Tango, Balladen, Metal und Witze

Jahresauftakt mit Big-Band-Orchester aus Lemförde

+
Das Big-Band-Orchester „Altes Amt Lemförde“ begeisterte zum wiederholten Mal die Besucher zum Neujahrskonzert in der Marienkirche mit Orchester-Chef und Dirigent Stephan Flore (links).

Mariendrebber - Angekündigt war das Big-Band-Orchester „Altes Amt Lemförde“ live und in concert als musikalischer Leckerbissen und schwungvoller Start in das Jahr 2017. Genauso wurde das Konzert zum 125-jährigen Bestehen des Musikvereins und als Neujahrskonzert für die Fans aus Mariendrebber und Umgebung in der Marienkirche zu Drebber. Das Orchester des Musikvereins „Altes Amt Lemförde“, das seit 1891 besteht und als akademischer Lehrermusikverein gegründet wurde, hat sich zu einer modernen und quirligen Big-Band entwickelt, die Spaß am Ausprobieren unterschiedlichster Musik-Genres hat.

Mit Stephan Flore am Pult und Posaunisten Stephan Klöpzig für die Moderation zuständig wird der Besuch immer zu einer tollen Reise von Klassik zu Pop, von Filmmusik zu Tanz, von Rock bis Metal. Dabei fällt jedes Mal auf, wie wunderbar eine Altersdurchmischung funktionieren kann mit einer gemeinsamen Sprache: Die Musik. Und mit Aktionen wie „We will follow him“, damit ist ihr musikalischer Leiter Stephan Flore gemeint, der die Musiker auch durch schweres Fahrwasser lotst.

Die Fans zahlten ihren Lohn in dem ansonsten kostenlosen Konzert mit stehenden Ovationen und Spenden in den Orchester-Zylinder am Ausgang.

Natürlich gewährte das begeisterte Publikum dem Big-Band-Orchester stehenden Applaus zur Wertschätzung für die Erfüllung des Raumes mit soviel Klang und Volumina.

Und obschon dem Orchester immer noch ein Tuba- und Klarinettenspieler fehlen, wie Klöpzig die Werbung vor fast voller Kirche platzierte, erklang ein prall voller symphonischer Klang des Big-Band-Orchesters in den Hallen der Kirche wider. Zu Kompositionen, die sonst in Kirchen nicht ganz üblich sind und der Geist des letzten Grafen von Diepholz beim Hören sicher das Jahrhundert in dem er sich nun befand, zuordnen konnte. Wenn nämlich zur Zugabe der Titelsong der Kinderserie eines Katers namens Tom und der Hausmaus Jerry „Vielen Dank für die Blumen“ erklingt oder Schlagzeuger Dr. Karl-Wilhelm Meyerrose der Rockballade „Nothing else matters“ der Metalband Metallica leiht. Und sein Sohn Hendrik das Gitarrensolo des vom Sänger der Band komponierten Solo spielt.

Zum Stichwort „We will follow him“ hielt das Orchester das Original aus dem Film „Sister Act“ parat. „I will follow him“ singt dort der Chor der Nonnen mit Whoopy Goldberg. Aber Stephan Klöpzig wäre nicht er, wenn er nicht auch für Mariendrebber kleine Witze dabeigehabt hätte: „Manche wissen ja nicht mehr was eine Nonne ist. Also: Ein kleiner Junge hilft einer Nonne über die Straße. Die bedankt sich bei ihm. Er: Schon gut, Freunden von Batman helfe ich gern“.

Posaunist Stephan Klöpzig (stehend) gibt in jedem Konzert nette „Schenkel-Klopfer“ zum Besten. Mariendrebber blieb da keine Ausnahme.

Weiter im musikalischen Amüsement ging es mit Leckerbissen wie dem „Libertango“ von Astor Piazolla, dessen Name von Libertad (Freiheit) und Tango resultiert. Dem wunderschönsten aller „Halleluja“ des legendären Leonard Cohen zum Gedenken und einem Medley von Chuck Berry, dem Pionier des Rock´n Roll. „Ich habe mal gegoogelt, also nachgeschaut, was Chuck eigentlich heißt“, erzählt Klöpzig, damit die Bläser einmal Luft holen können. „Wir entschieden uns unter vielen Bedeutungen zu „Liebling“. „Und was fällt Ihnen zu 1989 und Glasnost ein?“, seine nächste Frage Richtung Publikum. „Klar, die Scorpions aus Hannover und ihr Song „Wind of Change“, die Hymne der Wende“. Das Thema wechselt von den Klarinetten zu den Trompeten und der Kirchenraum füllt sich mit dem Gefühl von Freiheit. „Eine hübsche Schmelz-Schmonzette zu den Abenteuern des englischen Geächteten Robin Hood, hätten wir für Sie dabei“, so Klöpzig. 50 000 Dollar kostete der Streifen, 74 Euro die Noten fürs Orchester. „So viel sind Sie uns wert“, schalkt der Posaunist mit den lockeren Lippen zum Witz und an seinem Instrument.

Aus „(Everything I do) I do it for you“ macht die Big-Band „We do it for you“ mit Hinweis auf den schwarzen Zylinder am Ausgang für die Spende. Das Big-Band-Orchester versprach wieder zu kommen: Die Kirche in Mariendrebber ist nämlich ein wunderbarer Resonanzraum und das Publikum ein guter Genießer und spart nicht mit dem Brot der Künstler: Dem Applaus. 

sbb

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Kaum Besucher am ersten Wochenende des Sulinger Adventsmarktes

Kaum Besucher am ersten Wochenende des Sulinger Adventsmarktes

Kaum Besucher am ersten Wochenende des Sulinger Adventsmarktes
„Flohmarktartikel nehmen wir nicht“

„Flohmarktartikel nehmen wir nicht“

„Flohmarktartikel nehmen wir nicht“
Falschparken und andere Verstöße: In Twistringen gibt es mehrere Problemstellen

Falschparken und andere Verstöße: In Twistringen gibt es mehrere Problemstellen

Falschparken und andere Verstöße: In Twistringen gibt es mehrere Problemstellen
Corona-Testzentrum in Brinkum: Neustart für Abstrich durch die Autoscheibe

Corona-Testzentrum in Brinkum: Neustart für Abstrich durch die Autoscheibe

Corona-Testzentrum in Brinkum: Neustart für Abstrich durch die Autoscheibe

Kommentare