Weil sich der Verkehr nicht dreht

Die Politik wünscht sich eine Umgestaltung der Neerstedter Kreuzung. Foto: Schneider

Die Verkehrssicherheit an den Kreuzungen der L 872/K 237 in Aschenstedt sowie in Neerstedt beschäftigt die Politik schon seit einer gefühlten Ewigkeit. Passiert ist trotz vieler Bemühungen bislang eher wenig. Nun hat die SPD-Fraktion den Zug erneut ins Rollen gebracht – und der Bauausschuss ist aufgesprungen.

VON TANJA SCHNEIDER

Neerstedt/Aschenstedt – Am liebsten wäre der Politik ein Kreisverkehr – und zwar sowohl für die Aschenstedter als auch die Neerstedter Kreuzung. In beiden Fällen treffen sich die Landesstraße 872 sowie die Kreisstraße 237. Doch ein Kreisel ist nicht nur teuer, sondern in manchen Fällen auch schwer realisierbar, zum Beispiel wegen Grundbesitzverhältnissen. Vorschläge wie eine Ampelanlage, Geschwindigkeitsreduzierung oder Fahrbahnteiler stießen bei den Genehmigungsbehörden bislang auf wenig Gegenliebe. Über weitere Möglichkeiten der Verkehrssicherung hat sich die Politik in den vergangenen Jahren immer wieder den Kopf zerbrochen. „Ein alter Hut, aber die SPD hat nun neue Ideen“, kündigte der Vorsitzende des Bau-, Straßen- und Verkehrsausschusses, Gernot Kuhlmann (CDU), während der Sitzung am Donnerstag angesichts der Anträge der Sozialdemokraten an. SPD-Fraktionschef Rudi Zingler bremste die Erwartungen: „Neue Vorschläge haben wir nicht. Wir wollen allerdings, dass mögliche Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrssicherheit erneut geprüft werden.“ Mit diesem Anliegen stieß sie sowohl bei den Ausschussmitgliedern als auch bei der Verwaltung auf offene Ohren.

Kreuzung Neerstedt

Im Rahmen der Dorferneuerung 2004/2005 war die Kreuzung L 872/K 237/Kirchweg als vordringliche Maßnahme ermittelt worden. Argumente waren die Verkehrssicherheit, die Nähe zum Ortseingang und die räumliche Gestaltung. Allerdings wurde das Vorhaben als nicht förderfähig abgelehnt, weil die Kreuzung außerhalb der geschlossenen Ortschaft liegt. Zudem hat die Verkehrssicherungskommission des Landkreises Oldenburg sie nicht als Unfallschwerpunkt eingestuft, auch wenn es nach Angaben der Verwaltung in der Vergangenheit immer wieder Unfälle gab. Laut Zingler hat sich die Situation ohnehin verändert. Der Verkehr habe – nicht zuletzt durch die Neubaugebiete – zugenommen. „Mit einem Kreisverkehr würde er besser fließen“, sagte er. Und Kuhlmann ergänzte: „Der Verkehr in den Ort hinein würde zudem abgebremst.“

Mit Blick auf den geplanten Ausbau des Kirchweges, der bereits im März beginnen soll, schlug Bauamtsleiter Uwe Kläner vor, die Verkehrsbehörden von Landkreis und Land, Polizei, Planungsbüro sowie Kreisverwaltung zu einem Ortstermin einzuladen, um grundsätzlich verkehrssichernde Maßnahmen für die Kreuzung zu erörtern. „Wir sollten vor dem Ausbau des Kirchweges wissen, wie realistisch die Chance auf einen Kreisverkehr ist. Nicht, dass wir Geld zum Fenster herausschmeißen“, sagte Kläner. So oder so: Ein Kreisel würde die Gemeindekasse mit einigen hunderttausend Euro belasten. Der Ausschuss sprach sich einstimmig für den Ortstermin aus.

Kreuzung Aschenstedt

„Wenn eh schon alle in Neerstedt sind, kann die Beratungsrunde doch anschließend auch gleich in Aschenstedt aufschlagen“, regte Zingler an. Da es an der Kreuzung aber schon mehrere Ortstermine gab, geht Kläner davon aus, dass eine weitere Besichtigung nicht für notwendig gehalten wird. Die Verwaltung schlägt deshalb vor, die Verkehrssicherungskommission des Landkreises um eine Prüfung der dortigen Situation sowie Lösungsempfehlungen zu bitten. Der Bauausschuss stimmte zu.

Im Zuge eines Pilotprojektes hatte der Landkreis 2015 zusätzliche Stoppschilder und Fahrbahnmarkierungen veranlasst. Die Kosten hatten sich Kreis und Gemeinde geteilt. „Das Unfallgeschehen hat sich seitdem reduziert“, sagte Bürgermeister Ralf Spille. Er riet deshalb, nicht den Kreisverkehr in den Fokus zu rücken, sondern die Bus- beziehungsweise Querungsproblematik. Bekanntlich hält der Bus an der L 872 direkt bei der Kreuzung. Es gibt weder Buseinbuchtung noch eine Querungshilfe – und dass, obwohl so einige Fahrgäste, darunter Schulkinder, auf die andere Seite der Landesstraße wechseln müssen. „Dass da noch nichts passiert ist, grenzt schon fast an ein Wunder“, meinte Zingler.

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