Pandemie verändert Essgewohnheiten

Werksleiter Christoff Wark zu den Entwicklungen am Allos-Standort in Drebber

Werksleiter Christoff Wark spricht über die Entwicklungen bei Allos in Drebber.
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Werksleiter Christoff Wark spricht über die Entwicklungen bei Allos in Drebber.

Drebber – Die Corona-Krise hat mit ihren Einschränkungen und Lockdowns nicht nur den Alltag vieler umgekrempelt, sondern auch ihre Essgewohnheiten. Wie sich die gewandelten Anforderungen auf das Lebensmittel-Sortiment des lokalen Bio-Unternehmens Allos in Drebber auswirken, erklärt Christoff Wark, Werksleiter des Produktionsstandortes, dieser Zeitung im Interview.

Hat sich das Bewusstsein der Kunden für Lebensmittel durch die Corona-Krise verändert?

Die Pandemie hat dazu geführt, dass sich die Essgewohnheiten der Konsumenten verändert haben: Die Menschen sind, unter anderem durch das Homeoffice und Homeschooling, mehr zu Hause und essen weniger unterwegs. Durch die gestiegene Bedeutsamkeit der Mahlzeiten zu Hause setzen sie sich mehr mit den Lebensmitteln, die sie konsumieren, auseinander. Der Wunsch nach gesunder Ernährung und Nachhaltigkeit hat sich während der Pandemie noch einmal verstärkt und die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln ist gestiegen. Immer mehr Menschen achten auf einen nachhaltigeren Lebensstil und setzten auf vegetarische und vegane Lebensmittel. Bio lässt sich als anhaltender Trend mit starkem Wachstum beschreiben. Auch in unserer Produktion in Drebber haben wir diese Veränderung wahrgenommen. Die schnell wachsende Nachfrage nach Bio-Frühstückscerealien war für uns die größte Herausforderung während der Corona-Zeit. Unsere fast 80 Mitarbeiter setzten sich dafür ein, der größeren Nachfrage nach Bio-Produkten wie Müslis und Riegeln gerecht zu werden.

Haben Sie Ihre Produkte an die Veränderungen angepasst ?

Wir möchten natürliche Alternativen aufzeigen und tüfteln an Bio-Innovationen, die einen Mehrwert bieten und auch wichtige Nährstoffe für eine alternative Ernährungsweise liefern. Außerdem setzen wir auf die Vielfalt der Zutaten, die uns die Natur bietet. Als Bio-Pionier ist es uns wichtig, dass bereits den Kleinsten eine gesunde und vollwertige Ernährung ermöglicht wird und wir sie für Nachhaltigkeit begeistern können.

Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf die finanzielle Situation und die Arbeitsplätze in Ihrem Unternehmen?

Wir investieren regelmäßig in unseren Standort in Drebber, um den technischen Stand, die Arbeitsbedingungen und Produktionsprozesse weiter zu verbessern. Nachdem wir 2019 bereits eine neue Lagerhalle und eine neue Abfüll- und Verpackungslinie für Müslis eingeweiht hatten, haben wir im vergangenen Jahr in weitere Produktionskapazitäten investiert. So konnten wir mehr als zehn neue Arbeitsplätze schaffen und gleichzeitig die Arbeitsbedingungen verbessern. Mit der Investition werden wir der steigenden Nachfrage nach Müslis und Knuspermüslis gerecht. Dadurch ergibt sich weiterhin Bedarf an Mitarbeitern, die uns im Werk unterstützen. Wir würden uns freuen, auch den Nachwuchs mit unserer Bio-Vision anzusprechen und sie für die Arbeit bei uns zu begeistern. Dafür bilden wir in den Bereichen Produktion, Logistik und Verwaltung aus und haben gerade erst Anfang August drei neue Auszubildende begrüßt.

Wie möchte sich das Unternehmen Allos in Zukunft ausrichten?

Jeden Tag geht ein Teil der Biodiversität unseres Planeten für immer verloren. Dies ist hauptsächlich auf die gegenwärtigen industriellen Agrar- und Nahrungsmittelsysteme zurückzuführen, die der Umwelt und den Böden Schaden zufügen. Durch jede verlorene Art wird das ökologische System noch weiter aus seinem Gleichgewicht gebracht. Das führt häufig zum Verlust ganzer Ökosysteme und wertvoller Ressourcen. Daher setzten wir uns für wirksame Alternativen ein, entgegen intensiver Landwirtschaft und Viehzucht und tragen so zu einem alternativen Ernährungssystem bei. Wir sehen unseren Beitrag aber nicht nur in der Herstellung der Produkte und Förderung des Öko-Landbaus, sondern auch darin, die der Natur entnommenen Materialien möglichst intensiv zu nutzen, um Ressourcen einzusparen und Abfälle zu vermeiden. Hierbei schauen wir auch auf das Verpackungsmaterial, welches bei unseren Cerealien zum Beispiel aus mehr als 40 Prozent nachwachsenden Rohstoffen besteht. Auch hier arbeiten wir bereits am nächsten Schritt.

Sind lokale Projekte in der Planung oder aktuell im Gange?

Seit 2010 setzen wir uns mit unserem Projekt „Frühstück auf dem Hof“ für die Bildung zu Ernährungsthemen ein und begrüßen dafür regelmäßig Kindergartenkinder und Grundschüler hier bei uns auf dem Allos-Hof in Drebber. Da derzeit keine Live-Events stattfinden und wir noch mehr Kinder erreichen wollen, wurde das Projekt weiterentwickelt zum „Frühstück mit der Hof-Bande“. In zusammengestellten Boxen senden wir eine kleine, interaktive Unterrichtseinheit zu den Themen gesunde Ernährung sowie ökologische Landwirtschaft direkt zu den Kindern in die Kita- und Klassenräume. Mit diesen besonderen Themen-Boxen, in denen unter anderem Lern-Broschüren und die Ernährungspyramide als Magnet enthalten sind, macht sich das Projekt nun auf die Reise. Sobald es geht, wird das Frühstück aber auch wieder auf dem Hof stattfinden – die Boxen bleiben dann als weiteres Format parallel bestehen.

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