Online durch den Kuhstall

Christina Stratmann führt Schüler per Videostream über Bauernhof in Drebber

Bei ihrer Hofführung wird Landwirtin Christina Stratmann von Landvolk-Koordinatorin Vera Ohrdes (links) gefilmt. Die Schüler erleben den Hof so virtuell.
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Bei ihrer Hofführung wird Landwirtin Christina Stratmann von Landvolk-Koordinatorin Vera Ohrdes (links) gefilmt. Die Schüler erleben den Hof so virtuell.

Drebber/Sulingen – Was macht eigentlich ein Landwirt und wie sieht so ein Tagesablauf auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aus? Diesen Fragen gingen die Schüler des Gymnasiums Sulingen beim diesjährigen Zukunftstag auf die Spur. Per Videostream gab Christina Stratmann Einblicke von dem Leben und Arbeiten auf ihrem Bauernhof in Drebber.

Morgens wurde den Schülern spielerisch der Tagesablauf des Landwirtes näher gebracht. Nachmittags ging es virtuell auf den rund 120 Hektar großen Hof der Familie Stratmann. Landwirtin Christina Stratmann führte die Schüler per Videostream über den Hof von ihr und ihrem Mann in Drebber.

Der Rundgang begann an den Melk-Robotern, an denen Tag für Tag etwa 150 Milchkühe gemolken werden. „Ich zeigte den Kindern kurz die Funktionsweise und erklärte ihnen, dass die Kühe 24 Stunden am Tag selbst entscheiden können, wann sie gemolken werden möchten“, so die 33-Jährige.

Mutterkühe vor der Kamera

Nächste Station waren die Siloplatten. In ihnen werden Mais und Gras als Futtermittel gelagert. Auf der angrenzenden Weide durften sich die 14 Mutterkühe vor der Kamera präsentieren.

Das Videoformat ermöglichte den Schülern neue Perspektiven. So konnten sie auch mal unter eine Kuh schauen oder die Kamera tauchte in einen Futtermischwagen ein.

Im Hühnerstall, der von rund 90 Tieren bewohnt wird, zeigte die Landwirtin den Schülern unter anderem die Legenester. „Ich wollte den Schülern demonstrieren, dass jedes Huhn ein Ei am Tag legt“, so Stratmann.

Besonderes Glück bei den Kälbern

Bei den Kälbern hätten die Kinder besonderes Glück gehabt, so die Landwirtin. Ein „Milch-Taxi“ versorgte die Jungkühe gerade. Jeweils zweimal am Tag erhalten die Kälber drei Liter Milch.

Der letzte Halt der Hofführung per Videostream war der Viehstall, in dem zwei Melktechniken angewandt werden.

Nachdem Christina Stratmann den Schülern ihren gängigen Tagesablauf näher brachte, hatten sie die Chance der Landwirtin aus Drebber Fragen zu stellen.

Wertschätzung für Lebensmittel

„Mir war wichtig, dass die Kinder wissen, wo das Fleisch und die Milch herkommen, dass sie im Geschäft kaufen. Die Tiere müssen 365 Tage im Jahr von uns versorgt werden und das bringt einiges an Arbeit mit sich“, so die 33-Jährige.

Es ging ihr auch ein Stück weit um Wertschätzung, erklärte sie. Dafür habe sich die Lehrstunde über den Computer angeboten.

Hofpädagogin Stratmann freue sich dennoch wieder darauf, die Schüler persönlich vor Ort in Empfang nehmen zu dürfen, auch wenn die Online-Führung durch den Kuhstall eine geeignete Alternative war.

Dieses Jahr fand der niedersächsische Zukunftstag für Jungen und Mädchen beim Landvolk-Kreisverband Grafschaft Diepholz in digitaler Form statt. In Zeiten von Corona, in der durch Kontaktbeschränkungen Praktika sowie Besuche in Betrieben ausfallen, sei es laut Landvolk umso wichtiger, jungen Menschen auch mit digitalen Angeboten den Weg für ihre spätere Berufswahl zu ebnen.

Das Landvolk Diepholz organisierte den virtuellen Besuch auf dem Bauernhof der Familie Stratmann, um den Schülern einen Einblick in den Arbeitsalltag eines Landwirtes und einer Landwirtin zu ermöglichen.

Transparenz schaffen

Der Kreislandvolkverband ist Bildungsträger im Rahmen des Projektes „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“. Hierüber werden Besuche auf landwirtschaftlichen Betrieben gefördert. Dabei können etwa Kinder und Jugendliche den Vormittag auf dem Hof verbringen und erleben, wie die aktuelle Landwirtschaft aussieht und wie Nahrungsmittel erzeugt werden. Auf dem Hof werden alle Sinne angesprochen. Landwirtschaft wird erlebbar gemacht. Aufgrund der Vorsichtsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie waren Hofbesuche leider nicht oder nur eingeschränkt möglich. Für den Sommer können sich Interessierte bei Vera Ohrdes (04271/945-114) melden.

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