Sommerfest rund ums Meyer-Köster-Haus / „Nachmittag super gelaufen“

Verlockende Düfte dringen aus altem Steinbackofen

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Die Grillmeister: Egon Horstmann (l.) und Claus Fattroth servierten knackige Bratwurst.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Gudrun Hayen nutzt die Gunst der Stunde: Ein würzig-kräftiger Eichenblatthonig, den gibt es nicht jedes Jahr. Da greift die Besucherin aus Wuthenau zu, als sie beim Sommerfest der Heimatfreunde am Stand von Imker Peter Wagner vorbeischaut. Verlockend ist aber nicht nur der süße Brotaufstrich, auch die übrigen Angebote rund um das Meyer-Köster-Haus in Barnstorf ziehen die Besucher an.

Gestern Mittag hatte es im Heimatverein Samtgemeinde Barnstorf noch leise Bedenken gegeben, dass die Veranstaltung möglicherweise kein „Honigschlecken“ wird. Doch nach einem etwas verhaltenen Start strömten die Besucher auf das herausgeputzte Anwesen am Roggenberg. „Der Nachmittag ist super gelaufen“, bilanzierte Vorsitzender Jürgen Rattay am frühen Abend.

Die Organisatoren hatten Glück, dass der Regen erst zu später Stunde einsetzte. Obwohl: Einige Tropfen hatte es schon zu Beginn beim Freiluftgottesdienst der Kirchengemeinde St. Veit gegeben. Hier fanden die Besucher aber Schutz unter dem Dach des Göpels. Vielleicht waren es die Gebete von Pastorin Ilka Strehlow, die dem traditionsreichen Sommerfest einen positiven Verlauf bescherten.

Zur Freude der Gastgeber blieben viele Besucher nach dem Gottesdienst vor Ort und nutzten das Angebot an schmackhaften Stärkungen. Eine beliebte Anlaufstelle war das Backhaus, wo es nach frischem Butterkuchen duftete. Die Bäckermeister Klaus Telthörster und Erich Meyer sorgten mit vereinten Kräften für Nachschub. Mehr als 300 Grad Celsius herrschten in dem altdeutschen Steinbackofen. „Viele glauben gar nicht, dass darin geheizt wird“, berichtete Telthörster, der sich schon seit fast 20 Jahren in den Dienst des Heimatvereins stellt. Am Ende des Tages hatte das Duo 33 Bleche Butterkuchen unters Volk gebracht, dazu 120 Weißbrote und 50 Schwarzbrote, die im Vorfeld gebacken wurden.

Wie einst das Getreide für solche Zwecke verarbeitet wurde, das konnten die Besucher ebenfalls auf dem Gelände erfahren. Der Heimatverein präsentierte seine alten Geräte und Maschinen aus Landwirtschaft und Handwerk. Horst Johanning erläuterte die Funktionsweise einer Spritzdrehmaschine, die durch den benachbarten Göpel angetrieben wurde und munter vor sich her ratterte. Sie stammt aus der früheren Maschinenfabrik Borchers aus Barnstorf. Damit sei noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts das Korn vom Stroh getrennt worden, berichtete Johanning, der die Maschine vor einigen Jahren eigenhändig restauriert hatte.

Etwas weniger Jahre auf dem Buckel, aber ebenso sehenswert waren die drei Traktoren der Marke Porsche, die heimische Oldtimerfreunde zum Sommerfest auffuhren. Die Chance aufs Probesitzen ließen sich Josefin (5) und ihr Bruder Jonathan (2) nicht entgehen. Anschließend zog es die beiden Enkel des Vorsitzenden Rattay zu zwei ganz lebendigen Pferdestärken. „Happy“ und „Kalimero“ heißen die Shetlandponys, die Gerhard Lachmann vor seine Kutsche gespannt hatte, um kleine Touren anzubieten. Das kam gut an bei jungen Besuchern.

Für die Kinder wurde gestern ohnehin einiges geboten. Der Förderverein der Grundschule Barnstorf-Drentwede lud zum Basteln ein. Amina (8) fertigte einen Umschlag für ein Freundschaftsbuch an, in dem sie demnächst mit ihrer Freundin Jolina regelmäßig austauschen möchte.

Große Augen machten die Kleinen, als Heimatfreund Jürgen Ciglasch plötzlich auf Stelzen über das Gelände marschierte. Dabei hatte er beste Aussicht auf die neu angelegten Sitzbänke und Dekorationen rund um das Meyer-Köster-Haus. „Wir wollen das Gelände etwas dekorativer und lebhafter gestalten“, erklärte der Vorstandsvertreter.

Wer nach einem Bummel über das Anwesen verschnaufen wollte, konnte sich an der Kaffeetafel im Heimathaus niederlassen. Dort sorgte Jano Blase mit seinem Akkordeon für Unterhaltung. Die Jagdhornbläser und Drehorgel-Spielerin Rita Promann trugen ebenfalls dazu bei, dass das Sommerfest auch in musikalischer Hinsicht eine runde Sache wurde.

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