Neue Route für den Festumzug

André Kleine ist neuer Schützenkönig in Barnstorf

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Der scheidende König Günther Plate erhielt Dessous aus der Theatervorstellung der Barnstorf Speeldeel. Zur Anprobe konnten ihn Thomas Brüggemann und Dirk Hinrichs aber nicht bewegen.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. „Das war eine Zitterpartie. Dramatischer ging es nicht“, kommentierte Präsident Mathias Wolf das Geschehen am Sonntagabend in der Schützenhalle an der Bremer Straße.

Zunächst hatte es danach ausgesehen, als wenn der rund 400 Mitglieder zählende Schützenverein Barnstorf die Republik ausrufen müsste. Doch dann kam der letzte Aufruf zum Schießen – und mit ihm die Erlösung: André Kleine fasste sich ein Herz und sicherte sich den Königstitel.

„Einfach mal spontan hingesetzt und geschossen“, lächelte der frisch gebackene König, bevor er von seinen Schützenbrüdern freudestrahlend aus der Halle getragen wurde. 

Dabei wurde er von seiner Verlobten Katja May begleitet, die den Entschluss ihres Partners mittrug und der Regentschaft ebenfalls gelassen entgegenblickte: „Das kriegen wir schon hin!“ Davon zeigte sich auch Präsident Wolf überzeugt: „Genießt es!“, rief er dem neuen Königspaar zu.

Umzug führte erstmals mitten durch den Ort

Ausgiebig genossen hatten die Grünröcke auch ihr 145. Schützenfest, das bereits am Freitagabend mit dem Kommers begonnen hatte. „Gut besucht, lockere Stimmung, super Wetter. Was will das Schützenherz mehr!“, fasste der Präsident die drei Festtage zusammen. 

Besonders stolz war er auf den Umzug am Sonntag. Die Schützen waren erstmals auf dem Netto-Parkplatz anstatt am Bahnhof angetreten, sodass der Ausmarsch mitten durch den von der Jugend geschmückten Ort führte.

Auf dem Festplatz herrschte vor allem am Samstagabend reger Betrieb. Bei angenehmen Temperaturen standen auch viele Gäste vor dem Zelt, darunter stattliche Abordnungen der Nachbarvereine Drentwede, Dreeke und Düste-Rechtern. 

Als Bereicherung erwies sich das ausgedehnte Programm für die Kinder. Dafür ging ein großer Dank an Mitorganisatorin Kerstin Klauke, der Mutter der scheidenden Kinderkönigin Jolina.

Beim Festumzug durch Barnstorf kam erstmals der von Vereinsmitglieder neugebaute Königswagen zum Einsatz.

Lobende Worte für die scheidenden Regenten gab es am Sonntagabend von Kanzler Dirk Hinrichs, der nach zehnjähriger Tätigkeit vermutlich seine letzte Rede auf dem Krönungshügel hielt und dabei noch mal einige Überraschungen parat hatte. 

Majestät Günther Plate, Gründungsmitglied der Barnstorfer Speeldeel, erhielt reizende Unterwäsche aus dem letzten Theaterstück. Persönlich überreicht von Laiendarsteller und Schützenbruder Thomas Brüggemann, der die Dessous auf der Bühne getragen hatte. „Anziehen, anziehen“, riefen die Schützendamen. Aber diesem Wunsch kam der scheidende König nicht nach.

Stattdessen ging es weiter im Text. Nach den lobenden Worten für den Hofstaat von Günther und Birgit Plate wandte sich der Kanzler Jugendkönigin Larissa Plate zu: „Ein Juwel der Barnstorfer Jungschützen“. Sie hatte gemeinsam mit Cedrik Hinrichs regiert. 

Ihre Nachfolge trat Tobias Cordes mit Nicole Friede an. An ihre Seite rückten die Adjutanten Diandra Timpe und Rene Stahmann sowie die Ordonnanzen Eileen Reinschild und Timo Dießelberg. Vizekönig wurde Vanessa Drieling.

Joelina Kruber sichert sich den Kinderkönigstitel

Bei den Kindern schaffte Joelina Kruber den lang ersehnten Durchbruch. Im Vorjahr musste sie sich noch mit dem Vize-Titel begnügen, nun setzte sich die Elfjährige im Schießen um die Königswürde durch und holte sich Linus Uhlhorn als Prinz an ihre Seite. 

Als Adjutanten stellten sich Max Schmidt und Josefine Bittel zur Verfügung. Vizekönig wurde Madita Bruns. Für die sportbegeisterte Kinderkönigin Jolina, die gemeinsam mit Enno Vogelsang regiert hatte, kam hingegen der Zeitpunkt, sich im Kurzinterview aus dem Amt zu verabschieden.

Unter den Augen der Untertanen wechselten die Insignien ihre Besitzer. André Kleine bekam den Beinamen „Allrounder“. Er ging auf die Knie, damit die Pioniere ganz bequem die Schulterklappen wechseln konnten. Derweil stiegen Marcel und Dorothea Bergel zu Adjutanten auf. 

In die Rolle der Ordonnanzen schlüpften Vanessa Glienke und Bernd Jedlicka. Schießwart Andreas Helfer, der mit den Schießwettbewerben an zwei Tagen voll ausgelastet war, genügte die Vizekönigswürde. Mit dem obligatorischen Ehrentanz ging das Schützenfest auf die Zielgerade. Der König blickte dem neuen Schützenjahr ganz entspannt entgegen: „Was kommt, das kommt.“

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