Viel Lob für scheidende Lehrkräfte bei Abschiedsgala im Hotel Roshop

Schulmannschaft verliert drei erfahrene Akteure

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Die künftigen Ruheständler Gerhild Pirker, Rosemarie Bauschke und Brigitte Dierker (vorne, v.l.) freuten sich gestern Mittag über Geschenke sowie Lieder mit persönlicher Note. Dafür sorgte die Lehrerband mit (v.l.) Ludger Lohmann, Anne Stahl, Melanie Rüdebusch, Mazen Hamade, Schulleiter Ulrich Zieske und Ina Gärtner.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Die Winterpause ist vorbei, endlich wieder Bundesliga! Das freut Schulleiter Ulrich Zieske als bekennenden Fußballfan. Doch während sich viele Clubs für die Rückrunde personell verstärkt haben, muss seine „Mannschaft“ drei schmerzliche Abgänge verkraften. Brigitte Dierker, Gerhild Pirker und Rosemarie Bauschke wechseln von der Christian-Hülsmeyer-Schule direkt in den Ruhestand.

„Leider müssen wir uns heute von drei der erfahrensten Mitspieler trennen“, erklärte der Schulleiter gestern Mittag bei der Abschiedsgala im Hotel Roshop. Die drei scheidenden Kollegen könnten insgesamt 120 Jahre Erfahrung im Schuldienst vorweisen, davon allein 100 Jahre in Barnstorf. Welche Position die Damen während ihrer Karriere eingenommen hatten, das verdeutlichte Zieske ebenfalls treffsicher in der Fußballersprache.

Mit Mittelfeld-Akteurin Rosemarie Bauschke verliere die Schule eine „Spielerin mit Führungsqualität und hohem Arbeitspensum“, stellte Zieske fest. Die Pädagogin aus Drebber war seit 1975 in Barnstorf tätig. Es war ihre erste und einzige Stelle. Durch umfangreiche Fortbildungen habe sie sich vielfältige Kompetenzen erworben, betonte Zieske. Oder anders gesagt: „Sie verfügt über eine ausgeprägte Ballbeherrschung.“ Als Schaltstation, sprich zweite Konrektorin, sei sie zudem in der Lage gewesen, Aufgaben zu delegieren.

Brigitte Dierker aus Barnstorf, die seit 1988 in der Christian-Hülsmeyer-Schule tätig war, wurde in der launigen Rede als Stürmerin eingeordnet, gekennzeichnet durch eine sehr individuelle Persönlichkeit mit hohem Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. Sie habe immer daran geglaubt, dass ein Tor möglich sei. Soll heißen: Auch schwierigste Schüler nicht aufgeben! Die Angst vor dem Ball sei ihr fremd, sprich: Sie habe keine Scheu, ihre Meinung offen zu sagen und kneife auch nicht vor schwierigen Aufgaben, lobte der Schulleiter.

Der dritte Verlust der Schulmannschaft bezog sich auf Gerhild Pirker aus Diepholz, die im Jahr 1982 zur Schule nach Barnstorf kam und laut Zieske alle charakteristischen Eigenschaften einer Verteidigerin mitbrachte. Sie verfüge über eine gute körperliche und geistige Konstitution, was sich unter anderem an den wenigen Krankheitstagen gezeigt habe. Auch in Sachen „Viererkette“ sei sie bewandert. Sie habe nämlich schon vor Jahren bei der Korrektur von Prüfungsarbeiten auf die Kooperation mit Kollegen gesetzt. Ihr organisatorisches Talent wurde bei der Organisation von Fortbildungen und Betriebausflügen deutlich.

Neben lobenden Worten, die manchem Bundesliga-Profi wohl den Sprung in die Nationalelf bescheren würden, konnten sich die drei Damen über musikalische Beiträge der Lehrerband freuen. Ulrich Zieske und Gesine Hiller hatten Songs von BAP, Andrea Berg und den Beatles speziell für die scheidenden Lehrkräfte umgetextet. Die Strophen konnten sie später noch einmal in schmucken Fotobüchern nachlesen, mit denen sich das Kollegium erkenntlich zeigte.

Und wohin führt nun die Reise der drei Aktivposten? Nun, Brigitte Dierker (62), die eigenen Angaben zufolge gerne Lehrerin gewesen ist und auch von den Schülern viel gelernt hat, hält der Heimat die Treue. Im Fußball heißt das wohl: Barnstorfer SV. Derweil zieht es Gerhild Pirker nach Wien. Ob Rapid oder Austria, das bleibt abzuwarten. Aber Tochter und Sohn warten in Österreich schon auf ihre Mutter, die am Donnerstag ihren 64. Geburtstag feierte.

Und Rosemarie Bauschke? Sie dürfte Bekanntschaft mit dem Sportclub Freiburg machen. Der Umzug ins Breisgau steht fest. „Der Liebe wegen“, wie die 62-jährige Pädagogin gestern verriet. Sie könne sich auch gut vorstellen, noch einmal zu studieren. Wie würde Trainer-Legende Sepp Herberger sagen: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel!“

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