„Sehr spannungsreiches Jahr mit großen Gegensätzen“

Volksbank Diepholz-Barnstorf legt Bilanz 2016 vor

Volles Haus gestern Abend bei der Generalversammlung der Volksbank Diepholz-Barnstorf: Die Vorstände Jürgen Düver (l.) und Heinrich Gödke präsentierten die Bilanz 2016. - Foto: Speckmann

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Die deutsche Wirtschaft befindet sich auf Wachstumskurs, doch auf den Finanzmärkten gibt es weiter Unsicherheiten. Das bekommen auch kleinere Kreditinstitute wie die Volksbank Diepholz-Barnstorf zu spüren, wie ein Blick in den Geschäftsbericht 2016 zeigt. Da ist die Rede von einem „sehr spannungsreichen Jahr mit großen Gegensätzen“.

Einige Auszüge des umfangreichen Zahlenwerks wurden gestern Abend bei der Generalversammlung in Barnstorf vorgestellt. Fast 300 Mitglieder und Gäste füllten den Saal des Gasthauses „Schröders“. Am Vorstandstisch: Heinrich Gödke und Jürgen Düver. Sie zeichneten ein gemischtes Bild des Geschäftsjahres 2016.

Einerseits konnte die Volksbank ordentliche Entwicklungszahlen des Kundenvolumens, insbesondere im Kreditgeschäft und bei den Einlagen, vorweisen. Andererseits hatte die seit mittlerweile neun Jahren andauernde Niedrigzinsphase auch weiterhin Spuren auf der Ertragsseite des genossenschaftlich organisierten Kreditinstituts hinterlassen. „Zusammenfassend haben wir in 2016 ein zufriedenstellendes Geschäftsergebnis erzielt“, bilanzierte der Vorstand.

Der Wachstumskurs der deutschen Wirtschaft hatte offenbar auch die Nachfrage im Kreditgeschäft belebt. Die Kundenforderungen der Volksbank Diepholz-Barnstorf stiegen um 7,6 Prozent auf 172,5 Millionen Euro. Diese Entwicklung resultierte aus einem starken Anstieg der Darlehensforderungen für langfristige Investitionen in den Bereichen Landwirtschaft, Gewerbe und Baufinanzierung. In diesem Zusammenhang machte Gödke noch einmal deutlich, dass die Finanzierungswünsche der Kunden stets befriedigt würden: „Eine Kreditklemme gibt es bei uns nicht!“

„Die positive Entwicklung der Kundeneinlagen spiegelt erneut das große Vertrauen unserer Kunden in unsere Leistungen und Produkte wider“, hielt der Vorstand in seinem Geschäftsbericht fest. Die Gesamteinlagen erhöhten sich um 10,6 auf 205,7 Millionen Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 5,4 Prozent.

Eine beruhigende Nachricht gab es auf die eingangs geäußerten Bedenken von Friedrich Iven. Barnstorfs stellvertretender Samtgemeindebürgermeister hatte in seinem Grußwort festgestellt, dass das Geld auf dem Konto heutzutage weniger werde, obwohl man nichts ausgebe. Eine Anspielung auf in einigen Häusern zum Teil schon praktizierte Strafzinsen, denen Gödke aber eine klare Absage erteilte: „Wir planen keine Negativ-Verzinsung auf Einlagen unserer Kunden!“

Der Vorstand zeigte sich mit dem Anstieg der Eigenkapitalquote auf 24,5 Millionen Euro durchaus zufrieden. Die Bilanzsumme kletterte um 11,8 auf rund 273,6 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 4,5 Prozent. Der Bilanzgewinn beläuft sich auf gut 313.000 Euro. Der Jahresüberschuss beträgt fast 580 000 Euro. In Übereinstimmung mit Vorstand und Aufsichtsrat hat die Versammlung gestern Abend beschlossen, dass der Großteil in die Rücklagen fließen soll. Die Dividende für die Mitglieder beläuft sich auf vier Prozent und liegt damit deutlich niedriger als in Spitzenzeiten. Früher wurden bis zu acht Prozent ausgeschüttet.

Nach der Vorstellung des umfangreichen Zahlenwerks lenkte der Vorstand den Blick in die Zukunft. Bei unverändert hartem Wettbewerb im Kundengeschäft sieht sich das Haus mit seinem genossenschaftlichen Geschäftsmodell gut aufgestellt: „Wir erwarten für das laufende und das darauf folgende Geschäftsjahr ein moderates Wachstum mit zufriedenstellender Ertragslage.“

Um für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet zu sein, strebt die Volksbank Diepholz-Barnstorf eine Fusion mit der Volksbank Sulingen zum 1. Januar 2018 an. Ihre Pläne hatten die Verantwortlichen bereits im April dieses Jahres öffentlich mitgeteilt. Gestern Abend gab es dazu einen aktuellen Sachstand. Wir werden noch näher über den Verlauf der Versammlung berichten.

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