Anzeichen für das Goldenstedter / Barnstorfer Rudel

Wolf bei Barnstorf von Zug überfahren

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Verletzungen am Kopf, Blut auf den Schienen: Wolfsberater Uli Heitmann untersucht den Rüden neben den Gleisen.

Barnstorf - Von Matthias Niehues. Deutliche Blutspuren an den Gleisen haben auch am Mittwochmittag noch auf die Stelle hingewiesen, wo das Unglück geschah: Im Süden Barnstorfs hatte ein Anwohner am Mittwochmorgen einen toten Wolf im Gleisbett liegen sehen. Er verständigte die Polizei.

Uli Heitmann aus Dinklage wurde als Wolfsberater hinzugerufen und untersuchte gegen Mittag das tote Tier direkt an der Bahnanlage neben dem Fundort. Und er sichtete auch Fußspuren auf dem angrenzenden Acker. Die sogenannten Trittsiegel stammen demnach von zwei Wölfen, die offensichtlich aus Richtung Mäkel kommend, die Bahngleise betreten haben. Auffällig waren insbesondere die großen, runden Abdrücke eines der beiden Tiere, daneben kleinere ovale.

Die großen runden Abdrücke hatten Wolfsberater erstmals bei einem Kälberriss im Dezember 2016 festgestellt. Sie hatten wie gestern einen Durchmesser von elf Zentimetern. Die kleineren daneben haben einen von 8,5 Zentimetern.

Genaue Todesursache wird noch ermittelt

Genetisch konnte damals den großen Spuren ein Rüde des Ueckermünder Rudels zugeordnet werden, die kleineren gehören der Goldenstedter Wölfin.

Vergangenes Jahr wurden erstmals Welpen des Paares geboren. Seitdem existiert das Goldenstedter / Barnstorfer Wolfsrudel im Moor. Nach Einschätzung von Wolfsberater Uli Heitmann sprechen alle Merkmale des jetzt wahrscheinlich überfahrenen Wolfes dafür, dass es sich um den Vater dieser Welpen handelt. Die Größe des Tieres, der Zahnstand und insbesondere die ungewöhnlich runden und großen Füße würden passen.

Das Wolfsbüro des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) hat den toten Wolf am Mittwoch abgeholt. Die Behörde teilte mit, dass der Rüde zwar in den frühen Morgenstunden vermutlich angefahren wurde, die genaue Todesursache jetzt aber im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin ermittelt werden soll. Dort sollen auch Gewebeproben entnommen werden, um die Genetik des Tieres im Senckenberg-Institut in Gelnhausen untersuchen zu können. Erst durch die DNA-Analyse könne die Rudelzugehörigkeit bestimmt werden.

Mutter des Rudels wieder trächtig?

Eine Beobachtung niederländischer Wolfsfreunde könnte noch ein Beleg dafür sein, dass das jetzt getötete Tier der elterliche Rüde des Rudels ist. Videoaufnahme sollen belegen, dass der Vater der Welpen zuletzt etwas mit einem Vorderbein hinkte. Heitmann stellte bei der Untersuchung des Kadavers am Mittwoch fest, dass ein entsprechender Zeh des Rüden vermutlichen gebrochen war.

Der Wolfsberater stellt sich auch die Frage, ob es die Wölfin schaffen kann, die Jungtiere, die jetzt das Jagen von den Eltern erlernen, alleine durchzubringen.

Zudem beginnt bei Wölfen jetzt die Paarungszeit. Möglicherweise ist die Mutter des Rudels schon wieder trächtig.

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