Wechselhaftes Wetter beeinflusst Krammarkt / Herter: „Ich höre auf“

„Schaufenster Barnstorf“: Leben statt Regen

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Mal Sonnenschein, mal Regen: Als gefragter Begleiter erwies sich gestern Nachmittag der Regenschirm.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Nein, einen Besucherrekord dürfte die 241. Ausgabe des Barnstorfer Krammarktes nicht aufgestellt haben. Dafür war gestern Nachmittag etwas zu viel Luft in den Einkaufsstraßen und den Gassen rund ums Rathaus. Woran es gelegen haben könnte, zeigte ein Blick gen Himmel oder auf die Regenschirme, die viele Besucher unterm Arm und zeitweise auch über dem Kopf trugen.

„Das ist ein Mistwetter“, meinten die Eheleute Fenne aus Sulingen. Das Paar wollte eigentlich mit dem Fahrrad nach Barnstorf kommen, stieg dann aber aufs Auto um. Aufgrund der Regenschauer fiel der Besuch dann auch etwas kürzer aus als in den Vorjahren. Im Gegensatz zu den Sulingern waren andere Stammgäste am Sonntag vermutlich ganz zuhause geblieben. Am Freitag und Sonnabend war der Besuch ebenfalls etwas durchwachsen, aber durchaus auf Vorjahresniveau gewesen.

Ein Anreiz wurde zum Abschluss des Volksfestes mit dem verkaufsoffenen Sonntag geboten. Die ersten Kunden betraten bereits kurz nach Mittag die Läden. Wer das Sporthaus aufsuchte, konnte den Einkaufsbummel gleich mit dem Weinfest verbinden, das wenige Schritte entfernt vor dem Refugium stattfand. Aber Vorsicht: Die Bahnhofstraße war bedauerlicherweise nicht gesperrt. Da mussten die Fußgänger aufpassen, dass sie nicht unter die Räder kommen.

Im „Schaufenster Barnstorf“, so der neue Titel des Ausstellungszeltes auf dem Marktplatz, ging es recht munter zu. Hier herrschte Leben statt Regen. Das lag nicht nur an den Kammmolchen und Posthornschnecken, die ihren Teich im Barnstorfer Umwelt-Erlebnis-Zentrum verlassen hatten und sich nun in einem Aquarium tummelten. Auch an anderen Ständen herrschte reges Treiben. Die Tischtennis-Damen des TSV Cornau spielten sich die Bälle auf einer Mini-Platte zu, der Treffpunkt Kultur lud mit Pinsel und Tusche zum kreativen Klecks-Kritzel-Spaß ein und am Stand des Raiffeisen-Marktes war Treffsicherheit gefragt.

Es waren vor allem die Vereine und Institutionen, die sich ins Rampenlicht schoben. Am Stand des Heimatvereins Samtgemeinde Barnstorf, der schon seit vielen Jahren im Gewerbezelt präsent ist, wurde altes Silberhochzeitsgeschirr aus dem Bestand von Herbert Berner aus Barnstorf gezeigt. Es war ein kleiner Vorgeschmack auf das, was die Besucher ab 11. Oktober im Meyer-Köster-Haus erwartet. „Wir haben vor, altes Porzellan auszustellen“, kündigte Vorstandsmitglied Jürgen Ciglasch an.

Barnstorfer Krammarkt

Die Zahl der Gewerbetreibenden war noch geringer als in den Vorjahren. Der Malereibetrieb Schmale gehörte zu den wenigen Ausstellern, die die Fahne für die heimische Wirtschaft hoch hielten. Dieter Brandt hatte ebenfalls seine „Antennen“ ausgefahren. Um Aufmerksamkeit zu wecken, schraubte der Radio- und Fernsehtechnikermeister aus Barnstorf einfach mal die Rückwand eines LCD-Fernsehern ab. Da staunte der Laie, wie komprimiert die moderne Technik daher kommt. Kein Vergleich zu den alten, schweren Röhrenkästen.

Jörg Oelmann hatte mit einem zehn Quadratmeter großen Floß im Zelt „angelegt“. Es biete locker Platz für vier Personen, berichtete der Inhaber der Kanustation Huntetal. Da zeigte auch die Familie Bruns aus Barnstorf Interesse. Vielleicht sprang bei einem Quiz sogar eine kostenlose Tour heraus. Vier Stunden lang die Hunte abwärts paddeln, dabei jede Menge Spaß haben und beim Auf- und Abbau das Gemeinschaftsgefühl stärken: Schlecht wäre es nicht für die Flusspiraten.

Wer sich lieber auf Straßen statt Flüssen vorwärts bewegt, fand in der Autoschau rund ums Ausstellungszelt einige Anregungen. Vier Autohäuser waren mit zahlreichen Neu- und Gebrauchtwagen vertreten. Darunter befanden sich auch einige Überraschungen. Wer hätte vorher gedacht, dass der kleine, rote Fiesta einen 182 PS starken Verbrennungsmotor unter der Haube hat? Von Elektroantrieben war hingegen kaum etwas zu sehen. „Das wird die Zukunft werden, aber die Reichweiten sind noch zu gering“, meinte Wilhelm Rodenbeck vom Autohaus Kording.

Marktmeister Horst Herter drehte immer wieder seine Runden über den Vergnügungsmarkt, der mit Imbiss- und Getränkeständen sowie mehreren Karussells die ganze Familie ansprach. Ein Fahrgeschäft hatte zwar kurzfristig abgesagt, die Lücke konnte der Organisator aber mit drei zunächst nicht eingeplanten Beschickern stopfen. Solche Improvisationen sind nichts Neues für Herter, der sich schon seit vielen Jahren um den Aufbau kümmert. Der 241. Krammarkt sollte aus persönlichen Grunden jedoch sein letzter Einsatz sein. „Ich höre auf“, verkündete Herter. Im nächsten Jahr lässt er es entspannt angehen – wie die Besucher.

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