Ausschuss bringt Aktionsplan für die Gemeinde auf den Weg

Thema Lärm: „Es gibt hier einiges zu tun“

Dichter Verkehr in der Ortsdurchfahrt Groß Mackenstedt: Die Anwohner der Bundesstraße 322 sind seit jeher besonders lärmgeplagt. - Foto: Ehlers

Stuhr - Von Sandra Bischoff. Ein Lärmpegel von 55 bis über 70 Dezibel herrscht nachts entlang der großen Straßen in der Gemeinde. Um diesen Wert zu reduzieren, hat der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt am Donnerstagabend den Lärmaktionsplan auf den Weg gebracht.

Kristine Helmerichs, Fraktionsvorsitzende der Grünen, hatte zuvor beantragt, die geplante erneute öffentliche Auslegung von zwei auf vier Wochen zu verlängern sowie noch in dieser Wahlperiode, spätestens aber zum Ende des Jahres einen Ratsbeschluss herbeizuführen und das Konzept fortzuschreiben. Dem stimmten ihre Ausschusskollegen uneingeschränkt zu. Der Plan muss erneut öffentlich ausgelegt werden, weil die Gemeinde sich entschieden hat, sogenannte ruhige Gebiete auszuweisen.

Dem höchsten Lärmpegel von über 70 Dezibel sind tagsüber 300 Menschen in Stuhr ausgesetzt. „Dieser Bereich gilt bereits als stark gesundheitsgefährdend“, sagt Heinz Mazur, Geschäftsführer des Planungsbüros PGT Umwelt und Verkehr in Hannover, der das Ansinnen vorstellte. Lärm sei ein „subjektives Konfliktfeld“. Nichtsdestotrotz sei Stuhr sehr stark geprägt durch Verkehrslärm auf der Autobahn und den Bundesstraßen. „Wir haben hier einiges zu tun.“ Angesprochen sei jedoch nicht nur die öffentliche Hand, sondern auch die private. „Alle müssen gemeinsam zur Lärmminderung beitragen.“

Der Aktionsplan beruhe auf vielen kleineren Umsetzungen. Als schwierig bezeichnete er den Umstand, dass viele betroffene Straßen nicht in der Baulast der Gemeinde liegen. Ziel sei es, entlang dieser Trassen Entlastung für die unmittelbaren Anwohner zu schaffen.

Ein offenporiger Fahrbahnbelag verringere beispielsweise deutlich das Grundrauschen. „Es bringt eine Reduzierung um zwei bis acht Dezibel, das ist ein lohnenswerter Ansatz.“ Allerdings stoße diese im Vergleich zu herkömmlichen Belegen teure Variante nicht immer auf Gegenliebe bei den Baulastträgern. Deshalb sei es wichtig, einen Ratsbeschluss zu fassen. „Dann haben Sie bei den Verantwortlichen etwas in der Hand.“ Allerdings sei das auch keine Garantie.

Auch eine Geschwindigkeitsreduzierung innerorts von Tempo 50 auf 30 trage zur Lärmminderung bei. Welche Wechselwirkungen solch eine Änderung mit sich bringen würde, Stichwort Schadstoffemmissionen, wollte Jan-Alfred Meyer-Diekena (FDP) wissen. Eine flächendeckende Verringerung auf Tempo 30 verringere die Emmisionen, sagte Mazur. „Die Leute nutzen dadurch auch keine Wohngebiete, und der Zeitverlust auf kurzen Strecken ist minimal.“ Tempo 30 führe oftmals auch zu einer leistungsfähigeren Verkehrssituation. Als ruhige Gebiete mit einem Grenzwert von 55 Dezibel, in denen der Pegel nicht zunehmen darf, hat Stuhr in einer Karte einige Landschafts- und Naturschutzgebiete festgesetzt.

Mehr zum Thema:

Perfekte Podolski-Party: Traumtor und Sieg gegen England

Perfekte Podolski-Party: Traumtor und Sieg gegen England

Die besten Bilder vom ruhmreichen Podolski-Abschied 

Die besten Bilder vom ruhmreichen Podolski-Abschied 

Polizei: Vier Tote und mindestens 20 Verletzte in London

Polizei: Vier Tote und mindestens 20 Verletzte in London

Werder gewinnt gegen Oldenburg und verliert Eilers

Werder gewinnt gegen Oldenburg und verliert Eilers

Meistgelesene Artikel

Rettungsdienste und Polizei proben Ernstfall

Rettungsdienste und Polizei proben Ernstfall

Vierte Diepholzer Kneipennacht ein voller Erfolg

Vierte Diepholzer Kneipennacht ein voller Erfolg

1500 fröhliche Gäste und 300 Kilogramm Grünkohl

1500 fröhliche Gäste und 300 Kilogramm Grünkohl

Polizei befreit Kinder aus Wohnung

Polizei befreit Kinder aus Wohnung

Kommentare