Verband erhält Fördermittel für Grunderwerb / Beitrag zur Flurbereinigung

Ziel: Wagenfelder Aue neues Leben einhauchen

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Bei einem Ortstermin bei Helmsmühle in Düste informieren Vertreter von Unterhaltungsverband Hunte, Landkreis Diepholz und Flurbereinigungsbehörde über die Pläne für die Wagenfelder Aue (v.l.): Detlef Tänzer, Ingo Ammerich, Werner Scharrelmann, Heinrich Dammeier, Christian Schönfelder, Heinz-Ludwig Stubbe und Cord-Hinrich Egelriede.

Eydelstedt - Von Thomas Speckmann. Wenn es Fördermittel gibt, dann heißt es zugreifen: Der Unterhaltungsverband Hunte hat in diesem Sommer einen Zuwendungsbescheid in Höhe von knapp einer halben Millionen Euro erhalten. Die Zuschüsse sollen in die Wagenfelder Aue fließen. Die Renaturierung des Fließgewässers ist eine von mehreren Naturschutzmaßnahmen, die im Rahmen der Flurbereinigung in der Gemeinde Eydelstedt vorgesehen sind.

„Hier wird kooperiert, so wie wir uns das wünschen“, sagt Christian Schönfelder bei einem Ortstermin in Düste. Eine Genehmigung für die geplante Flurbereinigung kann der Dezernatsleiter des Amtes für regionale Landentwicklung Leine-Weser mit Sitz in Sulingen zwar noch nicht vermelden, aber er lobt das frühzeitige Zusammenspiel von Unterhaltungsverband, Kommune und Behörden bei der Projektplanung.

Der Wegebau steht zwar im Mittelpunkt der Flurbereinigung, aber es gibt auch den so genannten ökologischen Mehrwert, der im Rahmen des Verfahrens anzustreben ist. Hier sehen die Beteiligten Möglichkeiten für das Wietungsmoor, das Große Meer und auch die Wagenfelder Aue. Letztere liegt im Zuständigkeitsbereich des Unterhaltungsverbands Hunte, der das Fließgewässer in mehreren Abschnitten neu strukturieren möchte.

Der Zuwendungsbescheid in Höhe von 495000 Euro ist eine wichtige Grundlage. Die Hälfte des Betrages stammt aus dem Fördertopf der Europäischen Union. Das Land Niedersachsen steuert 100000 Euro bei, der Landkreis Diepholz sitzt mit 150000 Euro im Boot. Das Geld fließt nicht in konkrete Maßnahmen, sondern dient ausschließlich dem Grunderwerb, erklärt Ingo Ammerich als Geschäftsführer des Unterhaltungsverbands Hunte.

Der Grunderwerb ist eine Voraussetzung, um Maßnahmen auf den größtenteils landwirtschaftlich genutzten Flächen entlang der Wagenfelder Aue umsetzen zu können. Der Unterhaltungsverband hat eigenen Angeben zufolge eine Ersatzfläche in der Gemarkung Düste erworben, um Anliegern einen Flächentausch anbieten zu können. Gespräche mit Grundstückseigentümern würden aber erst geführt, wenn die Flurbereinigung angeordnet und das Konzept ausgearbeitet seien, so Ammerich.

Nächster Schritt ist die Renaturierung, die offenbar nicht ganz billig ist. „Das kann ganz schnell in die Millionen gehen“, sagt Ammerich. Hierfür müssten Mittel von Land, Landkreis oder Stiftungen eingeworben werden. Beiträge aus der Teilnehmergemeinschaft, sprich den Grundstückseigentümern, seien für solche Maßnahmen nicht vorgesehen, betont Cord-Hinrich Egelriede, der im Vorstand des Unterhaltungsverbands Hunte sitzt und als Eydelstedter Ratsherr die Flurbereinigung unterstützt.

Wo genau die Wagenfelder Aue umgestaltet werden soll, steht nach Angaben der Beteiligten noch nicht fest. Das müsse in Absprache mit dem Vorstand der Teilnehmergemeinschaft geklärt werden. Projektleiter Heinrich Dammeier könnte sich beispielsweise eine Aktivierung von Altarmen im Düster Holz, den Einbau von Strömungslenkern oder auch die Änderung des Gewässerquerschnitts vorstellen. Alles vor dem Hintergrund, die Durchgängigkeit zu verbessern und mehr Leben in den Fluss zu bekommen.

Dieses Ziel ist ganz im Interesse des Landkreises Diepholz, wie Detlef Tänzer mit Blick auf die Wagenfelder Aue betont: „Dabei kann etwas für das Gewässer herausspringen“, sagt der Leiter des Fachdienstes Kreisentwicklung. Gemäß der Wasserrahmenrichtlinie sollten der ökologische Zustand des Gewässers und der Uferbereiche verbessert sowie Biotope vernetzt werden, damit sich Pflanzen und Tiere besser entwickeln könnten.

Bis zur Umsetzung solcher Maßnahmen ist es allerdings noch ein weiter Weg. Voraussetzung ist zunächst die Genehmigung der Flurbereinigung für die Gemarkungen Düste, Dörpel und Donstorf. Der Antrag liege zurzeit auf dem Tisch des Ministers, berichtet Schönfelder. Er geht davon aus, dass es im September oder Oktober grünes Licht aus Hannover gibt. Dann könnten Teilnehmergemeinschaften mit Vorständen gegründet und mit der Umsetzung der vorliegenden Konzepte begonnen werden.

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