Kommune präsentiert Pläne für Familien- und Bildungszentrum Eydelstedt

Sozialministerin macht Hoffnung auf Fördermittel

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Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (r.) informierte sich über das Projekt „Familien- und Bildungszentrum Eydelstedt“. Zu den Gesprächspartnern gehörten unter anderem (vorne, v.l.) Landtagsabgeordneter Grant Hendrik Tonne, Bürgermeister Friedrich Bokelmann, Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers und stellvertretende Kindertagesstättenleiterin Anke Hohlt.

Eydelstedt - Von Thomas Speckmann. „Wir haben ein bisschen suchen müssen“, schmunzelte Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD), als sie gestern Nachmittag auf Umwegen im ländlich gelegenen Dörpel eintraf und aus ihrer schwarzen Limousine stieg. Vor der Kindertagesstätte wartete bereits ein großes Empfangskomitee auf die Landesvertreterin, deren Besuch mit großen Hoffnungen verbunden war. Die Vertreter der Kommune wollten ihr das Projekt „Familien- und Bildungszentrum Eydelstedt“ näher bringen, dass sich ohne Landeszuschüsse nicht realisieren ließe.

Etwa eineinhalb Stunden Zeit nahm sich die Ministerin, um die Kindertagesstätte und anschließend auch die Grundschule in Eydelstedt zu besichtigen. Nach dem Willen der Kommune sollen beide Einrichtungen am Schulstandort im Rahmen eines multifunktionalen Zentrums miteinander verbunden werden. Ein Vorhaben, dass in Hannover auf offene Ohren stößt. „Das ist ein schönes Projekt, das wir gerne fördern“, erklärte Rundt bei einer abschließenden Kaffeetafel in der Schule.

Das war Musik in den Ohren von Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers. Mit einer solchen Aussage hatten er und die übrigen Vertreter von Samtgemeinde Barnstorf und Gemeinde Eydelstedt im Vorfeld noch gar nicht gerechnet. Die Gastgeber verdeutlichten der Sozialministerin sowie den Landtagsabgeordneten Grant Hendrik Tonne (SPD) und Karl-Heinz Klare (CDU) ganz anschaulich die Probleme, die insbesondere baulicher Natur sind. Denn es fehlt an Platz – sowohl in der Grundschule als auch in der mehrere Kilometern entfernten Kindertagesstätte.

Leiterin weist auf Raumnot hin

An der idyllischen Lage der Kindertagesstätte gab es zwar nichts zu meckern, aber stellvertretende Leiterin Anke Hohlt wies bei einer kleinen Führung durch die mehr als 40 Jahre alte Einrichtung auf die Raumnot hin, die sich insbesondere bei Gruppenarbeiten mit den aktuell 42 Kindern oder auch bei Einzelgesprächen mit Therapeuten bemerkbar mache.

Nach dem vorliegenden Konzept ist eine Verlagerung der Kindertagesstätte nach Eydelstedt vorgesehen. Durch die Nutzung des alten Feuerwehrgerätehauses und einen Anbau in Richtung Sportplatz könnten zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden, unter anderem für eine gemeinsame Mensa und sowie für Vereins- und Tagungsräume.

Das alte Feuerwehrgerätehaus könnte in das Projekt einbezogen werden und eine Nachnutzung als Mensa erfahren.

Schulleiterin Marleen Schäfer zeigte die Vorteile einer räumlichen Nähe auf und wies auf die intensive Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Kindertagesstätte hin. Es gebe verschiedene Projekte, bei denen künftige Erstklässler frühzeitig in den Schulalltag eingebunden würden. Ferner machte sie auf die fehlende Barrierefreiheit und die sanierungsbedürftigen Toiletten aufmerksam. Solche Zustände ließen sich ebenfalls im Zuge einer finanziellen Förderung verbessern.

Bürgermeister Friedrich Bokelmann, der sich in den vergangenen Monaten für das Projekt stark gemacht und auch den Besuch der Ministerin über Grant Hendrik Tonne eingefädelt hatte, brachte einen weiteren Aspekt ins Spiel. Ein Familien- und Bildungszentrum könne dazu beitragen, dass Bürger, insbesondere junge Menschen, langfristig in der Gemeinde blieben. „Das ist ein Schritt, die Landflucht aufzuhalten“, unterstrich der Bürgermeister. Darüber hinaus könne das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Schulstandortes leisten.

Örtlichkeiten derzeit auch als Treffpunkt für Einheimische und Flüchtlinge

Lübbers stellte in seiner Projektvorstellung heraus, dass Schule und Turnhalle auch von Vereinen und Gruppen genutzt würden und ganz aktuell auch als Treffpunkt für Einheimische und Flüchtlinge dienen. Dies habe sich bei der Familienmesse gezeigt. „Unser Ziel ist es, hier dauerhaft einen Treffpunkt zu installieren“, betonte der Samtgemeindebürgermeister.

Vor dem Hintergrund des Städtebauprogramms „Kleinere Städte und Gemeinden“ wies Lübbers auf die enge Kooperation zwischen der Samtgemeinde Barnstorf und der Nachbargemeinde Goldenstedt hin, die bereits bei der Projektfindung eng zusammengearbeitet und damit eine wesentliche Voraussetzung für die finanzielle Förderung erfüllt hätten.

Während Goldenstedt bereits einen Bewilligungsbescheid in Höhe von einer Million Euro erhalten hat, um das Harmann-Wessel-Haus umzubauen, wartet die Samtgemeinde noch auf eine Zusage. Die Anträge sind gestellt. Das Vorhaben umfasst ein Investitionsvolumen von zwei Millionen Euro. Etwa 600 000 bis 700 000 Euro würde die Kommune beisteuern, sofern das Land den Löwenanteil übernimmt.

Sozialministerin Rundt gab gestern zwar keine Zusage, weil noch eine Genehmigung vom Bundesministerium fehle, sprach aber von einer „extrem hohen Wahrscheinlichkeit“, dass ein erster Zuschuss in Höhe von 300 000 Euro fließt. Weitere Mittel müssten dann über Folge-Anträge angefordert werden. Der Antrag für das nächste Jahr sei bereits gestellt, berichtete Lübbers. Er wertete die Äußerungen der Ministerin als großen Erfolg: „Dass ist ein wichtiger Schritt, dass die Gesamtmaßnahme anerkannt wird.“

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