Theatergruppe Cornau begeistert mit plattdeutschem Stück „Lampenfewer“

Harmonie ist das Wichtigste

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Fast 350 Besucher kamen zu den beiden Aufführungen im Gasthaus F.H. Koch. Beste Stimmung herrschte auch am 1. Weihnachtstag.

Cornau - Von Thomas Speckmann. Grüner Pullover, roter Pullover, Mütze auf, Mütze ab: Marian Kammann kam ein bisschen ins Schwitzen. Immer wieder musste er sich hinter den Kulissen umziehen. „Ganz schön warm auf der Bühne“, berichtete der Laiendarsteller nach der gelungenen Aufführung der Theatergruppe Cornau, die ihm in diesem Jahr einiges abverlangt hatte. Er verkörperte nämlich Zwillingsbrüder, tauschte daher ständig die Rollen und sorgte für reichlich Verwirrung auf der Bühne im Gasthaus F.H. Koch.

Mit ihrem plattdeutschen Dreiakter „Lampenfewer“ landete die Theatergruppe einen echten Volltreffer. Es war einmal nicht das klassische Bauernstück, sondern eine etwas modernere Geschichte. Das gefiel auch Friedrich „Hasso“ Meyer, der bis vor wenigen Jahren noch selbst auf der Bühne gestanden hatte. „Sie haben den Mut, etwas anders zu machen“, lobte der frühere Spielleiter seine ehemaligen Weggefährten.

Mit der Resonanz zeigte sich „Hasso“ Meyer, der als Vorsitzender des Rad- und Motorsportvereins Cornau die Moderation übernahm, sehr zufrieden. Nach der gut besuchten Generalprobe füllten am 1. Weihnachtstag noch einmal 190 Gäste den großen Saal im Gasthaus F.H. Koch. Damit waren es unterm Strich fast 350 Besucher, die sich von der amüsanten Aufführung mitreißen ließen.

Das junge Publikum bekam einen kleinen Eindruck davon, wie es bei den Proben für ein Theaterstück zugehen kann. Der Dreiakter von Autor Erhard Brüchert handelt nämlich von einer Theatergruppe, die versucht, unter turbulenten Umständen das Stück „Flitterweeken up Helgoland“ zu inszenieren. Die Cornauer Akteure spielten also quasi sich selbst.

Ob seelische Grausamkeiten und Körperverletzungen in der Realität dazu gehören, darf an dieser Stelle bezweifelt werden. Unterschiedliche Auffassungen gebe es bei ihren Proben aber durchaus, berichtete Anika Behrens, die bereits seit neun Jahren dabei ist. Sie nahm in dem aktuellen Stück eine vermittelnde Rolle ein und kam gegen Ende der Aufführung zu einer vielsagenden Feststellung: „Harmonie ist das Wichtigste im Leben und auf der Bühne.“

Beim Publikum kam das Stück gut an. „Toll, was die hier auf die Beine stellen“, staunte Gisela Hodde. Sie war vor allem gekommen, um das schauspielerische Talent ihrer Arbeitskollegin Jennifer Roth zu bewundern. Und die legte sich vor allem im dritten Akt mächtig ins Zeug, als die mit Spannung erwartete Liebesszene mit Mitspieler Marian Kammann wartete. Ob das wohl ihrem Ehemann, der gleich in der ersten Reihe saß, gefiel? Nun, er sah die „Seuten“ ganz gelassen, keine Spur von Eifersucht: „Ist ja nur Theater“, lachte Timo Roth.

Mit den Liebesbekundungen löste sich dann auch das Verwirrspiel um die Zwillingsbrüder auf, die sich lediglich durch die grünen und roten Pullover unterschieden. „Mensch, was sind wir farbenblind!“, lautete die Erkenntnis von Darstellerin Miriam Mahnke. Und auch Henning Hagedorn raufte sich am Ende den Schopf, den er sich für das Stück geliehen hatte. „Ist das schön, wenn man die Haare wieder abnehmen kann“, schmunzelte der Glatzkopf nach der „heißen“ Vorstellung.

Zwei der sieben Akteure waren ebenfalls sichtlich erleichtert und zufrieden, als sie den Schlussapplaus des Publikums ernteten und die Bühne verließen: Finja Hoth und Mick Dullweber. Sie waren mit zarten 17 Jahren die jüngsten Mitglieder der Truppe – und meisterten ihre Aufgabe bravourös. Dass mit Elke Kriesmann eine wichtige Stütze im Flüsterkasten saß, gab ihnen zusätzliche Sicherheit. Natürlich war bei den Youngstern auch etwas „Lampenfewer“ dabei. Aber das gehört einfach dazu – im wahren Leben oder wie in Cornau auf der Theaterbühne.

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