Grundschule Barnstorf-Drentwede kooperiert bei Fußball-AG mit Werder Bremen

Teamspiel, Spaß und Bewegung

Egel, welches Trikot getragen wird: Für diese Jungen und Mädchen der Klasse 3a zählte nur Fußball. Hinten links: Klassenlehrer Holger Paltinat und Schulleiterin Inge Beimel, hinten in der Mitte Daniel Hefele und hinten rechts Projektleiter Selim Özyurt.

Barnstorf - Von Simone Brauns-bömermann. Donnerstags in den ersten vier Stunden heißt es an der Grundschule Barnstorf-Drentwede im Sportunterricht: Das Runde muss ins Eckige. Dann steigt die Spannung der Schüler, die Turnbeutel sind schnell gegriffenes Utensil und ab geht es in die Sporthalle am Sundering-Stadion. Bei der Fußball-AG kooperiert die Schule mit dem heimischen Bundesligisten Werder Bremen.

Zur Vorgeschichte: Grundschul-Leiterin Inge Beimel erinnert sich noch genau: „Ich bekam eine Mail, ob die Schule an dem Schulprojekt „Moin Fußball AGs“ vom SV Werder Bremen interessiert sei.“ Natürlich habe sie sofort dem Verantwortlichen Selim Özyurt, Projektleiter der Schulfußball-AGs Interesse daran signalisiert. Und habe den Zuschlag als Schule bekommen.

Seit dem aktuellen Schulhalbjahr ist Daniel Hefele aus Stuhr, Freiwilliger im Sozialen Jahr und Spieler in der U19 der JFV Nordwest (A-Junioren Regionalliga Nord), regelmäßig für ein Jahr lang in Barnstorf für die Schüler in der Sporthalle, um die grundsätzliche Idee der Fußball AGs an Schulen zu vermitteln: für Sport und Bewegung zu begeistern.

Im ersten Schulhalbjahr sind die dritten Klassen „am Ball“, im zweiten werden es die vierten Klassen sein.

„Hi Daniel“, erklingt wie ein Schlachtruf, ist aber eine freudige Begrüßung vor der Umkleide mit „Give me five“ und Umarmung. So freuen sich die Schüler auf ihren Trainer, der in Barnstorf während des Sportunterrichtes trainiert. Wenn er dort nach der vierten Stunde „fertig hat“, fährt der Fußball-affine junge Mann weiter zur Oberschule nach Bassum. „Ich orientiere mich gerade beruflich, vielleicht studiere in Richtung Sport.“

Zum Pressetermin ist Koordinator Özyurt an die Hunte gekommen und gibt gerne Auskunft über den „Roten Faden“ der Idee: „Weil es an den Schulen in Bremen und Niedersachsen immer weniger Sportunterricht gibt, haben wir das Angebot angeregt. Es besteht seit 2016 und startete in Oldenburg.“ Für die Schulen in Niedersachsen besteht die Möglichkeit, Fördergelder über die Landesschulbehörde im Rahmen der Ganztagsbetreuung oder eines Schulprojektes zu beantragen. Das Programm ist auf Langfristigkeit angelegt. Mit Abschluss der Kooperation seien die Trainingseinheiten zwischen Schule und dem SV Werder Bremen für ein Schuljahr vereinbart, so Özyurt.

„Wir hatten echt Glück, noch reingerutscht zu sein“, betonte Schulleiterin Beimel. Das wäre auch nur bei einer Grundschulgröße wie in Barnstorf-Drentwede möglich. Derzeit werden 269 Kinder dort beschult.

In der Sporthalle läuft derweil das Aufwärmen mit roten und blauen Softbällen: „Stellt Euch vor, die roten sind die Sonne, die blauen eisige Planeten“, erklärt Trainer Daniel und dann das Prozedere des Abwurfes während des Laufes. Schnell ist allen warm.

„Unser Ziel ist es, Kinder mehr für Bewegung zu interessieren. Das ist Gesundheitsförderung, Wertevermittlung wie Toleranz, Rücksicht und Respekt“, kommentierte Özyurt. Derzeit beteiligten sich 74 Schulen in insgesamt 119 Trainingseinheiten in Bremen und Niedersachsen. Die AGs haben verschiedene Schwerpunkte. Koordination, Stabilisation, Passspiel, Ballannahme und Torabschluss sind darunter. Insgesamt zählt das Gesamtprojekt derzeit 14 lizensierte Übungsleitern (FSJler/BFDler). „Jede Einheit beinhaltet ein kleines Turnier oder Abschlussspiel“, erklärte Özyurt.

Und dann ist auch schon das Schießen auf Kegel dran. Inzwischen sind die Bälle fest und grün-weiß und die Holzkegel fliegen nur so durch die Gegend. Die Kleingruppe, die zuerst alle Kegel umgeschossen hat, muss sich setzen. Und dabei ist dann ganz egal, für welchen Bundesliga-Verein das Herz schlägt: Hauptsache Fußball, egal, ob Junge oder Mädchen, egal, welches Sporttrikot getragen wird.

Die frotzelnde Bemerkung eines Schülers beim Weg in die Turnhalle in Richtung Özyurt: „Spielst Du bei Werder Bremen? Werder ist schei….“, ist wie weggewischt. Teamspiel, Spaß und Bewegung zählen.

Von Lehrern sei die Rückmeldung gekommen, dass sich die Schüler nun auch im Unterricht besser konzentrieren könnten, ergänzte der Koordinator und zeigte sich mit dem Ergebnis in Barnstorf sehr zufrieden.

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