Drei Chöre gestalten den Kantaten-Gottesdienst in der St.-Veit-Kirche

Werke voller Jubel und Lob

Kantorin Meike Voss-Harzmeier führte Regie. Sie hatte die Kantate „Alles, was ihr tut“ von Dietrich Buxtehude ausgewählt.

Barnstorf - Von Simone Brauns-Bömermann. Zwei Predigten gab es für die Kirchgänger und Musikfreunde in der St.-Veit-Kirche: Die anregende Fassung von Pastor Torben Schröder, der sich mit dem Thema „Kleider machen Leute“ befasste, und die gesungene Fassung von drei Chören, die sich in dem Kantatengottesdienst präsentierten.

Kantorei sowie Kleine und Große Kurrende der Kirchengemeinde St. Veit wurden von einem Streicherensemble unterstützt. Nicht zu vergessen die Gemeinde, die mit Gesangbüchern versehen fleißig passende Lieder sang. Warum nun so viel Musik im Gottesdienst? Nun, der vierte Sonntag nach Ostern, oder auch als fünfter Sonntag in der Osterzeit bezeichnet, wird „Cantate“ (übersetzt: „Singet!“) genannt. Häufig sind zentraler Inhalt des Gottesdienstes in vielen Kirchen Gesang und Gotteslob als Wertschätzung der Kirchenmusik. So auch in St. Veit.

Unter der Leitung von Kantorin Meike Voss-Harzmeier entstand ein wunderbar klingendes Ganzes aus Chören, Orgel und Instrumenten. Die musikalische Umsetzung des für den Gottesdienst ausgesuchten Episteltextes aus dem Kolosserbrief hatte die Chorleiterin beim Komponisten Dietrich Buxtehude gefunden: eine Kantate für Chor, Soli und Orchester.

Die Zuhörer erlebten einen Chorsatz voller Jubel, Lob und Preis für Gott. Beim Solo, präsentiert von Bariton Jan-Phillip Kock, handelte es sich um einen Psalm, in dem daran appelliert wird, Lust an Gott zu haben, denn er gebe alles was der Mensch und sein Herz benötige. Choral und Concerto wurden untermalt durch Ritornellen des Orchesters. Und das Schöne daran: Alle Altersstufen sangen gemeinsam, jeder so gut wie er konnte, alle mit dem einen Ziel: „Cantate“, also „Singet!“.

„Es darf in der Kirche durchaus applaudiert werden, heben wir es uns gebündelt für den Schluss auf“, empfahl Pastor Schröder vor der gesprochenen Predigt. In seiner Ausführungen wurde er zum seelsorgerischen „Modeberater“ wie im Kolosserbrief beschrieben. Weniger die baumwollende Bekleidung, Samt oder Seide waren damit gemeint, sondern die Art Seelenbekleidung, die Erbarmen, Sanftmut, Demut und Geduld mit sich und den Mitmenschen heißt, die man bei Gott erwerben kann. „Das ist der Stoff, aus der die richtige Alltagsbekleidung ist“, lautete das Gleichnis für den Sonntag „Cantate“.

Aber jene Bekleidung sei manchmal zu groß, da könne man nur reinwachsen, würden die Menschen oft denken. Das könne schon so sein, gab der Pastor zu bedenken, aber auch dazu lieferte der Geistliche ein christliches Rezept: das Band der Liebe, der Gürtel, der alles zusammenhält. Es waren Worte, die Kraft für die kommende Woche liefern sollten.

Und dann erinnerte Schröder noch an das Experiment von Komikerin Anke Engelke, die einen Chor voller unglücklicher Menschen eine Zeit lang begleitet hatte, dessen Mitglieder durch das gemeinsame Singen sich später „Chor der Glücklichen“ nannte und dann weiter sangen. „Singen macht von innen schön“, lautete der Rat von Schröder.

Zwei zeitgenössische Werke des Choralmusik-Komponisten Jay Althouse aus den USA und John Rutter aus England rahmten den Kantaten-Gottesdienst in St. Veit ein. Insbesondere Rutters Werke, die oft Jazz-Elemente aufnehmen und durch großen melodischen Erfindungsreichtum bestechen, gaben der Musik suggestive Kraft.

Mehr zum Thema:

Abgeordnete dürfen deutsche Soldaten in Konya besuchen

Abgeordnete dürfen deutsche Soldaten in Konya besuchen

Merkel, Trump und Co. beim G7-Gipfel auf Sizilien: Die Bilder

Merkel, Trump und Co. beim G7-Gipfel auf Sizilien: Die Bilder

Mit kurzer Hose ins Büro? Zehn Outfit-Fails im Sommer

Mit kurzer Hose ins Büro? Zehn Outfit-Fails im Sommer

Edel, sexy, elegant: So präsentierten sich die Stars bei der amfAR-Gala 

Edel, sexy, elegant: So präsentierten sich die Stars bei der amfAR-Gala 

Meistgelesene Artikel

Sportpark-Feuer: Jugendstrafen mit Bewährung 

Sportpark-Feuer: Jugendstrafen mit Bewährung 

Gunter Gabriel: „Die Vilser vertragen ungehobelte Sprüche“

Gunter Gabriel: „Die Vilser vertragen ungehobelte Sprüche“

Freistatt feiert Jahresfest – und 150 Jahre Bethel

Freistatt feiert Jahresfest – und 150 Jahre Bethel

Kommentare