Wandern und genießen

Auf der Reise zur Sonne - mit Märchenerzählerin Brigitte Sackmaier

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Den Imbiss hat Märchenerzählerin Brigitte Sackmaier immer selbst zubereitet und im Bollerwagen dabei.

Barnstorf - Der Naturpark Münden hat eine eigene Broschüre mit Titel „Märchen und Natur erleben“. Barnstorf kann da locker mithalten: Mit Brigitte Sackmaier hat der Hunteflecken seit einigen Jahren seine „eigene“ Märchenerzählerin in der Natur. Am Muttertags-Sonntag startete wieder eine Trilogie ihrer Märchenwanderung rund um Barnstorf. Dieses Mal unter dem Motto „Mit Märchen auf die Reise zur Sonne“.

Zur zweieinhalb-stündigen Wanderung mit Stopps zum Lauschen der Märchen aus aller Welt trafen sich dieses Mal nur acht Gäste. Sie kamen aus Barnstorf, Diepholz, Barenburg und Kassel. Blieb dafür mehr vom Imbiss für die Zuhörer, den Brigitte Sackmaier immer im Bollerwagen dabeihat und der Inhalt immer selbst zubereitet ist.

Die Wanderung führte vom Parkplatz der Sporthalle am Sundering entlang der Hunte, an den Walsener Teichen vorbei, durchs Dickicht am Walsen und zurück Richtung Start. Und als wenn die Sonne es vernahm, schien sie den gesamten späten Nachmittag und begleitete die Wandertruppe.

Die Märchen, die die passionierte Märchenfrau Sackmaier heraussucht und auswendig wunderbar in einer verwunschenen Sprache erzählt, sind meist weise, mit Lerneffekt („Moral von der Geschicht“) und sie ziehen in ihren Bann. Die Orte, die zu der jeweils gewählten Mär passen, findet die Barnstorferin rund um den Flecken.

Märchen stammen aus der Zeit, als der Mensch sich noch eng mit seiner Umwelt verbunden fühlte, sich als Teil der Natur begriff.

Sie spiegeln also meist ein Stück der Natur- und Lebensanschauung wider.

Oft erzählen sie von dem Aufbrechen in den Wald oder die ganze Welt. Die Helden treffen dort Tiere, Pflanze und Fabelwesen. Brigitte Sackmaier weiß, dass ein Märchen in der Natur erzählt viel mehr Sinne anspricht, als nur das Ohr.

Am Sonntag sangen Vögel, ratterten die Reifen der Fahrräder, die Paddel der ersten Kanuten platschten im Wasser und sogar Quadfahrer brummten um die Wette. Die Angler an den Walsener Teichen suchten eher die absolute Ruhe in der idyllischen Umgebung.

Der Start der Wanderung war knapp und mit drei Strophen erzählt. Das Gedicht von Christian Morgenstern „Die Beichte des Wurms“. Das zweite Märchen aus Tschechien „Die Reise zur Sonne“ teilte Sackmaier auf zwei Erzählorte auf. Es bündelt die Elemente „Arm trifft Reich“, „Rätselfragen mit Belohnung“, „ein Königreich“ und „Kleider machen Leute“. Hier das Sonnenkleid des armen Küchenjungen, der am Schluss doch die Prinzessin bekommt. Da folgte die Sonne aus Westen dem Wandertrupp im Rücken. Am Picknickplatz an den Walsener Teichen scheint sie noch recht senkrecht und wärmt zum Imbiss mit Dinkelbrot und Ziegenfrischkäse mit Bärlauch. „Deine Zuhörer wollen gar nicht mehr hoch“, konstatiert Ehemann Kurt Sackmaier, der jede Wanderung treu begleitet. Auf den Bänken lauschen die Acht einem irischen Märchen aus dem Mittelalter, das sich mit Stellvertretern für die Welt, den Tod und die Jugend beschäftigt. Die Welt ist ein starker Hammel, die Katze der Tod und das Mädchen die Jugend, die Parabel die Textsorte.

Mit Blick auf die idyllische Insel mit Gänsen in einem der Teiche bleibt die Gruppe stehen, um ein jüdisches Märchen zu hören. Vater König schickt drei Söhne aus auf eine paradiesische Insel, um ihr Verhalten zu analysieren. Einer stirbt schon auf der Insel an Unersättlichkeit, der zweite hortet Schätze und altert vorzeitig schnell, der dritte denkt und genießt. Er wird Herrscher über das Königreich, er hatte erkannt, in welchem Paradies er leben darf, ohne verschwenderisch zu sein. In Märchen Nummer vier, lernen die Zuhörer überliefert aus Äthiopien/Afrika, dass Liebe Zeit braucht und keinen Liebestrank.

Die Wanderungen von Sackmaier haben immer Mehrfacheffekt: Genussvolles Entspannen in der Natur, neue Weisheit und Esprit, da aus aller Welt.

Weitere Touren:

Am 19. und 30. Mai (Christi Himmeltag/Vatertag) plant Brigitte Sackmaier zwei weitere Auflagen jeweils im 17 Uhr. Anmeldungen: Telefon 05442/3661, E-Mail: brigitte.sackmaier@gmx.de

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