Michael Noll sieht mögliche Zeitfenster für Starts

Wetterexperte zum Ballon-Fahrer-Festival: „Wind ist unser Hauptfeind“

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Bei den Festivals 2013 und 2015 gingen alle Massenstarts wie geplant über die Bühne. Da stieg auch Meteorologe Michael Noll voller Begeisterung in den Korb, nachdem er den Piloten grünes Licht für die Fahrt gegeben hatte.

Barnstorf - Von Sven Reckmann. Dieser Mann muss mit dem Wetter wirklich im Bunde sein: Während sich am Dienstagabend die Gewitterwolken in allen Himmelsrichtungen auftürmen, sitzt Michael Noll entspannt mit einer Sonnenbrille im Sonnenschein auf der Terrasse vor dem Hotel Roshop. Der langjährige Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes hat bereits Quartier in Barnstorf bezogen. Er berät die Piloten beim 14. Barnstorfer Ballon-Fahrer-Festival (BBFF).

Der Meteorologe aus Köln ist in dieser Funktion nun schon zum dritten Mal im Hunte-Flecken zu Gast. Bisher hat er den Veranstaltern stets Glück gebracht. In den Jahren 2013 und 2015 gingen alle Massenstarts wie geplant über die Bühne. Ob die Bilanz am Freitag und Sonnabend, 18. und 19. August, wieder so positiv ausfällt, ist mit Blick auf die aktuellen Wetterprognosen noch unklar.

Bei ihrem Treffen im Sundering-Stadion werden die mehr als 30 Piloten aus ganz Deutschland nicht nur an ihren Wetter-Apps, sondern auch an den Lippen des bekannten Meteorologen hängen. Und sie werden dabei „Kolle“ genau im Blick haben. So heißt ein Tief, das am Dienstag nördlich der britischen Inseln lag und das unser Wetter bis zum Wochenende beeinflussen wird.

„Fahrbare“ Zeitfenster am Abend und in der Frühe

Wie sieht die „amtliche“ Vorhersage für das Festival aus? Das lasse sich im Detail sicher erst kurz vorher sagen, erklärt Noll im Gespräch mit dieser Zeitung. Fest steht: Das stabile Sommerhoch mit ruhigem Wetter wird sich bis dahin nicht mehr einstellen, das hätte beim Verlauf des diesjährigen Sommers aber auch gewundert. Doch es könne durchaus „fahrbare“ Zeitfenster am Abend und eher noch in der Frühe geben. Also Zeiträume, in denen die Starts gefahrlos möglich wären. Das müsse man kurzfristig, vor jedem Start neu bewerten, erklärt der Fachmann vom Deutschen Wetterdienst.

Hochs und Tiefs immer im Blick: Michael Noll berät die Piloten beim Barnstorfer Ballon-Fahrer-Festival.

„Kolle“ wird sich bis zum Sonntag über die Nordsee ostwärts Richtung Skandinavien verlagern. „Der Wind ist unser Hauptfeind“, sagt Noll für das Festival voraus. Er wird, ebenso wie natürlich auch die Piloten, genau hinsehen, was sich wettermäßig tut, denn: „Die Sicherheit steht ganz oben.“

Auch wenn die Prognosen noch unklar sind, können die Veranstalter vorerst aufatmen. Denn fast hätte „Jürgen“ den Ballonfahrern einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Gemeint ist nicht Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers, sondern ein gleichnamiges Tief, das als Vorgänger von „Kolle“ sich derzeit Richtung Osten verzieht. Vermutlich wird auch Lübbers ganz erleichtert sein, dass sich „Jürgen“ rechtzeitig zum Festival aus dem Staube gemacht hat.

Enthusiast an vielen Orten im Einsatz

Noll befand sich derweil auf Tour durch den Norden. Am vergangenen Wochenende hatte der „Wetterfrosch“ bei einem Festival in Papenburg die Ballonfahrer beraten. Von dort aus ging es dann direkt nach Barnstorf, wo er ehrenamtlich in seiner Freizeit tätig ist. „Das ist für mich hier Urlaub“, lächelt der Rheinländer. Er und seine Frau nutzen die freie Zeit vor dem Festival zu Ausflügen in die Umgebung. So haben schon der Dümmer und das „Haus im Moor“ in Arkeburg auf dem Besuchsprogramm des Ehepaares gestanden.

Im Gespräch wird klar: Noll ist ein Ballonfahrer-Enthusiast. Nach dem Festival in Barnstorf führt die Reise nach Warstein, wo die größte Veranstaltung dieser Art über die Bühne gehen wird. Im Anschluss geht es wieder an den Schreibtisch in der Zentrale des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach.

Bei solchen Terminen fliegt, pardon, fährt er doch sicherlich öfter mit? Die Fahrer brauchten ja auch einen Ballast, damit die Hülle sich gut entfalten kann. „Da stelle ich mich gern zur Verfügung“, meint der Experte augenzwinkernd. Und so kann er seine eigenen Vorhersagen gleich praktisch verifizieren. In Barnstorf fühle er sich gut aufgenommen. „Die glauben hier, ich sei so eine Art Glücksbringer“, erzählt der Meteorologe schmunzelnd. Bei all seinen Einsätzen konnten alle Fahrten stattfinden. Wenn das kein gutes Omen ist!

14. Barnstorfer Ballonfahrer-Festival 

Sofern der Meteorologe grünes Licht gibt, steht den Fahrten über Wälder, Wiesen und Moore nichts im Wege. Der erste Massenstart ist für Freitag um 18 Uhr angesetzt. Die beiden weiteren Starts sollen am Sonnabend um 6 Uhr und 18 Uhr über die Bühne gehen. Darüber hinaus dürfen sich die Besucher auf ein attraktives Rahmenprogramm mit Modellballonen sowie weiteren Aktionen zum Zuschauen und Mitmachen freuen. Der Eintritt ist frei.

Das Festival 2015

13. Barnstorfer Ballon-Fahrer-Festival

13. Barnstorfer Ballon-Festival - Teil 2

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