Vierteiliges Glaubensseminar der Kirchengemeinde St. Veit in Barnstorf

Theologische Themen und Musik

Die „deutsch-iranische Hauskreis-Band“ brachte beim zweiten Abend des vierteiligen Glaubensseminars in Barnstorf auch Lieder mit persischem Text zu Gehör. Foto: Konkel

Barnstorf - Von Eva-maria Konkel. In dem Buch „Schiffbruch mit Tiger“ von Yann Martel geht es neben der Abenteuergeschichte in erster Linie um Fragen des Glaubens. Und ein Dialog gibt den heutigen Zeitgeist in Glaubensfragen ziemlich genau wieder: „Der Glaube ist ein Haus mit vielen Zimmern – Mit Zweifeln? - Ja, auf jedem Stockwerk.“ Um diesen Zweifeln und Fragen auf den Grund zu gehen, bietet die Kirchengemeinde St. Veit in Barnstorf ein Glaubensseminar in vier Abschnitten an. Als Referent wurde, wie schon im September 2016, der ehemalige Landessuperintendent des Sprengels Osnabrück, Dr. Burghard Krause, gewonnen.

Teil eins mit dem Titel „Schöpfung oder Evolution – wie Glaube und Wissen voneinander profitieren“, fand schon am 18. September statt und war sehr gut besucht. Der zweite Teil mit dem Titel „Himmel oder Hölle – Was erwartet uns nach dem Tod“ lockte am Freitagabend knapp 70 Zuhörer ins Gemeindehaus an der Kirchstraße.

Vielen Christen ist der Glaube abhandengekommen – und das ist vielleicht auch das zentrale Problem in unserer Gesellschaft. „Wenn niemand mehr da ist, auf den wir unsere Schuld laden können, dann müssen wir uns selbst für alles verantwortlich machen – wie lange können wir das aushalten? Und ist das vielleicht auch die Ursache für viele psychische Probleme?“ Fragen, für die es keine endgültige Antwort gibt. Auch die Bibel lässt viele Interpretationsmöglichkeiten zu, so Burghard Krause. „Gerade Menschen, die sich mit dem Glauben schwer tun und viele Fragen haben, sind eingeladen, sich mit uns auf eine Erkundungstour durch diese Themen zu begeben“, sagte der Theologe.

Und der Einstieg in die Thematik wurde den Besuchern leicht gemacht. Mit geistlicher Musik und einem Buffet zu Beginn jeder Veranstaltung war der Weg zu guten Gesprächen nicht weit.

Den Beginn der Reihe machte die Kantorei St. Veit mit gewohnt schönen Klängen. Den zweiten Abend bereicherte die deutsch-iranische Hauskreis-Band mit Piano, Gitarrenklängen und Gesang. Auch die weiteren Abende werden einen musikalischen Beginn haben. Teil drei der Reihe wird durch den Posaunenchor eröffnet und am kommenden Donnerstag wird Teil vier durch die Musik der Heaven@Eleven-Band bereichert.

Das Thema „Jüngstes Gericht“ und die Frage, wer in den Himmel komme und warum, beschäftigte die Anwesenden am Freitag offensichtlich sehr. Die Frage nach Gerechtigkeit drängte sich sehr schnell nach vorne.

„Wenn Gott alles vergibt, dann kann ich doch machen, was ich will, oder nicht?“ Diese Frage aus den Reihen der Gemeindemitglieder war auch von dem Theologen nicht eindeutig zu beantworten und ließ viele Fragen offen.

„Christsein ist wie eine Entdeckungstour. Wer ins Boot des Glaubens einsteigt, entdeckt hinter jeder Flussbiegung Neues“, dieser Text steht in der Einladung. Wer Antworten will, muss Fragen stellen.

„Gibt es eigentlich ein zu spät?“,diese Frage stellte Pastorin Ilka Strehlow in der Begrüßung und hatte die Antwort: „Gottes Liebe ist so groß, da gibt es kein zu spät. Aber ich glaube, es muss ein zu spät geben.“

Das Leben ist voll von Himmel und Hölle. Manchmal fühlen sich Menschen wie im Paradies, um dann irgendwann in tiefen Kummer zu stürzen. Wäre es da nicht tröstlich, auf ein besseres Dasein nach dem Tod hoffen zu können? Oder ist es besser, gleich zu sagen, mit dem Tod ist alles vorbei? Diese Fragen stellten sich im Laufe des Abends in zum Teil sehr lebhaften Diskussionen.

Am morgigen Dienstagabend beim dritten Teil des Seminars heißt das Thema „Mit Gott reden – aber wie?“ Ein Gebets-Training für Anfänger und Geübte verspricht Einblicke in das Gespräch mit Gott zu geben.

Teil vier am kommenden Donnerstag beleuchtet die Möglichkeiten, die Menschen haben, wenn sie ihre Talente erkennen und nutzen: „Was wohl in mir steckt?“ Wenn unser Christsein erwachsen wird.“ lädt zu Gesprächen mit- und untereinander ein.

Jede Veranstaltung des Glaubensseminars kann einzeln besucht werden. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr im Gemeindehaus der St. Veit Kirche, Kirchstraße 13, in Barnstorf.

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