Deutliche Mehrheit im Fleckensrat

Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt: Barnstorf bewirbt sich für Pilotprojekt

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Die Ortsdurchfahrt im Zuge der B 51 in einer Aufnahme vom November 2016. Wenn Barnstorf zur Teilnahme an dem Pilotprojekt ausgewählt wird, könnte hier ein Tempo-30-Bereich eingerichtet werden.

Barnstorf - Von Sven Reckmann. Tempo 30 auf der Bundesstraße 51 im Barnstorfer Ortskern – das soll nach dem Willen der Barnstorfer Politik in einer Testphase erkundet werden. Der Fleckensrat stimmte bei seiner Sitzung am Mittwochabend mit großer Mehrheit dafür, sich für ein Pilotprojekt zu bewerben.

Das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr hatte im vergangenen Jahr das Modellprojekt „Tempo 30“ ins Leben gerufen.

Nach den bisherigen Plänen soll auf mehreren innerörtlichen Teststrecken im Land drei Jahre lang Tempo 30 angeordnet werden. in dieser Zeit sollen unabhängige Gutachter die Auswirkungen der Geschwindigkeit auf Lärm, Sicherheit, Luftqualität und Verkehrsfluss messen.

Derzeit läuft das sogenannte Interessenbekundungsverfahren für die niedersächsischen Kommunen. Grundsätzlich ist jede Kommune berechtigt, an dem Modellversuch teilzunehmen. Für das Modellprojekt werden Streckenabschnitte sowohl aus Großstädten, aus Mittel- und Kleinstädten sowie aus kleineren Orten mit typischen Ortsdurchfahrten gesucht, die teilnehmen möchten. Der Landkreis Diepholz hält aus verkehrsbehördlicher Sicht die B51 in Barnstorf für geeignet.

Teststrecke muss mindestens 500 Meter lang sein

Die Bewerbung muss einen konkreten Streckenabschnitt benennen, der mindestens 500 Meter lang sein soll und möglichst Knotenpunkte einbezieht. Statt der erlaubten 50 Stundenkilometer wären dann im Rahmen des Modellversuchs vorübergehend nur noch 30 Stundenkilometer erlaubt.

Die Verwaltung hatte den Ratsmitgliedern drei mögliche Streckenabschnitte vorgeschlagen (von Norden kommend): Durchfahrt Rustmannshausen, Am Kampe bis Walsener Straße und Huntebrücke bis Steenflage.

CDU-Vertreter Ludolf Roshop nannte eine ganze Reihe von Gegenargumenten zur Teilnahme an dem Projekt. Er bezweifelte, dass es eine Emissionsverminderung gibt, weil der Verkehr ja langsamer durch den Ortskern fließe. Er befürchtete zudem, dass Verkehr, der innerorts unterwegs ist, auf die Nebenstraßen ausweicht.

Einzig in puncto Lärm sah Roshop eine Verbesserung, aber ansonsten „noch mehr Regulierung, noch mehr Beschilderung. Wir können das nicht unterstützen.“

„Feinstaubbelastung rechtfertigt den Versuch“

Zustimmung zu dem Projekt signalisierte Alexander Grimm (SPD): „Barnstorf liegt in den Top 10 der Feinstaubbelastung, das allein rechtfertigt den Versuch schon.“ Auch der Lärm gehe zurück, das sei eindeutig im Sinne der Anlieger. Klaus Naber (FDP) meinte, so eine Maßnahme würde die Sicherheit vor Ort erhöhen, gab aber zu bedenken, dass schon heute bei hohem Verkehraufkommen der Verkehr gebremst sei.

Zustimmung auch von Fredy Albrecht (SPD), der keine Ausweichbewegungen von Autofahrern auf Nebenstraßen sieht. „Keiner wird sich deswegen durchs Hunteholz schlängeln.“

Bei 14 Ja-Stimmen sprach sich der Rat dafür aus, sich für das Modellprojekt zu bewerben, vier Gegenstimmen kamen von Ludolf Roshop, Stefan Bruns, Holger Rabbe und Heinrich Windeler.

Als Streckenabschnitt wurde der Bereich zwischen Einmündung Walsener Straße und der Einmündung Am Kampe ausgewählt.

Für den Bereich Rustmannshausen soll bei der Straßenverkehrsbehörde angeregt werden, Geschwindigkeitsmessungen durchzuführen. Dort – so berichteten mehrere Ratsmitglieder übereinstimmend – hielten sich viele Fahrer nicht an Tempo 50.

Mit dem Votum des Barnstorfer Fleckensrates ist noch nicht entschieden, ob Tempo 30 im Ortskern kommt, aber die Bewerbung dazu wird nun auf den Weg gebracht. Welche Kommunen in Niedersachsen an dem Pilotprojekt „Tempo 30“ schließlich teilnehmen, das soll im dritten Quartal dieses Jahres entschieden werden.

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