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Tschüss, Maskenpflicht! So sieht Barnstorf die Lockerung

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Von: Jannick Ripking

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Annette Kattau durchkreuzt ein Schild, das zum Tragen einer Maske auffordert, mit einem Klebestreifen
Annette Kattau bereitet sich und ihren Trendstore in Barnstorf auf den Wegfall der Maskenpflicht vor. © Jannick Ripking

Ist es gut oder schlecht, dass in Niedersachsen die Maskenpflicht im öffentlichen Raum weitgehend wegfällt? Gastronomen, Einzelhändler und Apotheker aus Barnstorf sagen ihre Meinung. Für die Kunden gilt zwar „oben ohne“, für die Mitarbeiter aber nicht. Denn Angst bleibt.

Barnstorf – Einzelhandel, Hotelbetrieb oder Apotheke – für alle Bereiche gilt in Niedersachsen: keine Maskenpflicht mehr ab Sonntag, 3. April. Das ruft unterschiedliche Reaktionen hervor – auch in dieser Region. Manche freuen sich auf zurückkehrende Freiheiten, andere sorgen sich um ihre Gesundheit. Die Mediengruppe Kreiszeitung hat sich stichprobenartig bei Geschäften in Barnstorf umgehört.

„Das kann bei uns dann jeder machen, wie er möchte“, sagt Annette Kattau, Chefin des gleichnamigen Trendstores in Barnstorf, über die neuen Corona-Lockerungen. „Ich werde keine Maske mehr tragen“, gibt sie unumwunden zu. Deswegen gibt es in ihrem Laden ab Montag keine Maskenpflicht mehr. „Die Kunden können selbst entscheiden. Es gibt ja keine Vorschrift mehr“, erklärt sie.

Wir wollen keine Zwietracht sähen. Davon gibt es im Moment schon genug auf dieser Welt.

Michael Uhlhorn, Inhaber der Alten Apotheke in Barnstorf

Im Combi-Markt in Barnstorf entfällt die Maskenpflicht. Filialleiterin Stefanie Sander könnte zwar durch das Hausrecht auf das Tragen einer Maske bestehen, „aber wir wollen nicht weiter in die Privatsphäre eingreifen“. Ohnehin sei das für einen Anbieter des täglichen Bedarfs nur schwer umzusetzen. „Am Eingang müsste ein Mitarbeiter stehen und jeden kontrollieren“, erklärt sie.

Das Hotel Roshop hat sich ebenfalls dazu entschieden, nicht von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen. „Wir überlassen den Gästen die Entscheidung“, sagt Co-Geschäftsführer Lars Roshop dazu. „Wir wissen nicht, wie es in anderen Betrieben läuft. Und wenn wir es anders machen, dann gibt es vielleicht Diskussionen. Das wollen wir vermeiden“, erklärt er. Allerdings werde das Hotel die Maskenpflicht in eine Maskenempfehlung umwandeln. „Wir geben die Bitte an unsere Gäste heraus, weiter eine Maske zu tragen“, sagt Lars Roshop.

Aus Pflicht wird Empfehlung

Ähnlich macht es die Alte Apotheke in Barnstorf. „Wir möchten gerne, dass die Leute, die bei uns reinkommen, weiter eine Maske tragen“, sagt Inhaber Michael Uhlhorn. Denn: „Das Virus kann man ja nicht einfach so wegbestimmen.“ Er schiebt allerdings ein Aber hinterher: „Wir können die Leute nicht zwingen, weiter eine Maske zu tragen – nur theoretisch.“ Auch er spielt auf das Hausrecht an, das die Alte Apotheke nicht anwenden werde. „Aber wir wollen keine Zwietracht sähen. Davon gibt es im Moment schon genug auf dieser Welt“, sagt er.

Eines gilt bei den meisten Geschäften und Betrieben: die Mitarbeiter werden – trotz Wegfall der Pflicht – weiter eine Maske tragen. Lars Roshop berichtet: „Das machen wir in beidseitigem Interesse, um sicherzugehen, dass nicht direkt die halbe Belegschaft krank ausfällt.“ Die Combi-Filialleiterin meint: „Wir tragen weiter eine FFP2-Maske, da sind wir uns alle einig.“ Das diene dem Schutz der Kunden und des Personals vor dem Virus. Auch alle Mitarbeiter bei Kattaus Trendstore und der Alten Apotheke seien bereit, weiter eine Maske aufzusetzen.

Ob die Kunden oder Gäste trotz des Endes der Pflicht freiwillig eine Maske tragen werden, sei für alle schwer zu beantworten. Stefanie Sander sagt: „Wir haben schon viel gehört, aber es klingt fast so, dass die meisten Kunden auch weiterhin eine Maske tragen werden.“ Sie selbst werde das als Kundin eines Ladens auf jeden Fall beibehalten: „Ich fühle mich mit Maske einfach sicherer.“

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