Vom Walsen in die Welt

Svenja Ottemanns Weg der Selbstfindung aus Barnstorf bis nach Indien

Die ehemalige Barnstorferin Svenja Ottemann hat Ayurveda und Yoga bei einer Reise nach Indien für sich entdeckt.
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Die ehemalige Barnstorferin Svenja Ottemann hat Ayurveda und Yoga bei einer Reise nach Indien für sich entdeckt.

Barnstorf – Vom Walsen in die Welt: Nachdem Svenja Ottemann in Barnstorf aufgewachsen war, zog es die heute 31-Jährige nach Indien. Dort lernte sie neben der Kunst des Yogas auch Ayurveda kennen, die älteste Gesundheitslehre der Welt.

„Ich bin auf dem Walsen in Barnstorf mit meinen beiden kleinen Geschwistern und meiner Mutter aufgewachsen. Als ich 14 war, wurden wir zu einer kunterbunten Patchworkfamilie, plötzlich hatte ich zwei große Geschwister, einen Stiefvater und einen Hund – ich habe den Trubel meistens genossen und war schon immer ein sehr aufgeschlossenes Kind“, beschreibt Ottemann ihre Kindheit.

Engagement beim MTV Barnstorf

Ihre Leidenschaft war Volleyball. Sie habe jedes Wochenende in der Halle verbracht und wurde bereits im Alter von 15 Jahren selbst Volleyballtrainerin beim MTV Barnstorf. Gemeinsam mit ihrer Cousine habe es Svenja viel Spaß gemacht, „die Mädels“ zu einer richtigen Mannschaft heranwachsen zu sehen, ihnen das Spielen beizubringen und sie immer wieder zu motivieren. Mit einigen ihrer ehemaligen Spielerinnen habe sie noch heute Kontakt.

„Nach meinem Abitur 2010 an der Graf-Friedrich-Schule in Diepholz, zog es mich nach Hamburg. Dort studierte ich Medien- und Kommunikationsmanagement, absolvierte ein Auslandssemester in New York City und bereiste auch nach meinem Bachelor fleißig die Welt“, berichtet sie.

Im Alter von 24 Jahren hatte Svenja Ottemann eine Junior Stelle im Online-Marketing bekommen und sei das Gefühl nicht losgeworden, dass sie mit den 40 Stunden Arbeit die Woche mehr machen könne. Ihr Lebenslauf bekam zum ersten Mal eine Lücke. Sie kündigte – ohne einen „Plan B“ – und vertraute auf ihr Bauchgefühl.

Reiselust beginnt in Australien

Nach einem Jahr als Au-Pair in Australien kam sie wieder und entschloss sich, endlich den Weg einzuschlagen, der wirklich zu ihr passe: Sie startete ihr Sportstudium an der Uni Hamburg und arbeitete nebenbei als Flugbegleiterin für die Lufthansa.

„In den Semesterferien 2019 reiste ich dann nach Indien. Eigentlich wollte ich für mich selbst Yoga lernen, doch dann kam alles anders...“, sagt die ehemalige Barnstorferin.

Nach der Auffassung der 31-Jährigen sei Yoga hier im Westen eher als Sport bekannt, für den man gelenkig sein muss und den eigentlich nur schlanke junge Frauen machen können, die bereits Spagat können.

„Doch für mich war Yoga schon immer mehr als einfach Sport, denn ich merkte ganz deutlich den Unterschied zum Volleyballtraining oder einer Einheit im Fitness Studio. Ich hatte diese unglaubliche innere Zufriedenheit, die Klarheit, den Fokus und dieses Gefühl ganz bei mir selbst zu sein.“

In Indien habe sie eine kleine Einführung in die älteste Gesundheitslehre der Welt, Ayurveda, bekommen.

Ursprung des Ungleichgewichts

„Ich war sofort fasziniert, denn die jahrtausendealte indische Heilkunde bekämpft nicht einfach die Symptome von ,Mensch xy‘, sondern schaut sich den Menschen als Gesamtbild an. Körperliche und mentale Beschwerden werden ganzheitlich betrachtet, um den Ursprung des Ungleichgewichts zu finden“, so Svenja Ottemann.

Sie wollte mehr darüber wissen und absolvierte im Anschluss eine Ausbildung zur Ayurveda Therapeutin am Ayurveda Campus Schwerin.

„Die ayurvedische Ernährungslehre hat mein Essverhalten grundlegend verändert und mir geholfen, zurück in mein natürliches Gleichgewicht zu finden – ohne Diät, ohne Zwang, einfach, weil ich endlich wieder gelernt habe, auf meinen eigenen Körper und meine Bedürfnisse zu hören. Mit Hilfe von Yoga und Ayurveda habe ich außerdem meine Schuppenflechte besiegt, unter der ich jahrelang litt“, erklärt sie.

Das letzte Jahr sei für viele aufgrund der Corona-Pandemie hart gewesen und habe einige zum Nachdenken gebracht. „Ich denke, dass viele erst in dieser Phase des Innehaltens mal wieder sich selbst zugehört haben. Und das kann ganz schön konfrontierend sein. Plötzlich kann man sich nicht mehr ablenken, sondern muss sich mit dem ganzen inneren Chaos auseinandersetzen.“

Ayurveda, Yoga, Meditation und Achtsamkeit können helfen

Ayurveda, Yoga, Meditation und Achtsamkeit könnten in so einer Phase hilfreich sein. Manche hätten durch das schnelle Leben den Kontakt zu sich selbst verloren und seien aus dem Gleichgewicht geraten.

Körperlichen Beschwerden wie Hautkrankheiten, Sodbrennen, Reizdarm, Verdauungsprobleme oder mentale Stressoren wie Schlafstörungen, innere Unruhe, Ängste bis hin zu Erschöpfungszuständen seien laut Svenja Ottemann Anzeichen eines Ungleichgewichts, das „nicht einfach mit der nächstbesten Pille“ zu lösen sei.

Deshalb bietet die ehemalige Barnstorferin gemeinsam mit Daniela Hahnen seit 2019 unter dem Namen „Santosha“ Ayurveda- und Yoga-Workshops in Asendorf an.

„Ich komme aber auch immer wieder gerne in die Heimat zurück und gebe Yoga Stunden am Strand der ,Bar dü Mar‘, am Dümmer. Ich durfte im Sommer 2019 beim Appletree Garden Festival in Diepholz vor über 100 Leuten auf der Bühne Yoga unterrichten“, sagt Svenja Ottemann.

Weitere Informationen

www.santosha-yogis.de oder telefonisch unter 0176/43672909.

Ayurveda

Die mehr als 5 000 Jahre alte Heilkunde Ayurveda bedeutet übersetzt „Wissen vom Leben“. Ziel der ayurvedischen Lehre ist es, den Körper zu entgiften und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Dazu gehört auch eine gesunde Ernährung.

Ayurveda geht davon aus, dass jedes körperliche oder seelische Ungleichgewicht ein Problem darstellt und Krankheiten verursacht. Grundlage für die individuelle Heilbehandlung und Ernährungsberatung im Ayurveda sind daher die drei, das seelische Gleichgewicht bestimmenden „Doshas“ („Vata“, „Kapha“ und „Pitta“).

Im Ayurveda werden die Menschen nach diesen drei Typen unterschieden. So ist es bei der ayurvedischen Ernährung zum Beispiel Voraussetzung, dass sich die Menschen entsprechend ihres Typs ernähren und auf bestimmte Lebensmittel verzichten.   Quelle:www.planet-wissen.de/gesellschaft/wellness/ayurveda

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