Krebsberatung startet Pilotprojekt in der Schule

Wenn eine Krankheit das Leben auf den Kopf stellt

Zum Abschluss des Projektes präsentierten Neuntklässler ihre Ergebnisse auf mehreren Stellwänden, die zahlreiche Information rund ums Thema Krebs enthalten und in den nächsten Tagen vor dem Lehrerzimmer einsehbar sind. - Fotos: Brauns-Bömermann

Barnstorf - Von Simone Brauns-Bömermann. „Krebsberatung in der Schule“ lautet der Titel eines Pilotprojektes, das jetzt in der Christian-Hülsmeyer-Schule in Barnstorf zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht worden ist. Das Ergebnis steht nachlesbar für Schüler, Lehrer und Gäste an Stellwänden vor dem Lehrerzimmer. Die Wandzeitung bietet viele gesammelte Informationen auf einen Blick.

Auf Anregung der Krebsberatungsstelle in Barnstorf hatten sich die Schüler der neunten Klassen mit ihren Biologie-Lehrerinnen Sina Wolter und Mareike Brüggemann sowie Diplom-Psychologin Jennifer Hamade eingehend mit dem Thema Krebs auseinander gesetzt. Im Unterricht wurden Lektüren studiert und im Internet recherchiert.

„Da wir gerade das Thema Gesundheit des Menschen in Biologie durchnehmen, passte die Thematik gut“, sagte Wolter. Sie zeigte sich sehr zufrieden mit dem Projekt, das die beiden Klassen 9a-r und 9b-r am Dienstagnachmittag zum Abschluss brachten. Die Neuntklässler präsentierten ihre gemeinsam gestalteten Plakate, die mit vielen Informationen von der Entstehung von Krebserkrankungen bis zu Heilungschancen gespickt sind.

Was ist Krebs und welche Formen kennt man? Welche Therapiearten gibt es? Mit solchen Fragen hatten sich die Schüler in Gruppenarbeit in den zurückliegenden Wochen eingehend befasst. Dabei kamen auch begleitende Maßnahmen und allgemeine Fakten zur Sprache. Die Rückmeldung sei sehr positiv gewesen, berichtete die Mitarbeiterin der Krebsberatungsstelle. „Die Schüler waren sehr offen mir gegenüber, fragten viel nach und erzählten von persönlichen Erlebnissen“, so Hamade.

Diplom-Psychologin Jennifer Hamade informierte über Krebserkrankungen und Heilungschancen.

Dass die Diagnose Krebs nicht nur das Leben der Betroffenen, sondern aller Familienangehörigen ändert, erfuhren die Schüler bei ihrer Recherche. Aber sie stellten auch fest, wie hilfreich es sein kann, wenn Fakten bekannt sind, damit erkrankte Menschen und deren Bezugspersonen mit der Diagnose Krebs sachlicher umgehen können. Manche statistische Zahl, die im Unterricht ans Tageslicht gebracht wurde, erschreckte trotzdem: Von 500.000 Menschen in Deutschland, die jedes Jahr neu an Krebs erkranken, würden 224.000 sterben. Besser stünden die Chancen bei Betroffenen in jugendlichem Alter: Hier überlebten 80 Prozent die lebensbedrohende Krankheit.

Viele Begriffe der unterschiedlichen Therapieformen erschienen den Schülern eingangs noch unverständlich, wurden aber bei der Auseinandersetzung mit dem Thema besser greifbar. Was den Neuntklässlern am Projekt am meisten gefiel, brachten Tim Strümpler, Lukas Reckmann und Malte Haar auf einen Nenner: „Wir haben gelernt, was an Informationen wichtig ist und was nicht, beim Suchen der Antworten auf spezielle Fragen zum Thema Krebs“.

Dafür hatten die Schüler auf Arbeitsblätter und das Internet zurückgegriffen, die Informationen nach Relevanz sortiert und Angst schürende Meldungen bewusst ausgeklammert. Julia Redler und Swantje Kunst fanden die Vorgehensweise gut: „Wir durften frei arbeiten und gestalten, haben uns Wichtiges markiert, Unwichtiges weggelassen und so das Plakat für die Wandzeitung erstellt“.

In der abschließenden Besprechung am Dienstag wies Hamade die Schüler auf einen speziellen Ratgeber für Jugendliche hin, deren Eltern oder Angehörige an Krebs erkrankt sind. Darüber hinaus gebe es Live-Chats oder Foren im Internet, wo sich Interessierte auch ganz anonym melden könnten. Bei den unzähligen Informationen im Netz sei jedoch Vorsicht gebeten, warnte die Psychologin: „Das ist oft sehr verwirrend. Ein persönliches Gespräch hilft in der Regel mehr.“ Direkte Ansprechpartner gibt es in der Krebsberatungsstelle an der Dr.-Rudolf-Dunger-Straße in Barnstorf.

Hamades Fazit nach der Premiere in der Christian-Hülsmeyer-Schule fällt positiv aus: „Gerne komme ich wieder, das Projekt ist sehr gelungen und hilfreich. Der Besuch in anderen Schule könnte angedacht werden.“ Ob solche Angebote für junge Menschen umsetzbar sind, hängt allerdings auch von den personellen Möglichkeiten der Krebsberatungsstelle in Barnstorf ab. Noch finanziert die Deutsche Krebshilfe den größten Teil der Kosten, doch sie hat angekündigt, die Förderung der Einrichtung zum Jahresende einzustellen.

Mehr zum Thema:

90. Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Heesen

90. Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Heesen

Kulturfest des Waldorfkindergartens Scheeßel

Kulturfest des Waldorfkindergartens Scheeßel

Wie werde ich Kirchenmaler/in?

Wie werde ich Kirchenmaler/in?

Proklamation beim Schützenfest in Aschen

Proklamation beim Schützenfest in Aschen

Meistgelesene Artikel

Motorradfahrer erliegt schweren Verletzungen nach Auffahrunfall

Motorradfahrer erliegt schweren Verletzungen nach Auffahrunfall

„Piazzetta wird immer mehr Bassum“

„Piazzetta wird immer mehr Bassum“

Siebte Auflage der Piazzetta in Bassum bei bestem Wetter

Siebte Auflage der Piazzetta in Bassum bei bestem Wetter

Seit Wochen Ebbe im eigenen Postkasten

Seit Wochen Ebbe im eigenen Postkasten

Kommentare