Auswirkungen

Geflügelpest stellt Schierholzer Wiesenei vor Probleme - Schlachterei Menge nicht betroffen

Sie dürfen auch weiterhin Eier vermarkten: Friederike Schierholz und ihr Mann Alexander Schierholz-Prilop müssen beim Transport Hygienevorschriften befolgen.
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Sie dürfen auch weiterhin Eier vermarkten: Friederike Schierholz und ihr Mann Alexander Schierholz-Prilop müssen beim Transport Hygienevorschriften befolgen.

Barnstorf – Die Geflügelpest grassiert in Teilen des Landkreises Vechta. Die Diepholzer Kreisverwaltung ruft daraufhin eine Schutz- und Überwachungszone für Teile des Landkreises aus. Betroffen sind unter anderem Gebiete der Samtgemeinde Barnstorf. So fallen der Legehennenbetrieb Hof Schierholz sowie die Geflügelschlachterei Menge in die Restriktionszonen.

Der familiengeführte Legehennenbetrieb im Wohlstrecker Ortsteil Schierholz darf seine Eier auch weiterhin vermarkten. „Wir haben eine Ausnahmegenehmigung vom Veterinäramt erhalten“, sagt Friederike Schierholz und betont, dass sie die Institution des Landkreises als „bemüht und hilfsbereit“ erlebt habe.

Verschärfte Hygienemaßnahmen

Die Familie muss allerdings verschärfte Hygienemaßnahmen einhalten. Das Transportfahrzeug muss die 36-Jährige mit ihrem Mann Alexander Schierholz-Prilop nun noch öfter reinigen und desinfizieren. Außerdem dürfen sie die Eier nur in Einwegverpackungen liefern. Friederike Schierholz: „Das ist für uns halbwegs unproblematisch, da unsere Eierpappen ohnehin Einwegverpackungen sind.“

Trotz der Stallpflicht der Tiere dürfen die Eier unter der Bezeichnung „Freilandhaltung“ verkauft werden. Es bestehe eine Schonfrist von 16 Wochen.

Die eigentliche Herausforderung für den Legehennenbetrieb ist eine andere: In den Schutz- und Überwachungszonen dürfen keine Lebendtiere transportiert werden. Zu Weihnachten haben Friederike und ihr Mann Alexander 1 500 ihrer insgesamt 4 500 Hennen schlachten lassen. Somit steht einer von drei Ställen leer. Nun brauchen sie neue Hühner.

Aufzüchter müssen Hennenlieferungen hinauszögern

Eine Genehmigung für die Lieferung von lebenden Tieren zu erhalten, gestalte sich schwierig. „Wir wollten eigentlich am 10. Januar einstallen. Diesen Termin versuchen wir aufgrund der Einschränkungen in Absprache mit dem Aufzüchter jetzt zu verschieben“, erklärt die Schierholzerin bereits mit besorgtem Blick auf das kommende Ostergeschäft.

„Besonders unseren Aufzüchter stellt das vor Herausforderungen. Er muss viele Hennenlieferungen hinauszögern. Wir sind ja nicht die einzigen Kunden, die diese Einschränkungen haben“, sagt Alexander Schierholz-Prilop.

Die Junghennen wachsen beim Aufzüchter weiter und fangen im ungünstigsten Fall dort an Eier zu legen.

Im Alter von 18 Wochen kommen die Tiere eigentlich zu Familie Schierholz. „Eine oder zwei Wochen später wäre auch noch okay, aber nicht mehrere Wochen“, so der Betriebsleiter.

„Wir haben das Glück, dass wir unsere Eier selbst vermarkten“

Wirtschaftliche Folgen haben die Beschränkungen durch die Vogelgrippe für die Familie Schierholz bislang keine. „Wir haben das Glück, dass wir unsere Eier selbst vermarkten und uns die Kunden und Supermärkte auch schon in der vergangenen Stallpflichtsaison die Treue gehalten haben“, sagt die 36-Jährige.

Im Fall der Geflügelschlachterei Menge sei es laut dem Geschäftsführer Dietrich Menge zu einer rechtlichen Prüfung gekommen. Das Barnstorfer Unternehmen befindet sich in der von der Kreisverwaltung ausgerufenen Schutzzone, ist aber von keinen Einschränkungen betroffen.

Schlachtbetrieb Menge arbeitet normal weiter

Karljosef Graf, Fachdienstleiter des Veterinäramtes Diepholz erklärte auf Anfrage, dass die Lieferungen der Schlacht-Tiere nicht aus den von der Vogelgrippe betroffenen Gebieten stammen würden. „Außerdem wäre es unverhältnismäßig, wenn ein wichtiger Legehennen-Schlachtbetrieb in Barnstorf wegen Fällen der Geflügelpest in Goldenstedt eingeschränkt werden würde“, so Graf. Erst wenn es einen Fall im Schlachtbetrieb selbst geben würde, müsste der Landkreis Maßnahmen ergreifen. Bislang liege bei dem Barnstorfer Geflügelschlachter somit keine Betroffenheit vor.

Gewerbetreibende würden bei den Beschränkungen innerhalb der Restriktionszonen einer anderen Rechtsgrundlage als Landwirte unterliegen. Sie seien laut Graf nur in wenigen Sonderfällen betroffen.

Christoph Klomburg, Vorsitzender vom Landvolk Niedersachsen Kreisverband Mittelweser, schätzte auf Anfrage der Kreiszeitung die Aussagen des Veterinäramtes ein: „Es ist genereller Standard, dass angelieferte Tiere zur Schlachtung von den Landwirten getestet sind. Man kann es sich vorstellen wie bei einem PCR-Test für das Corona-Virus. Die Proben werden vom zuständigen Veterinäramt geprüft und die Tiere freigegeben.“

Die Verantwortung liege somit bei den Legehennen-Betrieben wie dem in Schierholz und weniger bei den Schlachtbetrieben.

Kraniche verenden zu Tausenden in Israel 

Während die Geflügelpest in Teilen des Landkreises Vechta für Aufregung sorgt, verenden in Israel tausende Kraniche an der Vogelgrippe. Die hierzulande bei Naturfreunden beliebten Zugvögel sind in großen Zahlen von der Krankheit befallen. Im Herbst zählte der BUND Diepholzer Moorniederung zu Spitzenzeiten gut 71 437 der grau-gefiederten Vögel. Die Tiere machen jährlich auf ihrem Weg in den Süden Rast in den Mooren des Landkreises Diepholz. Nun fallen viele der „Vögel des Glückes“ dem Virus zum Opfer. Dabei können Zugvögel laut Christoph Klomburg Vorsitzender des Landvolkes Niedersachsen Kreisverband Mittelweser die Erreger auf ihren Flügen auch verbreiten. Durch Kot von infizierten Vögeln kann die Krankheit auf andere Tiere übertragen werden. Deshalb gilt im gesamten Landkreis Diepholz eine Stallpflicht für Federvieh. 

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