Graffiti und Sachbeschädigung

Vandalismus nimmt in Barnstorf während der Corona-Zeit zu

Zu Graffiti kam es an der Grundschule Barnstorf-Drentwede (Symbolbild).
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Zu Graffiti kam es an der Grundschule Barnstorf-Drentwede (Symbolbild).

Barnstorf – Erneut kam es zu „Schmierereien“ und Sachbeschädigungen unter anderem an der Grundschule Barnstorf-Drentwede. Oliver Nixdorf von der Samtgemeindeverwaltung sowie Jugendpfleger Ole Sterzik äußern sich nun zu möglichen Beweggründen der Täter und zu präventiven Maßnahmen, mit denen Vandalismus in Barnstorf vorgebeugt werden könnte.

„Es ist für mich auf jeden Fall logisch, dass es aktuell vermehrt zu Sachbeschädigungen und neuen Graffiti kommt. Es ist nicht nur ein Problem unserer Gemeinde, sondern ein bundesweites, da den Jugendlichen Beschäftigungen und Möglichkeiten zum Treffen durch die Corona-Pandemie genommen wurden“, erklärt der Jugendpfleger der Samtgemeinde Barnstorf.

Wegfall von Aktivitäten und Treffpunkten

Sterzik spricht damit den Wegfall von Aktivitäten in Sportvereinen, Jugendfeuerwehren oder auch offenen Treffs an: „Die Jugendlichen treffen sich trotzdem an öffentlich zugänglichen Plätzen.“

Seiner Meinung nach fehlt es in der Samtgemeinde Barnstorf an öffentlichen Punkten für Jugendliche, an denen sie sich treffen und „auspowern“ können.

„Bei den aktuellen Fällen von Sachbeschädigung und Graffiti spielt Langeweile mit rein. Ebenso wie die Erwachsenen sind auch die Jugendlichen gefrustet“, sagt Ole Sterzik.

Der Jugendpfleger erklärt, dass bei den Taten vermutlich nur eine kleine Gruppe an Jugendlichen beteiligt sei, weshalb nicht alle Jugendlichen verurteilt werden dürften. Auch Erwachsene seien nach ihm in der aktuellen Corona-Pandemie mit ihrem Verhalten nicht fehlerfrei.

„Es ist für alle eine schwere Zeit, trotzdem ist es natürlich nicht in Ordnung öffentliches Eigentum zu beschädigen“, unterstreicht Sterzik. Er wünsche sich einen Platz, an dem sich die Jugendlichen draußen zum „Auspowern“ treffen können.

Umfrage zu Wünschen der Jugendlichen

Eine Umfrage der Schulervertretung in den letzten Jahren an der Christian-Hülsmeyer-Schule habe ergeben, dass sich die meisten Heranwachsenden einen Platz draußen mit Sport- und Fitnessgeräte vorstellen könnten.

Aufmerksam gemacht auf die aktuellen Fälle hat Dr. Oliver Nixdorf. Der Mitarbeiter der Samtgemeindeverwaltung Barnstorf erwähnte mehrere Fällen von Vandalismus, die in jüngster Zeit zum Teil nationalistische oder auch rechtsradikale Hintergründe aufgezeigt hätten: „Bei der letzten größeren Welle von Vandalismus nach Weihnachten wurden unter anderem rechtsradikale Symbole bei der Grundschule in Fensterrahmen geritzt. Bei den Unterstellmöglichkeiten auf dem Pausenhof bleibt zudem ständig Müll liegen.“

Um dem vorzubeugen ließ die Samtgemeindeverwaltung im vergangenen Jahr Sitzgelegenheiten und Tische auf dem Schulhof entfernen.

Zunahme an respektlosem Verhalten

Nixdorf habe das Gefühl, dass das respektlose Verhalten bei einigen Jugendlichen während der Corona-Zeit zugenommen habe und damit auch die Fälle von Graffiti und Sachbeschädigung unter anderem an der Grundschule Barnstorf-Drentwede.

Intern gebe es bei der Samtgemeindeverwaltung Überlegungen, welche Maßnahmen zum Schutz der Grundschule in Barnstorf getroffen werden könnten. „Das Grundproblem bleibt jedoch. Wenn die Jugendlichen von dort vertrieben werden, verlagert sich nur der Schwerpunkt an einen anderen Ort in der Gemeinde“, so Oliver Nixdorf.

Der Samtgemeindemitarbeiter erklärte, dass nicht jedes Delikt von Vandalismus automatisch zu einer Anzeige bei der Polizei führe.

Polizei: Kreisweit nicht merklich mehr Fälle

Thomas Gissing, Pressesprecher der Polizeiinspektion Diepholz sagte dazu auf Anfrage: „Vandalismus gibt es immer wieder. Zur Corona-Zeit ist es im Landkreis Diepholz nicht merklich zu mehr Fällen gekommen. Die Leute sind mehr zu Hause und beobachten vielleicht auch mehr.“

Graffiti und Sachbeschädigungen habe es auch vorher schon gegeben. Meist werde die Begründung aufgeführt, dass durch die Taten Frust abgebaut werde.

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