Tosender Applaus für ein „tolerantes“ Ehepaar

Premiere bei der „Barnstorfer Speeldeel“: Volles Haus und viel Vergnügen

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„Speeldeel“-Vorsitzender Thomas Brüggemann und Doris Egelriede brachten als „tolerantes Ehepaar“ Siggi und Peter Behrends den Saal zum Toben. 

Barnstorf - Von Sabine Nölker. Volles Haus am Sonnabend zur Premiere des Plattdeutschen Lustspiels „Nich blots Geld liggt up de Straat“ von Inka Hahn und Frank Knittermeier im Gasthaus Schröders. Zum 25. Geburtstag der „Barnstorfer Speeldeel“ erschienen über 210 Gäste, darunter die Laienschauspielgruppen aus Rehden und Goldenstedt. Mit dem Lustspiel trafen die Akteure voll ins Schwarze. Donnernder (Zwischen-) Applaus von Beginn an war der Lohn für die Mühen im Vorfeld.

Im Vorflur des Saals erinnerten Fotos und Zeitungsartikel an die letzten 25 Jahre. Darunter die ersten handgemalten und –geschriebenen Plakate. Wer den Saal betrat, bekam ein kleines Jubiläumsgeschenk, am Ende lockte eine Tombola (wir berichteten).

Dazwischen gaben die Akteure auf der Bühne alles, schossen eine Lachsalve nach der anderen in Richtung Publikum. Der Text saß und so mancher Laienschauspieler wuchs über sich hinaus. Wie Manuela Mattfeld, die in ihrer Rolle als Frida May nicht nur derbe Sprüche drauf hatte – „moog den Koop dicht und den Buddel open“ -, sondern mit Mimik und Gestik und einer tollen Kodderschnauze begeisterte. Ihre naive Tochter Traute Fischer wurde perfekt von Katharina Wilms umgesetzt. Die Skala reichte von süß über naiv bis hin zu volltrunken. Auch Kurt Wördemann, alias Holger Fischer, mimte den spießigen Ehemann von Traute perfekt. Vorsitzender Thomas Brüggemann hatte gemeinsam mit Doris Egelriede den wohl gewagtesten Auftritt. Als „tolerantes“ Ehepaar Siggi und Peter Behrends traten sie sogar in Reizwäsche vor das Publikum, was ihnen nicht nur viele Lacher, sondern auch vergnügliche Pfiffe und Fußgetrampel einbrachte. Für den kurz vor dem Stück erkrankten Ralf Brüggemann, wie sein Bruder eines der noch spielenden Gründungsmitglieder, sprang kurz entschlossen Klaus Felber ein. „Wir haben mal eben noch einen Übungsabend reingeschoben“, erklärte Thomas Brüggemann. „Gott sei Dank war es eine kleine Rolle, sonst hätten wir das Stück absagen müssen“.

Schorsch Mahnke (Sascha Wilms) – ein Rocker mit ungehobelten Manieren.

Auf der Bühne schloss sich mit Sascha Wilms alias Schorsch Mahnke – ein Rocker mit ungehobelten Manieren – sowie Hansi Varnhorn als Ferdinant von Hohenwestedt der Reigen der Schauspieler. Auch diese beiden Herren waren nicht nur textsicher, sondern verkörperten ihre Rollen perfekt. Für Souffleuse Angelika Rapaic gab es derweil nicht so viel zu tun. „Ihre“ Schauspieler hatten keinen merklichen „Hänger“.

Nicht nur für das Stück und seine Umsetzung erhielten die Akteure der Barnstorfer Speeldeel viele lobende Worte. Ebenso wurde das tolle Bühnenbild gelobt. Ein Dank des Vorsitzenden ging nicht nur an seine Schauspielerkollegen und Sponsoren, auch die Akteure hinter der Bühne – Udo Mattfeld, Monika Bagge, Stefan Burrichter, Sabine Schoster, Birgit Varnhorn und Kevin Varnhorn – ließ er nicht unerwähnt.

Worum geht es in dem Stück? Traute und Holger Fischer führen ein ruhiges Leben, bis Trautes Mutter Frida plötzlich und unerwartet einzieht. Seitdem geben sich die merkwürdigsten Gäste die Klinke in die Hand. Der adelige Schnösel Ferdinant von Hohenwestedt, der Rocker Schorse und ein etwas freizügiges Ehepaar. Dessous, Bademäntel, eine Gitarre, eine Pistole und eine Flasche Whiskey spielen eine große Rolle in dem Stück. Und ein großer roter Koffer mit drei Millionen Euro.

Wer Lust hat, mehr zu erfahren, hat dazu sowohl am kommenden Sonntag, 22. Oktober, ab 15 Uhr mit Kaffeetafel sowie am Samstag, 28. Oktober, ab 19 Uhr (in den Pausen Snackbüfett), dazu die Möglichkeit. Karten gibt es im Vorverkauf bei Schröders und der Buchhandlung Seitenwind.

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