Aus der Heimarbeit zum Kleinunternehmen

Wenke Franz aus Barnstorf: Ihr Weg vom Einzelhandel in die Selbstständigkeit

Wenke Franz bedient den Gabelstapler. Sieben ihrer Mitarbeiterinnen haben den nötigen Schein gemacht.
+
Wenke Franz bedient den Gabelstapler. Sieben ihrer Mitarbeiterinnen haben den nötigen Schein gemacht.

Barnstorf – Aus der Heimarbeit entstand ein Kleinunternehmen mit inzwischen zehn Mitarbeiterinnen. Wie das geht, hat Wenke Franz in den letzten zehn Jahren in Barnstorf erfolgreich gezeigt. Ursprünglich im Einzelhandel tätig suchte die junge Mutter nach der Geburt ihrer zweiten Tochter eine Möglichkeit, um etwas Geld zu verdienen.

„Die Arbeitszeiten im Einzelhandel waren für mich mit zwei Kindern einfach nicht zu realisieren. Daher kamen mein Mann und ich auf die Idee, für die Firma Lubing in Heimarbeit Kleinteile zu verpacken. Das war für mich ideal. Ich konnte mir die Zeit frei einteilen und bei meinen Kindern bleiben.“

Da ihr eine Garage zur Verfügung stand und ihr Kind im Kindergarten war, wollte Wenke Franz gerne etwas mehr machen. Gemeinsam mit ihrem Mann erstellte sie einen Businessplan, den sie der Geschäftsleitung der Firma Lubing vorstellte.

„Von da an ging es ganz schnell. Nachdem alle Genehmigungen für die Nutzung der Garage eingeholt waren, konnte ich meine Firma ,Wenke Franz Dienstleistungen‘ gründen.“

Zunächst nur mit einer Angestellten im sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis montierte Wenke Kunststoffteile für Tränkesysteme und verpackte Zubehör.

Auftragsvolumen ist gestiegen

„Das Auftragsvolumen wurde von Jahr zu Jahr mehr, Entlüftungssysteme für Ställe kamen hinzu, und ich konnte weitere Mitarbeiterinnen einstellen. Allerdings reichte der Platz irgendwann nicht mehr aus und ich war auf der Suche nach einer anderen Lösung“, so Franz.

Da kam der Kontakt zu Stefan Bruns gerade recht. Der Barnstorfer Unternehmer hatte zu der Zeit einen kleinen Hallenabschnitt an der Otto-Hahn-Straße zu vermieten. Wenke Franz zog Ende 2019 mit ihrer Firma dort ein.

„Wegen der günstigen Lage und der kurzen Wege kamen immer mehr Aufträge rein. Und so reichte der Platz erneut nicht mehr aus. Stefan bot mir an, für mich auf dem Gelände eine größere Halle zu bauen, bei der ich bezüglich der Innengestaltung meine Wünsche einfließen lassen konnte. Das war ideal“, sagt die heute 45-jährige Unternehmerin.

Jetzt stehen ihr gute 150 Quadratmeter zur Verfügung und weitere Firmen, wie die Barnstorfer Firma TeHoWu-Terrassensysteme nutzen die Nähe. Außerdem brauche sie selber deshalb keine weiteren Lagerkapazitäten.

Inzwischen zählen zehn Mitarbeiterinnen zu ihrem festen Mitarbeiterstamm. Jetzt in der Terrassensaison, kommen nachmittags noch Schüler, die sich hier ihr Taschengeld aufbessern.

Auf ihre zehn Mitarbeiterinnen und ihren Schwiegervater Helmut Franz ist Unternehmerin Wenke Franz (mitte oben) stolz.

„Ohne meine tollen, ganz zuverlässigen Mitarbeiterinnen, die mich von Anfang an ganz großartig unterstützt haben und mich immer noch in meiner Arbeit bestärken, hätte ich das nicht geschafft“, sagt sie dankbar.

Dafür biete sie den Frauen, einen Arbeitsplatz mit flexiblen Arbeitszeiten. Gerade in der Corona-Zeit mit Homeschooling und Kinderbetreuung von zu Hause sei das wichtig gewesen.

„Leider ist in dieser Zeit das Familiäre, was den Betrieb bis dahin ausgezeichnet hat, etwas auf der Strecke geblieben. Wir konnten nur noch in Kleingruppen arbeiten. Das macht sich bemerkbar, wird aber hoffentlich bald wieder besser“, so die Chefin.

Sie wolle sich auf diesem Wege nicht nur bei ihren Mitarbeiterinnen, sondern auch bei ihrem Schwiegervater Helmut Franz bedanken, der viel Zeit und Arbeit mit in das Unternehmen investiere.

Das zehnjährige Firmenjubiläum am 3. Juni diesen Jahres konnte nur in kleinem Rahmen begangen werden. Dieses werde aber mit einer großen Feier nachgeholt. ko

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

B214-Sperrung nach Unfall: Zwei Personen leicht verletzt

B214-Sperrung nach Unfall: Zwei Personen leicht verletzt

B214-Sperrung nach Unfall: Zwei Personen leicht verletzt
Abschied vom „Café in Sulingen“ nach 32 Jahren

Abschied vom „Café in Sulingen“ nach 32 Jahren

Abschied vom „Café in Sulingen“ nach 32 Jahren
Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln

Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln

Reiserückkehrer rausgerechnet: Landkreis Diepholz lockert Corona-Regeln
Baubeginn möglicherweise im Herbst im Sulinger Gewerbegebiet „Vorwerker Heide“

Baubeginn möglicherweise im Herbst im Sulinger Gewerbegebiet „Vorwerker Heide“

Baubeginn möglicherweise im Herbst im Sulinger Gewerbegebiet „Vorwerker Heide“

Kommentare