Warmer Winter gefährdet Bienen

Vorbereitung der Bienenvölker: Barnstorfer Imker geben Einblicke in das Hobby

Die Barnstorfer Hobbyimker Viktor und Alexander Treiber (von links) hoffen auf einen kalten Winter.
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Die Barnstorfer Hobbyimker Viktor und Alexander Treiber (von links) hoffen auf einen kalten Winter.

Barnstorf – Im Winter ruht das Hobby des Imkers weitgehend, doch die Vorbereitungen für die neue Saison müssen sorgfältig gemacht werden. Unter anderem die relativ milden Temperaturen machen den Bienenzüchtern dabei das Leben schwer und gefährden die Tiere.

Der seit zwölf Jahren aktive Imker Viktor Treiber mit seinem Sohn Alexander erklären, worauf es bei der Bienenzucht in dieser Jahreszeit ankommt.

„Nach dem zweiten Schleudern im August beginnen wir mit den Vorbereitungen für den Winter“, berichtet der 40-jährige Alexander Treiber. Die 16 Völker der Barnstorfer Hobbyimker müssen aufwendig versorgt werden, damit sie es unbeschadet durch den Winter schaffen.

„Wir behandeln die Bienen mit Ameisensäure, damit sich die Varroa-Milben im Bienenstock nicht verbreiten“, erklärt Vater Viktor.

Gefahr durch Verroa-Milben

Die Varroa-Milbe ist ein rund ein Millimeter großer Parasit, der an den Honigbienen lebt. Sie vermehren sich in der verdeckelten Brut des Bienenvolks und bringen Bakterien und Viren mit sich. Gerade im Winter, wenn sich das Volk in den Bienenstock zurückzieht und sich zu einer Traube zusammenfindet, ist die Verbreitung der Varroa-Milben besonders gefährlich.

Die Temperatur wird konstant bei 36 Grad gehalten. „Wenn der Winter, wie in den letzten Jahren, nicht besonders kalt ist, brütet die Bienenkönigin weiter. Bei den warmen Temperaturen sitzen die Bienen zudem lockerer“, so der 60-jährige Imker. Schlecht behandelte Völker können vollständig verloren gehen.

Höherer Energieverbrauch

Einen weiteren negativen Effekt haben die hohen Temperaturen zusätzlich: „Bei Temperaturen um die acht Grad werden die Bienen auch im Winter aktiv und fliegen aus. dadurch verbrauchen sie Energie und benötigen mehr Futter, um es über den Winter zu schaffen. Denn draußen finden sie nichts mehr“, sagt Alexander Treiber.

Mit süßem Sirup oder auch Zuckerwasser werden die Bienenvölker den Winter über ernährt. Im Frühling müssen die Treibers aufpassen, dass den Völkern das Futter nicht ausgeht. Dabei kann auch Futterteig eingesetzt werden, erklärt der Sohn. Die Nahrung für die Bienen kann gekauft oder selbst gemacht werden.

Die 16 Bienenkästen des Barnstorfers werden über die kalte Jahreszeit nicht weggestellt. Jedoch präpariert er diese zusammen mit seinem Sohn.

Die Honigzargen im Inneren der Kästen werden abgebaut, so dass nur noch eine Futterzarge bleibt. In dieser speichern die Bienen Nahrung und fressen sich durch den Winter.

Die Hauptsaison für den Honig

„Es gibt im Jahr zwei Schleuderperioden, in denen wir Honig gewinnen“, so Alexander Treiber. Die erste beginnt nach der Raps- und Obstbaumblüte im Frühjahr. Die zweite jährliche Periode fängt nach der Akazien- und Lindenblüte im Sommer an. Im Schnitt erhalten die Treibers im Jahr 45 Kilo Honig pro Bienenvolk.

Dieses Jahr sei ein gutes Jahr gewesen, was die Menge des geernteten Honigs angeht, berichtet der 60-jährige Bienenzüchter.

Nun hoffen die Barnstorfer Viktor und Alexander Treiber, dass die Temperaturen den Winter über gering bleiben, damit ihre Bienen die kalte Jahreszeit unbeschadet überstehen.

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