten wurden darüber gestern in einer Belegschaftsversammlung informiert, unter anderem von Dr. Andreas Scheck, Leiter von Wintershall Deutschland, und dem zuständigen Wintershall-Vorstandsmitglied Martin Bachmann.

Bei schwierigen Rahmenbedingungen gelte es, das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen, sagte der Wintershall-Sprecher, durch Sparen auf der einen Seite und Investieren sowie Produktionssteigerungen auf der anderen. So werden die Schlüsselprojekte, die Wintershall in Barnstorf angeschoben hat, weitergeführt. Das betrifft zum Beispiel die laufenden Aktivitäten in Bockstedt, wo ab Ende September vier neue Bohrungen niedergebracht werden sollen. Mit dieser Erschließung neuer Vorkommen soll die heimische Förderung erhalten werden. Die Kampagne wird voraussichtlich Ende Dezember abgeschlossen.

Keine Abstriche bei Auszubildenden 

„Da sparen wir nicht, denn das bringt uns das Fundament für die Zukunft“, so der Wintershall-Sprecher dazu. Auch bei den 47 Auszubildenden werde es keine Abstriche geben.

Neben dem Ölpreisniveau gebe es weitere Faktoren, die das Arbeiten erschwerten. Wie schwierig zum Beispiel das politische Umfeld sei, zeige, dass das Projekt Düste Z10 nahe Barnstorf mittlerweile seit 2012 auf Eis liegt. Zur Erinnerung: Die geologischen Untersuchungen der Bohrkerne hatten gezeigt, dass Erdgas in der Lagerstätte Düste vorhanden ist. Erste Schätzungen gehen von 40 Milliarden Kubikmetern Erdgas in der gesamten Lagerstätte aus, von denen im besten Fall etwa zehn Milliarden Kubikmeter förderbar wären.

Die Genehmigung zur Umsetzung der dafür notwendigen Hydraulic-Fracturing-Methode hatte Wintershall beim zuständigen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie beantragt. Die Entscheidung steht noch aus. „Da haben wir bereits Millionen investiert“, erinnerte Krümpel.

„In diesem Umfeld muss man sturmfest sein“, formulierte es der Wintershall-Sprecher.

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