1.000-Euro-Spende für Grundschule

Vereine aus Drebber sammeln kein Altpapier mehr: Jeder Anwohner braucht jetzt eine Tonne

Weil die Altpapiertonne auch in der Gemeinde Drebber mittlerweile von den meisten Haushalten genutzt wird, lohnt sich die Papiersammlung durch Vereine nicht mehr. Die Arbeitsgruppe hat sich aufgelöst und den Erlös der letzten Sammlung an die Grundschule Drebber gespendet. Die kommissarische Schulleiterin Birgit Köster, Bürgermeister Friedrich Iven und Arbeitskreis-Leiter Werner Stief (von links) entsorgten symbolisch Papier in einer Tonne der AWG.
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Weil die Altpapiertonne auch in der Gemeinde Drebber mittlerweile von den meisten Haushalten genutzt wird, lohnt sich die Papiersammlung durch Vereine nicht mehr. Die Arbeitsgruppe hat sich aufgelöst und den Erlös der letzten Sammlung an die Grundschule Drebber gespendet. Die kommissarische Schulleiterin Birgit Köster, Bürgermeister Friedrich Iven und Arbeitskreis-Leiter Werner Stief (von links) entsorgten symbolisch Papier in einer Tonne der AWG.

Jetzt brauch jeder in Drebber eine Altpapiertonne. Die Vereine führen keine Sammelaktionen mehr durch und spenden den letzten Erlös an die Grundschule.

Drebber – Als die Papiertonne von der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) 2008 nach Drebber kam, hatte es der Arbeitskreis Altpapier mit der Zeit immer schwerer. Jetzt hat der Kreis, der sich aus örtlichen Vereinen zusammensetzte, die Konsequenzen gezogen und sich aufgelöst. Den Erlös der letzten Altpapiersammlung durch Vereine spendete der Arbeitskreis an die Grundschule Drebber.

Die Gründung des Arbeitskreises erfolgte 1990. Darauf hatten sich einige Vertreter von vielen Vereinen aus der Gemeinde Drebber verständigt. Die Leitung übernahm Werner Stief. Vierteljährlich sammelten Mitglieder des Arbeitskreises in allen Ortsteilen das Altpapier ein. Dabei wechselten sich die Vereine kontinuierlich ab.

Bürgermeister Iven sieht keinen Sinn mehr in der Altpapiersammlung durch Vereine

Auch Gemeindebürgermeister Friedrich Iven gehörte regelmäßig dazu. Er erinnert sich: „Damals gab es noch keine Papiertonne. Wir hatten drei Riesencontainer stehen und die wurden auch voll gemacht.“ Weil die Bezahlung von der gesammelten Menge in Tonnen abhing, habe es sich für die Vereine, die sich beteiligten, sehr gelohnt. „Wir reden hier nicht von dreistelligen Summen. Das war deutlich mehr“, verrät Iven.

Seit 2008 verdrängt die Papiertonne jedoch die herkömmliche Sammlung. „Der Sammeleffekt wurde immer weniger“, so Iven: „Jetzt sind wir so weit, dass sich das Ganze nicht mehr lohnt.“ Bei der letzten Sammlung sei insgesamt weniger als eine halbe Tonne zusammengekommen. Iven: „Ich sehe darin einfach keinen Sinn mehr.“

Arbeitskreis zieht Reißleine und löst sich auf

Auch die Nachhaltigkeitsfrage bezüglich der Papiersammlung in der heutigen Zeit stellten sich die Mitglieder. „Ich finde es auch bedenklich, dass wir für so eine kleine Menge mit großen Treckern im Ort zum Sammeln rumfahren“, erläutert der Bürgermeister.

Der Arbeitskreis zog nun die Reißleine und löste sich auf. Das kommt der Grundschule Drebber zugute. Denn auch bei der für immer letzten Sammlung kam immerhin noch eine Summe von 946,70 Euro zusammen. Bürgermeister Friedrich Iven stockte kurzerhand die Spendensumme aus eigener Tasche auf runde 1.000 Euro auf. „Es hätte keinen Sinn gemacht, das auf die vielen Vereine aufzuteilen“, erklärt Iven. Die kommissarische Grundschul-Leiterin Birgit Köster freut sich: „Es ist schön, dass an uns gedacht wurde. Die Kinder haben bei uns einen Mülldienst und lernen Mülltrennung. Sie entsorgen Altpapier selbstständig.“

Wegfall der Sammlung bedeutet, dass nun jeder aus Drebber eine Tonne braucht

Wofür das Geld am Ende eingesetzt wird, ließ Köster offen. Eine Idee hat sie allerdings schon: „Es könnte ein Bonus sein, mit dem die neue Schulleitung starten könnte.“ Derzeit liege eine Bewerbung für diese Stelle vor. Mehr gebe es nicht zu verkünden, „aber wir hoffen alle, dass diese Stelle im Februar neu besetzt ist.“

Der Wegfall der Papiersammlung in der Gemeinde Drebber bedeutet, dass jeder, der bisher noch keine Papiertonne zuhause hat, sich eine besorgen muss. Der Arbeitskreis habe aber bereits das Gespräch gesucht. Friedrich Iven: „Wir haben mit den Bürgern gesprochen. Jetzt müsste fast jeder in Drebber eine Tonne für Altpapier haben.“

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