Projekte fördern interkulturellen Dialog

Welthaus vereint Gäste von drei Kontinenten

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Die Zirkus- und Theatergruppe „Mutotos“ begeisterte das Publikum bei ihrem Gastspiel am Hartensbergsee in Goldenstedt.

Barnstorf - Das Welthaus in Barnstorf macht seinem Namen alle Ehre. In den vergangenen Wochen hat es geplante und auch spontane Begegnungen von Menschen von drei Kontinenten gegeben. Sie betätigten sich in Sprach- und Kulturcamps sowie Zirkusprojekten, die das Miteinander und den Austausch förderten.

Entsprechend positiv fällt die Bilanz von Reinhold Bömer aus, der als Leiter der örtlichen Geschäftsstelle des Vereins Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB) für den konzeptionellen Hintergrund verantwortlich zeichnete.

„Mutotos“ und Zirkus Barbarella mit gemeinsamer Artistiknummer

Der afrikanische Kontinent war durch die „Mutotos“ vertreten. Bei ihrem Gastspiel am Hartensbergsee in Goldenstedt stellte die Zirkus- und Theatergruppe aus dem Kongo ihr Stück „Mutoto anluka“ (Das Kind springt) vor. Jugendliche aus Afghanistan, Syrien und dem Irak vertraten den asiatischen Raum. Sie nahmen an einem Kulturcamp unter dem Motto „Film ab“ teil. Bei der europäischen Vertretung handelte es sich um die Leute des Zirkus Barbarella aus Barnstorf.

Bei ihrem Auftritt bezogen die „Mutotos“ auch die Akrobaten des Zirkus Barbarella ein. Einige von ihnen bewiesen den Mut, in der dritten Etage der menschlichen Pyramiden zu stehen und waren von der Erfahrung in sechs Metern Höhe ganz angetan. Die große Resonanz des Publikums war Belohnung für die Akteure. Mehr als 300 Gäste verfolgten die Vorstellung im Amphitheater.

Filme halten Erfahrungen der Jugendlichen fest

Angetan waren die jungen Leute nicht nur von den gemeinsamen Proben, sondern auch vom Austausch über die Lebenserfahrung in ihren Ländern, sei es der Umgang mit anderen Kulturen oder oft noch stigmatisierten Gruppen wie Homosexuellen. „Auf Einladung der kongolesischen Partner möchte eine Gruppe aus dem Landkreis Diepholz im nächsten Jahr in den Kongo fliegen, um die Kontakte zu vertiefen“, kündigt Bömer an.

Auch die Arbeit des Kulturcamps „Film ab“ mit den Filmkünstlerinnen Milli und Sander traf den Nerv des Publikums. Die Zirkushalle des Welthauses war beim „Filmfestival“ mit fast 100 Menschen gut gefüllt. Die Jugendlichen haben ihre Gedanken in kleine kreative Kurzfilme gegossen. Sie wollen die Beiträge auch am 2. September beim Musikfestival „Cross Culture“ vorstellen.

Gespräch über Liebe und Sexualität - für viele ein großer Schritt

Die Aktionswochen in Goldenstedt, Twistringen und Barnstorf hätten weit mehr als 100 Kinder und Jugendliche motiviert, sich miteinander zu beschäftigen und voneinander zu lernen, sagt Bömer. Das Lernen habe zwar einen strukturierten Rahmen gehabt, aber immer so viel Freiraum geboten, dass kreative Ideen entstehen konnten, wie es zum Beispiel die Filme der jungen Leute gezeigt hätten.

Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht unspektakulär erscheine, so sei es für junge Menschen aus dem arabischen Lebensraum nicht selbstverständlich, über Liebe und Sexualität zu reden. Besonders mutig seien diejenigen, die ihre Gedanken per Film in der Öffentlichkeit zur Diskussion stellen würden, so Bömer. Er ist überzeugt: „Da hat der interkulturelle Dialog begonnen.“

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