„Verwaltungsaufwand wäre groß“

Strafen für Impfschwänzer: Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Barnstorf sind skeptisch

Zu versäumten Impfterminen sei es bei den dezentralen Impfterminen in Barnstorf kaum gekommen, erklären die Vorsitzenden des DRK-Ortsvereins Barnstorf.
+
Zu versäumten Impfterminen sei es bei den dezentralen Impfterminen in Barnstorf kaum gekommen, erklären die Vorsitzenden des DRK-Ortsvereins Barnstorf.

Barnstorf – Die Schutzimpfungen gegen das Coronavirus schreiten in Deutschland weiter voran. Für Probleme und Diskussionsstoff sorgen allerdings vergebene Impftermine, die nicht wahrgenommen werden. Zur Debatte einer Einführung von Strafen für Impfschwänzer nehmen Kerstin Gieseke und Sabine Brandt als Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Barnstorf Stellung.

Sowohl die 1. Vorsitzende Gieseke, als auch die 2. Vorsitzende Brandt vom DRK- Ortsverein Barnstorf bringen Erfahrungen aus den dezentralen Impfterminen in Barnstorf mit. Auf die Fragen der Redaktion antworteten die beiden Frauen gemeinsam.

Wie sind Ihre Erfahrungen zu versäumten Terminen aus den dezentralen Impfterminen in Barnstorf ?

Bei den Impfterminen in Barnstorf gehörten die über 80- und über 70-Jährigen zu den ersten der Bevölkerung. Es gab dort fast keine versäumten Termine. Wer verhindert war, meist durch Krankheit, hat sich über die Samtgemeinde Barnstorf abgemeldet. Die Verwaltung der Samtgemeinde hat uns immer zeitnah in Kenntnis gesetzt. Es gab tatsächlich einige wenige Menschen, die ihren Impftermin vergessen hatten. Diese wurden von uns zeitnah angerufen, damit sie noch die Möglichkeit hatten, zu kommen. Über unseren Anruf haben sie sich gefreut und waren dafür dankbar.

Wie bewerten Sie die Überlegungen zu einer Strafe bei versäumten Corona-Impfterminen?

Es wäre richtig, wenn es eine Strafe für diejenigen gäbe, die ihren Impftermin nicht absagen, vor allem bei Mehrfachanmeldungen. Es ist einfach rücksichtslos, Impftermine verfallen zu lassen, beziehungsweise nicht abzusagen. Gerade in Zeiten, in denen der Corona-Impfstoff knapp war, beziehungsweise noch immer nicht ausreichend vorhanden ist.

Wie sollte Ihrer Meinung nach eine sinnvolle Strafe bei versäumten Terminen aussehen?

Zu konkreten Strafen haben wir keine Meinung. Wenn es irgendwann Strafen geben sollte, in welcher Form auch immer, wird sicherlich auch hier der Verwaltungsaufwand nicht unerheblich sein. Darin sehen wir das größte Problem für Bußgelder beispielsweise.

Gebe es andere Vorschläge, um Corona-Impftermine möglichst effizient durchzuführen?

Spontane Impftermine in den beheimateten Gemeinden mit festem Datum und Uhrzeit anzubieten, nachdem die Impfpriorisierung aufgehoben worden ist, könnten wir uns als effiziente Strategie vorstellen. Wie es beispielsweise jetzt in Rehden in der Sporthalle gehandhabt wird.

Wäre mehr Flexibilität seitens der Impfteams – gerade in der Urlaubszeit – eine Lösung?

Wir wissen nicht, wie flexibel die Impfteams noch sind, das könnte der Kreisverband beurteilen. Da gab es auch einen Bericht, was das DRK in Sachen Impfen geleistet hat. Wir denken, die Impfteams sind noch gut ausgelastet. Zur Urlaubszeit würde man sich sicherlich mehr Flexibiliät wünschen, alleine schon, weil die Sommerferien anstehen. Nur dann hätte man sich im Juni / Juli damit beschäftigen müssen, da die meisten mit vollem Impfschutz in die Ferien beziehungsweise in den Urlaub wollen. Außerdem denken wir, die Impfteams waren vorrangig für die über 80- und über 70-Jährigen, sowie für den Einsatz in Alten- und Pflegeheimen gedacht. Mit der Aufhebung der Priorisierung wurde das dezentrale Impfen zurückgefahren. Da nun auch Hausärzte, Betriebsärzte und Fachärzte impfen können und genug Impfstoff da ist.

Alternative zu Strafen

Bei der Debatte zur Einführung von Strafen für Impfschwänzer forderten Gegner vermehrt Alternativen. Die Bundesregierung lehnte Bußgelder für nicht wahrgenommene Impftermine jetzt ab. Stattdessen könnten Impfanreize oder auch ein Bonussystem, durch die Impfwillige profitieren könnten, bessere Effekte erzielen. Es gehe vielmehr darum, noch Unentschlossene zu überzeugen. Einen solchen Weg wolle das DRK in Sachsen gehen: Nach Angaben eines Sprechers werde an einem Bonussystem gearbeitet, um die Impfbereitschaft hochzuhalten. Wer ins Impfzentrum kommt, solle Rabatte für Dienstleistungen oder Produkte bekommen. Regierungssprecher Steffen Seibert appellierte an die Bürger ihre Impftermine rechtzeitig abzusagen, sollten sie diese nicht wahrnehmen können.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Landkreis Diepholz: Großbrand ruiniert Scheune – 100 Einsatzkräfte nötig

Landkreis Diepholz: Großbrand ruiniert Scheune – 100 Einsatzkräfte nötig

Landkreis Diepholz: Großbrand ruiniert Scheune – 100 Einsatzkräfte nötig
Eröffnung des Gartenkultur-Musikfestivals 2021 auf dem Hohen Berg in Syke

Eröffnung des Gartenkultur-Musikfestivals 2021 auf dem Hohen Berg in Syke

Eröffnung des Gartenkultur-Musikfestivals 2021 auf dem Hohen Berg in Syke
Die Idee in der Flasche abgefüllt: Likörkreation aus Sulingen

Die Idee in der Flasche abgefüllt: Likörkreation aus Sulingen

Die Idee in der Flasche abgefüllt: Likörkreation aus Sulingen
Lehrer-Ehepaar Wilhelmi nimmt Abschied vom Gymnasium Sulingen

Lehrer-Ehepaar Wilhelmi nimmt Abschied vom Gymnasium Sulingen

Lehrer-Ehepaar Wilhelmi nimmt Abschied vom Gymnasium Sulingen

Kommentare