Versprechen gehalten: Sekt für die Ballonfahrer

Moderator Tietzer setzt Barnstorfer für NDR-Magazin in Szene

Reporter Sven Tietzer (r.) im Interview mit Ludolf Roshop.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Sven Tietzer hält Wort. Als der Reporter des Norddeutschen Rundfunks (NDR) Montagmittag in Barnstorf ankommt, um über die Ballonfahrer zu berichten, ordert er gleich eine Kiste Sekt im Supermarkt. Der zugesagte Schaumwein dient als Wiedergutmachung für einen Fehler, der ihm vor zwei Jahren unterlaufen ist. Denn wer in der Szene von Fliegen statt Fahren spricht, muss zur Strafe eine Flasche ausgeben.

„Das ist eine ganz fiese Masche bei den Ballonfahrern“, schmunzelt der Moderator. Aber auf den Schulden will er natürlich nicht sitzen bleiben, und dazu gelernt hat er seit seinem letzten Auftritt in Barnstorf auch, wie sich schnell zeigt. Als Tietzer die etwa 100 Zuschauer im Sundering auf die Live-Übertragung für das Magazin „Mein Nachmittag“ einstimmt, spricht er ausdrücklich vom Fahren. Dafür gibt´s gleich einen kräftigen Applaus aus der Menge. Dann sind es nur noch wenige Minuten, bis das 15-köpfige Fernsehteam wie geplant um 16.34 Uhr auf Sendung geht.

Erst im dritten Anlauf ist der Start möglich

Während Tietzer noch rasch sein Handy ausschaltet, die Ärmel seines Hemdes hochkrempelt und einen kurzen Blick auf den Spickzettel wirft, herrscht hinter seinem Rücken schon reges Treiben. Für die Zuschauer an den Fernsehbildschirmen rüsten Klaus Sarinski und zwei weitere Piloten ihre Heißluftballone auf. Die Motoren heulen, die Gebläse pusten Luft in die mächtigen Hüllen, die sich langsam aufrichten. Das hat Show-Effekt.

„Noch eine Minute“, ruft Aufnahmeleiterin Julia Kropp ihren Kollegen hinzu. Die Kameraleute bringen sich in Position, Tietzer greift zum Mikrofon und schnapp sich gleich den ersten Interviewpartner. Klaus Sarinski ist nicht auf den Mund gefallen. Er liefert technische Details zum Ballonfahren und erklärt, warum die Himmelsstürmer an diesem Nachmittag nicht abheben können. Da spielt die Thermik nicht mit, erst gegen Abend könnte es eventuell klappen, erläutert der Barnstorfer.

Mit welchen Schwierigkeiten die Piloten zu kämpfen haben, das hat sich gerade am Wochenende während des Barnstorfer Ballon-Fahrer-Festivals gezeigt. Die ersten beiden Starts sind Wind und Regen zum Opfer gefallen, erst der dritte Anlauf am Samstagabend hat das erhoffte Spektakel am Himmelszelt gebracht. Mitorganisator Ludolf Roshop berichtet nun vor laufender Kamera, dass das Festival sehr aufregend gewesen sei, die Veranstalter aber aufgrund des geglückten Finales zufrieden seien und den tausenden Besuchern etwas bieten konnten.

Für das Fernsehen die Höhenangst besiegt

Zwischen den Interviews bekommt Tietzer eine Verschnaufpause. Die Live-Schaltung wird unterbrochen, nun nimmt das Studio in Hamburg-Lokstedt wieder das Zepter in die Hand. Bereits zu Beginn der Sendung ist eine kleine Aufzeichnung ausgestrahlt worden. Es sind die Aufnahmen eines zweiköpfigen Teams, das bereits am Montagvormittag in Barnstorf und im Moor gedreht hat. Die Impressionen sollen die Verbindung zum Ort und zum Ballonfahren herstellen. Darüber hinaus haben die Mitarbeiter einige Bilder aus dem Archiv geholt, die Tietzer bei seinem letzten Besuch in Barnstorf zeigen. Damals ist er bereits am Vormittag mit einem Ballon in die Luft gegangen.

„Wir haben wegen des Windes eine kleine Bruchlandung hingelegt“, erinnert sich der Moderator im Gespräch mit unserer Zeitung. Es sei seine erste Ballonfahrt überhaupt gewesen. Wieder eine dieser Herausforderungen, denen er sich in seinen Reportagen stellt. Eine Staumauer im Harz sei er auch schon heruntergeklettert. Alles trotz Höhenangst, daraus macht der 41-Jährige keinen Hehl. Doch was tut man nicht alles fürs Fernsehen?

„Es darf gerne unterhaltend sein, aber es soll auch was rüberkommen“, sagt Tietzer, der für seine lebhaften Beiträge bekannt ist. Das weiß auch das Publikum zu schätzen. „Der ist ganz locker, den sehen wir gerne“, sagen Jürgen und Ilse Evers aus Barnstorf. Sie haben Montagnachmittag das Sofa gegen den Sundering getauscht. Ihre Enkelkinder Kira und Thilo, acht und fünf Jahre alt, sind ebenfalls dabei. Das Festival haben sie verpasst, nun wollen sie die Ballone gerne aus der Nähe sehen.

Das Team möchte in zwei Jahren wiederkommen

Dann rückt Tietzer wieder ins Bild. Er hat die Position gewechselt, steht jetzt für die letzte Szene vor einem Ballon. Die Hülle ist komplett aufgerichtet, die Crew bringt den Korb in die Waagerechte und steigt ein. Und da kommt auch schon der Sekt. Das Etikett ist extra abgeklebt, Schleichwerbung soll es im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nicht geben. Sonja Kruber nimmt die Flasche stellvertretend für die Festivalmacher in Empfang. Die nächste Party ist gesichert, die Übertragung vorbei.

Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit verfliegt: „Waren das schon elf Minuten?“, fragt Crewmitglied Claudia Paysan ungläubig. Tietzer schmunzelt, er ist zufrieden. Aus dem Studio kommt eine positive Rückmeldung. Das Team würde gerne in zwei Jahren wiederkommen. Die Barnstorfer hätten bestimmt nichts dagegen. Eine bessere Werbung für Barnstorf und Ballonfahren kann es nicht geben!

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Rajoy kündigt Regierungsabsetzung in Katalonien an

Rajoy kündigt Regierungsabsetzung in Katalonien an

Erneuter Rückschlag für BVB - Bayern schließen auf

Erneuter Rückschlag für BVB - Bayern schließen auf

Artistisches Abschlusstraining

Artistisches Abschlusstraining

Meistgelesene Artikel

Historische Fechtkunst beim Diepholzer Grafensonntag

Historische Fechtkunst beim Diepholzer Grafensonntag

Bauchredner Peter Moreno zu Gast in Ristedt

Bauchredner Peter Moreno zu Gast in Ristedt

14 Mädchen lernen Wen Do in Leeste

14 Mädchen lernen Wen Do in Leeste

Konzert der „Henry Girls“ im Rathaus

Konzert der „Henry Girls“ im Rathaus

Kommentare