Kommune appelliert an die Verantwortung

Sparkasse soll Entscheidung überdenken

Auch die Filiale an der Bahnhofstraße in Drentwede fällt dem Sparkurs der Kreissparkasse Grafschaft Diepholz zum Opfer.

Barnstorf - Die Bürgermeister der Gemeinden Eydelstedt und Drentwede machen weiter Front gegen die geplante Schließung der Sparkassen-Filialen. Unterstützung haben die Gemeindevertreter zwischenzeitlich aus der Politik der Samtgemeinde Barnstorf erhalten. Der Samtgemeindeausschuss hat in seiner nicht-öffentlichen Sitzung am vergangenen Donnerstag eine Stellungnahme formuliert, die sich gegen die Schließungspläne richtet und die Bedeutung der Filialen für den ländliche Raum hervorhebt. Verbunden mit der Bitte an Vorstand und Verwaltungsrat der Kreissparkasse, ihre Entscheidung zu überdenken.

„Die Entscheidung der Kreissparkasse Grafschaft Diepholz berücksichtigt nicht den demografischen Wandel“, heißt es in dem Schreiben der Samtgemeinde. In beiden Mitgliedsgemeinden gebe es einen hohen Anteil an älteren Einwohnern. Diese Entwicklung sei in den vergangenen Jahren durch den Bau von Seniorenwohnanlagen und Pflegeeinrichtungen in beiden ländlichen Kommunen noch verstärkt worden.

Dieser Trend werde von der Samtgemeinde unterstützt und gefördert. Gerade die Ortskerne beider Gemeinden sollten durch das Förderprogramm „Leben mittendrin“ gestärkt werden. Zu den notwendigen Einrichtungen gehöre dabei zumindest ein fußläufig durch geringes Verkehrsaufkommen erreichbarer Servicepunkt der Sparkasse. Ferner weist der Samtgemeindeausschuss darauf hin, dass in beiden Gemeinden in den vergangenen Monaten zahlreiche Flüchtlinge untergebracht worden seien, die überwiegend ein Konto bei der Kreissparkasse hätten. Dieser Personenkreis sei vielfach nicht motorisiert und daher in besonderem Maße darauf angewiesen, Bargeld vor Ort zu erhalten.

Aus dem Schreiben geht zwar ein gewisses Verständnis für geänderte Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Erwägungen der Sparkasse hervor. Nicht zu verstehen sei jedoch, dass auch kein Servicepunkt mit Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker in den Orten verbleiben soll. Daher wird ausdrücklich gefordert, entsprechende Automaten sowohl in Drentwede als auch in Eydelstedt zu belassen.

Abschließend stellt die Samtgemeinde Barnstorf fest, dass die Sparkasse als Anstalt des öffentlichen Rechts eine Verantwortung für die Daseinsvorsorge im ländlichen Raum habe. Gemeinwohl und Gemeinnützigkeit seien einer Gewinnmaximierung laut Sparkassengeschäftsordnung voran zu stellen. Auf diesen Punkt haben die Bürgermeister eigenen Angaben zufolge auch in ihrem gemeinsamen Gespräch mit Verwaltungsratsvorsitzendem Cord Bockhop hingewiesen: „Die Sparkasse hat einen öffentlichen Auftrag, eine gewisse Bürgernähe darzustellen.“ 

sp

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