Vorerst keine Förderung für Neubau

Macht eine Sanierung der Sorthalle Sinn?

+
Die Sporthalle Sundering wird möglicherweise gutachterlich unter die Lupe genommen, um zu ermitteln, ob eine Sanierung wirtschaftlich wäre. Dafür zeichnete sich eine Mehrheit bei der Ratssitzung ab.

Barnstorf – Der Gedanke war charmant: Eine neue Sporthalle im Barnstorfer Schulzentrum in direkter Nachbarschaft der Vereinssporthalle als Ersatzbau der Sporthalle Sundering und das alles mit Förderung des Bundes. Doch daraus wurde bekanntlich nichts, das entsprechende Förderprogramm des Bundes war 13-fach überzeichnet, Barnstorf kam nicht zum Zuge. Doch das Thema Sporthalle ist deshalb nicht vom Tisch, jetzt stand sie auf der Tagesordnung bei der Samtgemeinderatssitzung. Barnstorf habe für alle Kriterien die Voraussetzungen erfüllt, fasste Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers die Bewerbung nochmals zusammen, sei aber leider nicht berücksichtigt worden.

Als „unglücklich“ bezeichnete Lübbers, dass zur Beantragung der Fördermittel ein öffentlicher Ratsbeschluss gefordert war. Damit seien „Begehrlichkeiten“ geweckt worden und mancher habe in Barnstorf schon gesagt, „dass nun die Sporthalle abgerissen wird“. Aber bis dahin ist es offenbar noch ein weiter Weg.

Denkbar wäre nun jedoch noch ein anderes Verfahren: Eine Sanierung der Sporthalle Sundering mit einer Förderung des Landes. Nach Angaben der Verwaltung fördert das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport bis zum Jahr 2022 die Sanierung kommunaler und vereinseigener Sportstätten mit zusätzlichen 100 Millionen Euro. Schwerpunkt der Förderung ist unter anderem die Sanierung von multifunktionalen Sporthallen. In Fällen, bei denen eine Sanierung nicht wirtschaftlich wäre, sei gemäß der Richtlinie grundsätzlich auch die Förderung eines Ersatzbaus in vergleichbarer Größe möglich. Entscheidungskriterien sind demnach insbesondere das Alter und die Auslastung der Sportstätte, eine Verbesserung des energetischen Zustandes sowie eine regional ausgewogene Verteilung der Fördergelder. Die Zuwendung des Landes wird in Höhe von 40 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben gewährt und soll jeweils mindestens 50.000 Euro betragen. Entschieden wird über die Vergabe der Mittel für 2019 auf der Grundlage der bis zum 31. Mai 2019 vorliegenden Anträge. Für die Jahre ab 2020 sind die Anträge bis zum 31. März des jeweils laufenden Jahres vorzulegen.

„Wir müssten zunächst mit einem Gutachten überprüfen, inwieweit eine Sanierung der Sporthalle wirtschaftlich ist“, sagte Lübbers. Darin sind die tatsächlichen Mängel insbesondere hinsichtlich des Untergrundes und der energetischen Ausrichtung festzuhalten.

„Ich glaube, dass die Halle sanierungsfähig ist“, sagte Ludolf Roshop (CDU) in der Debatte, der allerdings auch vorschlug, sich weiterhin um Fördergelder zu bemühen und ein Gutachten „für den Tag X“ zu erstellen, wenn es denn mit der Sanierung konkret wird.

Grünen-Ratsherr Klaus Schmelz hingegen hatte keine große Hoffnung, „dass das groß saniert werden kann“. Ebenso wie Alexander Grimm (SPD): „Wir haben Zweifel daran, dass das noch zu sanieren ist. Wir haben den Bedarf, wir brauchen die Halle und der Tag, an dem man sie nicht mehr nutzen kann, kommt vielleicht schneller, als man denkt.“

Henning Hagedorn von der Wählergemeinschaft warnte unterdessen davor, sich „zu viele Baustellen“ ans Bein zu binden. „Wir brauchen ein fachlich fundiertes Gutachten, sonst kommen wir nicht weiter“, sagte FDP-Vertreter Reinhard Börger. Alles andere sei Kaffeesatzleserei.

Jetzt ist zunächst die Verwaltung am Zug. Lübbers: „Wir werden die Kosten für ein solches Gutachten ermitteln und dann muss die Politik entscheiden, ob die Mittel für ein Sanierungsgutachten bereitgestellt werden.“

Vielfach überzeichnet: Der Rat der Samtgemeinde Barnstorf hat im August 2018 beschlossen, einen Antrag auf Bau einer Ersatzsporthalle für die Sporthalle Sundering aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ zu stellen. Die Halle sollte an die Vereinssporthalle des Fleckens angebaut werden.

Anfang April teilte der Projektträger im Auftrag des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) mit, dass insgesamt rund 1 300 Interessenbekundungen eingegangen sind. Damit ist die aktuelle Förderrunde 13-fach überzeichnet.

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages beschloss die Förderung von 186 kommunalen Projekten. Der Antrag der Samtgemeinde Barnstorf wurde dabei nicht berücksichtigt.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Liberal oder konservativ? Kanada-Wahl könnte knapp ausgehen

Liberal oder konservativ? Kanada-Wahl könnte knapp ausgehen

Kramp-Karrenbauer für internationale Syrien-Sicherheitszone

Kramp-Karrenbauer für internationale Syrien-Sicherheitszone

„Wenn man sie vorne nicht macht, bekommt man sie hinten rein“: Die Netzreaktionen zur Partie #SVWBSC

„Wenn man sie vorne nicht macht, bekommt man sie hinten rein“: Die Netzreaktionen zur Partie #SVWBSC

Wer hat wie benotet? Die Werder-Noten gegen Hertha BSC im Vergleich

Wer hat wie benotet? Die Werder-Noten gegen Hertha BSC im Vergleich

Meistgelesene Artikel

Frisch vom Baum zur Bassumer Tafel

Frisch vom Baum zur Bassumer Tafel

Gegen das Wort „Selbstmörder“

Gegen das Wort „Selbstmörder“

Bunte Schirme bestimmen das Bild

Bunte Schirme bestimmen das Bild

K-Scheune fördert kulturelles Leben

K-Scheune fördert kulturelles Leben

Kommentare