Polnische Freunde in Drebber

„Wie ein König in eurem Haus“

Auf dem fünftägigen Programm standen mehrere Ausflüge. Die polnischen Freunde und ihre Gastfamilien aus Drebber besichtigten unter anderem die Lloyd-Rösterei in Bremen.

Drebber - Mit einem Ausblick auf ein erfreuliches Ereignis hat Bürgermeister Friedrich Iven die Freunde aus Perzów verabschiedet. Im nächsten Jahr wird nämlich eine Delegation aus der Gemeinde Drebber nach Polen reisen und dort das 20-jährige Bestehen der Partnerschaft feiern. Dann werden sicherlich wieder die Gläser erhoben, um auf die guten Beziehungen zwischen beiden Gemeinden anzustoßen. Eine Kiste Wodka als Vorgeschmack haben die Polen in dieser Woche gleich in Drebber gelassen, als sie sich auf den Weg in ihre Heimat machten.

Für die zwölfstündige Fahrt hatten sich die polnischen Freunde bei einem gemeinsamen Frühstück mit ihren Gastgebern im Schützenhof Friemann gestärkt. Für Bürgermeister Friedrich Iven war diese morgendliche Zusammenkunft eine willkommene Gelegenheit, um auf die letzten fünf Tage zurückzublicken, die allen Teilnehmern offensichtlich große Freude bereitet hatten. Dafür sprachen viele glückliche Gesichter in der Runde.

Verheißungsvoll war bereits der Programmauftakt mit der Übertragung des EM-Spiels zwischen Deutschland und Polen, das „zum Glück“ unentschieden endete, wie Iven schmunzelnd feststellte. Damit war sein Wunschergebnis mit Blick auf die gemeinsamen Tage in Erfüllung gegangen. Der Fußball sollte schnell zur Nebensache werden, denn es wartete ein unterhaltsames und zugleich informatives Programm auf die Teilnehmer.

Über die Arbeit vieler polnischer Landsleute konnte sich die Delegation bei einem Besuch des Spargelhofes Thiermann in Scharringhausen informieren. Gästeführerin Dörthe Meyer gab einen Einblick in den traditionsreichen Betrieb, der neben Spargel auch Erdbeeren, Heidelbeeren und Bohnen anbaut. Eine Stärkung mit königlichem Gemüse durfte bei dem Besuch nicht fehlen. Auf die Frage, ob es ihnen geschmeckt habe, gab es rückblickend eine einhellige Antwort: „Tak“. Also Ja!

Weniger Glück hatten die Gäste bei ihrer Fahrt zur Schuhfabrik Lloyd in Sulingen. Die geplante Betriebsbesichtigung fiel aufgrund eines Irrtums bei der Terminabsprache aus. „Wir werden das beim nächsten Mal wiederholen“, versicherte der Bürgermeister. Der kurze Bummel durch den Werksladen sollte sich dennoch für einige Teilnehmer lohnen. Auch Otto Kording hatte sich mit neuen Schuhen angefreundet.

Der Tagesausflug nach Bremen führte die Gruppe in die Welt der Kaffeebohnen. Die Besichtigung der Lloyd-Rösterei wurde mit einer Hafenrundfahrt verbunden. Zurück in der Samtgemeinde Barnstorf wartete ein Rundgang über die Familienmesse, der ein ökumenischer Gottesdienst vorausging. Beim Line-Dance-Workshop der Country- und Western-Tanzgruppe Drebber gab es schöne Erinnerungsurkunden.

Auch Dolmetscher Pawel Chowanski hatte sich beim Tanz ins Zeug gelegt. Er fühlte sich ohnehin pudelwohl in Drebber und brachte seine Begeisterung für Landschaft und Leute gegenüber seiner Gastfamilie Rodenbeck deutlich zum Ausdruck. Zum Abschied schrieb der 34-Jährige, der in seiner Heimat als Lehrer für Fremdsprachen tätig ist, einen Brief auf Deutsch. Darin hob er hervor, dass er „wie ein König in eurem Haus“ wohnen durfte.

Wilhelm und Elisabeth Rodenbeck freuten sich über diese Geste. Sie hatten mit Busfahrer Waldemar Stefanski noch einen zweiten Gast aufgenommen. „Das hat sehr gut geklappt“, berichtete das Ehepaar, das selbst schon mehrfach in Polen weilte und sich jedes Mal über die Gastfreundschaft freute. Es sei schön, mit den Menschen in Kontakt zu kommen und die Kultur kennen zu lernen, sagte Wilhelm Rodenbeck.

Die Sprachbarrieren sollten die Freude am Beisammensein nicht schmälern. Stellvertretende Bürgermeisterin Weronika Urbanska griff in ihren Abschiedsworten auf die Dienste von Dolmetschern zurück, um ihren Dank zum Ausdruck zu bringen. „Wir sind wie Familie behandelt worden und sehr dankbar für die Organisation der wunderbaren Ausflüge.“ Für sie war der Aufenthalt in Drebber eine Premiere. „Ich bereue, dass es das erste Mal ist“, sagte sie. „Dankeschön für alles!“

sp

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