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So viele Haushalte wie noch nie bei der Barnstorfer Tafel

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Von: Jannick Ripking

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Die Barnstorfer Tafel gibt ihre Lebensmittel ab Juni wöchentlich im Wechsel an zwei verschiedene Haushalts-Gruppen heraus.
Die Barnstorfer Tafel gibt ihre Lebensmittel ab Juni wöchentlich im Wechsel an zwei verschiedene Haushalts-Gruppen heraus. © Ute Strathmann

Die ehrenamtlichen Helfer teilen die Ausgabe in zwei Gruppen und betreten damit Neuland. Fahrer und Sortierer werden gesucht.

Barnstorf – Die Barnstorfer Tafel hat es im Moment nicht leicht. So viele Haushalte wie noch nie nutzen derzeit ihr Lebensmittel-Angebot. „Rund 120 Haushalte“, sagt Tafel-Sprecherin Ute Strathmann. Insbesondere Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine hätten diese Zahl in die Höhe getrieben. Die Anzahl der ehrenamtlichen Helfer hat sich hingegen nicht verändert. Das bedeutet einen deutlichen Mehraufwand für die aktiven Unterstützer. Um sie zu entlasten, sucht die Tafel dringend neue Mitstreiter.

Vor 19 Tagen hatte die Tafel wegen der Flut an Neuanmeldungen sogar einen Aufnahmestopp ausgesprochen. „Diese Regelung heben wir aber am 7. Juni wieder auf“, sagt Strathmann. „Dann nehmen wir wieder Neue auf, weil wir die Ausgabe in zwei Gruppen aufteilen.“ Heißt: Ab dem kommenden Monat können die angemeldeten Haushalte in Barnstorf nur noch alle 14 Tage Lebensmittel bei der Tafel abholen. „Die Gruppen kommen dann wöchentlich im Wechsel“, erklärt Strathmann. Andere Tafelausgabestellen würden das bereits so handhaben, in Barnstorf begehen die Ehrenamtlichen damit Neuland: „Wir schauen einfach, wie wir damit fahren. Vielleicht haben wir dadurch dann zu viele Lebensmittel übrig. Das muss man dann sehen. Wenn es nicht funktioniert, machen wir es eventuell wieder rückgängig.“

Doch die neue Ausgaberegelung schafft das Problem mit den zu wenigen Helfern für die hohe Zahl der Bedürftigen nicht aus der Welt. Der Krieg im Osten Europas habe die Mitarbeitenden teilweise an ihre Belastungsgrenze gebracht. „Die jüngsten Anmeldungen kamen fast alle von Ukrainern“, berichtet Strathmann. Mehr Haushalte bedeuten mehr benötigte Lebensmittel. Und die müssen von den Supermärkten abgeholt und anschließend sortiert werden.

„Deswegen brauchen wir am dringendsten Fahrer und Sortierer“, erklärt Ute Strathmann. Insbesondere die derzeit aktiven Fahrer seien unter vollster Belastung. „Wenn wir noch zwei oder drei Neue dazubekommen, dann wäre das für uns eine echte Entlastung“, sagt die Barnstorfer Tafel-Sprecherin.

Als Fahrer sei ein Helfer immer montags und dienstags in den Morgenstunden unterwegs. „Dann fahren sie die Supermärkte ab und sammeln die Lebensmittel ein.“ Die wiederum gehen dann zu den Sortierern, die sich ebenfalls montags ab elf Uhr und dienstags ab 9 Uhr darum kümmern, dass die Waren an den richtigen Stellen bei der Lebensmittelausgabe an der Brinkstraße am Dienstag ab 14 Uhr liegen.

Bei der Lebensmittelausgabe an sich sehe die Personalsituation ein wenig entspannter aus, doch auch in diesem Bereich werde die Tafel niemanden, der ehrenamtlich helfen will, abweisen. Insgesamt gelte aber für alle Aufgaben: „Ein bisschen körperliche Fitness muss schon da sein.“

Neben weiteren helfenden Händen wünscht sich die Barnstorfer Tafel einen eigenen Kühlwagen. „Im Moment holen wir den, den wir nutzen, immer aus Twistringen ab“, sagt Ute Strathmann. Ein eigener würde die Arbeit deutlich erleichtern.

Doch der hat seinen Preis. „Ein Kühlwagen ist richtig teuer“, meint Strathmann – auch ein gebrauchter. Strathmann spricht von einer fünfstelligen Summe. Ein Neuwagen käme also gar nicht infrage. Doch zu alt dürfe der Wagen auch nicht sein. „Sonst kommen direkt hohe Reparaturkosten auf uns zu“, so die Tafel-Sprecherin. Die Finanzierung würde über Spendengelder laufen.

Mitmachen: Wer ehrenamtlich bei der Barnstorfer Tafel mitmachen will, kann sich unter Tel. 0160 / 98619299 bei Ute Strathmann melden.

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