Kraftstoff seit Jahresbeginn deutlich teurer: Gemischte Reaktionen

„Ungünstiger Zeitpunkt für Preiserhöhung“

Die erhöhten Sprit-Preise zeigt die neue Anzeige von Brzezina an der Bremer Straße in Drebber an.
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Die erhöhten Sprit-Preise zeigt die neue Anzeige von Brzezina an der Bremer Straße in Drebber an.

Barnstorf/Drebber – Mal eben volltanken – das ist für Autofahrer seit Jahresbeginn deutlich teurer geworden. Den Zeitpunkt der bundesweiten Einführung der CO2-Steuer findet Mineralölhändler Roland Brzezina mehr als ungünstig. „Das hätte sich die Regierung auch verkneifen können. Gerade jetzt zur Corona-Zeit sind die Menschen eh schon bestraft genug, da brauchen sie nicht noch eine Erhöhung des Spritpreises“, meint der Mineralöl-Anbieter aus Drebber.

Dass der Liter Benzin oder Diesel seit dem Jahreswechsel teurer ist, habe gleich mehrere Gründe, erklärt Brzezina.

Zum einen wurde die Mehrwertsteuer von 16 Prozent auf die ursprünglichen 19 Prozent zurückgesetzt. Zum 1. Juli 2020 hatte die Bundesregierung die Steuersenkung von 19 auf 16 Prozent beschlossen, um die Kaufkraft der Corona-geplagten Bürger wieder zu stärken. Nun folgte die Anhebung um drei Prozentpunkte, was natürlich auch Auswirkungen auf die Kraftstoff-Preise hatte.

Neue Steuer tritt in Kraft

Ein weiterer Faktor ist die in diesem Jahr in Kraft getretene CO2-Steuer. In den kommenden fünf Jahren soll die Höhe der anfallenden Steuer stufenweise angehoben werden, so Brzezina. In diesem Jahr bewirke die „Öko-Steuer“ eine Erhöhung von sieben Cent plus Mehrwertsteuer pro Liter Diesel und Heizöl und sechs Cent plus Mehrwertsteuer auf einen Liter Benzin. In den Folgejahren falle die Anhebung höher aus. Brzezina glaubt, dass die Bundesregierung mit der neuen Umwelt-Verordnung Steuereinbußen aus der Senkung der Mehrwertsteuer aus dem letzten Jahr wieder zurückholen wolle. „Der Zeitpunkt ist mehr als schlecht gewählt, jetzt eine neue Steuer durchzudrücken“, so der Drebberaner Mineralöl-Anbieter.

Er sagt, dass der Staat mit der Steuer die Elektroenergie und -mobilität fördern wolle. Für Roland Brzezina liegt die Zukunft der Automobilindustrie beim Wasserstoff als Treibstoff.

Die Preise seiner „freien Selbstbedienungs-Tankstelle“ in Drebber würden sich nach den Preisen der großen Tankstellen-Marken wie Aral, Esso oder Shell richten. Die Anzeige schalte den Preis automatisch einen Cent günstiger, als die der großen Konkurrenten.

Eine Prognose für die weitere Entwicklung der Sprit-Preise 2021 wollte Roland Brzezina nicht äußern. „Meine persönliche Einschätzung ist aber, dass die Preise nicht großartig weiter steigen werden. Ware ist auf jeden Fall reichlich vorhanden.“

Generell seien viele verschiedene Faktoren für den Ölpreis mitbestimmend. Neben den Schwankungen der Börse sei auch das politische Weltgeschehen ausschlaggebend. „Der Markt ist unberechenbar und wird schnell nervös“, so Brzezina.

Einschätzung vom Taxiruf Schimanski

Ein Unternehmen, das eine besonders hohe Kilometerleistung hat und dementsprechend viel Kraftstoff verbraucht, ist der Taxiruf Schimanski aus Barnstorf.

Inhaber Michael Schimanski berichtet, dass er durch die Erhöhung des Sprit-Preises bisher keine besonderen Änderungen merke. Zu Beginn des letzten Jahres, noch vor der Corona-Pandemie, seien die Benzin- und Dieselpreise extrem tief gewesen. Da sei der Sprung von 1,15 Euro pro Liter Super auf 1,40 pro Liter zu verkraften. „Das Preis-Niveau ist nun wie vor dem starken Preis-Fall“, meint der Inhaber des Barnstorfer Taxi-Unternehmens.

Von Edgar Haab

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