Fischen den Weg ebnen

Umbau des Wehrs in Rechtern macht Hunte durchgängig

Einen identischen Umbau, wie für das Wehr Rechtern geplant, hat der NLWKN an der Hunte bei Hölingen im Landkreis Oldenburg vorgenommen. Auf dem
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Einen identischen Umbau, wie für das Wehr Rechtern geplant, hat der NLWKN an der Hunte bei Hölingen im Landkreis Oldenburg vorgenommen. Auf dem

Barnstorf – Das Wehr in Rechtern ähnelt aktuell eher einem Wasserfall. Damit die heimischen Fische die Chance haben, die Hunte zu passieren, beginnt nun der ökologische Umbau der Wehranlage.

In Rechtern verhindert die Wehranlage die ökologische Durchgängigkeit der Hunte. Durch den Einbau einer Riegel-Becken-Struktur in einem Wehrabschnitt soll die Passierbarkeit der Wehranlage für Fische und wirbellose Kleinlebewesen wieder hergestellt werden.

Im Auftrag des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) setzt die Mittelweser Tiefbau GmbH & Co. KG die Maßnahme um. Start sei in der kommenden Woche, sofern die Wasserstände mitspielen. Ende Juni sollen die Arbeiten fertiggestellt sein.

Während der Bauzeit kann es zu Behinderungen des Verkehrs auf der Kreisstraße 48 im Bereich des Wehrs in Rechtern kommen, heißt es in der Mitteilung des NLWKN.

Fischpassierbarer Gewässerabschnitt

Im Zentrum der Maßnahme stehe der Bau eines sogenannten Raugerinnes in Riegel-Becken-Struktur. Hierbei handelt es sich um einen fischpassierbaren Gewässerabschnitt, der beckenförmig aus 14 Querriegeln mit Natursteinen erstellt wird. Am Wehr betragen die Wasserspiegelhöhenunterschiede aktuell bis zu 1,30 Meter und sind somit für Fische unüberwindbar. In der Riegel-Becken-Struktur werden von Becken zu Becken maximal zehn Zentimeter Wasserspiegelsprünge entstehen. Damit werde den Fischen an mindestens 300 Tagen im Jahr die Wanderung möglich sein, so heißt es in der Mitteilung des NLWKN.

Eine Ringel-Becken-Struktur im Cornauer Wehrabschnitt hat der NLWKN eingebaut, das mittlerweile bewachsen ist.

Der Einbau erfolgt lediglich in einem der drei Wehrfelder, um bei höheren Abflüssen weiterhin das Hochwasser über das neue Gerinne und die verbleibenden Wehrfelder abführen zu können.

Das Gerinne sei nach Maßgaben für die ökologische Durchgängigkeit konzipiert. Eine gleichzeitige Herstellung einer Passierbarkeit für Kanus sei nicht möglich gewesen, sodass die vorhandene Kanu-Einsatzstelle an das Ende des Gerinnes verlegt werden muss.

Förderung der Maßnahme

Gefördert wird die Maßnahme im Rahmen des ELER-Programms (Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) mit 436 000 Euro.

Heino Märtens, 1. Vorsitzender des Fischereivereins Barnstorf, bewertet den Umbau als sinnvoll: „Die Durchgängigkeit des Gewässers ist sehr wichtig, da einige heimische Fische, wie der Aal, zu den Wanderfischen gehören und zum Laichen in andere Gewässerabschnitte ziehen müssen. Auch die Vermischung bei der Paarung zwischen den Tieren ist wichtig.“ Staus stellen Hindernisse für die Fische dar, die sie sonst nur bei Hochwasser überwinden können.

Durch den geplanten Umbau des Wehrs in Rechtern würde sich durch die Umwälzungen das Wasser vermehrt mit Sauerstoff anreichern.

Nachdem das Wehr in Barnstorf bereits ökologisch durchgängig umgebaut wurde, steht nun das Wehr in Rechtern auf dem Plan. Laut Märtens sei auch der Umbau des Stau Markonah, dem Stau in Dreeke und dem Aldorfer Stau nach EU-Richtlinie der Durchgängigkeit von Fließgewässern geplant.

Einschränkungen für Angler

Für die Angler des Fischereivereins Barnstorf seien die Umbauten mit Einschränkungen verbunden. An jedem Wehr sei das Angeln bis 300 Meter flussabwärts nicht erlaubt.

Auch das Befahren der Wehranlagen und Angelplätze gestalte sich zunehmend schwerer: „Wir Angler kommen mittlerweile kaum an die Hunte“, so der Vorsitzende. Zuwege würden zunehmend durch die Forst- oder Landwirtschaft gesperrt. „Das Angeln gestaltet sich aufgrund der Maßnahmen zunehmend eingeschränkt und wir Fischereivereine werden kaum beachtet oder gar informiert“, kritisiert Heino Märtens.

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