Rabbe erwartet schwierige Koalitionsgespräche

Barnstorfer blicken skeptisch nach Berlin

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Das Mehrgenerationenhaus an der Dr.-Rudolf-Dunger-Straße feierte Premiere als Wahllokal. Unter den Augen des Wahlvorstands gab Mandy Rexforth ihre Stimme ab. Die 18-jährige Barnstorferin durfte erstmals an der Bundestagswahl teilnehmen.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. Die Christdemokraten scharten sich Sonntagabend um ihren Abgeordneten Axel Knoerig. Auch Holger Rabbe gratulierte dem wiedergewählten Parlamentarier bei der Wahlparty in Kirchdorf. Mit dem Ergebnis seiner Partei war der Vorsitzende des CDU-Samtgemeindeverbands Barnstorf jedoch nicht ganz zufrieden, wenngleich sie erneut als stärkste Kraft aus der Bundestagswahl hervorging.

„Ich freue mich, dass wir in der Samtgemeinde Barnstorf vorne liegen, aber ich hätte mir ein besseres Ergebnis bei den Zweitstimmen gewünscht“, erklärte Rabbe im Gespräch mit unserer Zeitung. Er blickte den bevorstehenden Gesprächen in Berlin mit Skepsis entgegen und wünschte sich, dass es auch ohne Fortsetzung der großen Koalition zu einer Regierungsbildung komme. Aber es werde schwer. Wenn das Bündnis mit FDP und Grünen nicht zustande komme, müsse man sich mit dem Gedanken beschäftigen, noch einmal wählen zu müssen.

In der Samtgemeinde Barnstorf holte die CDU 34,7 Prozent der Zweitstimmen. Bei der Bundestagswahl 2013 waren es noch 39,4 Prozent gewesen. Die SPD stürzte auf 28,1 Prozent ab. Sie hatte vor vier Jahren noch 32,5 Prozent verbucht.

Drittstärkste Kraft wurde die FDP mit 12,7 Prozent. Schon bei der letzten Wahl hatten die Liberalen in ihrer „Hochburg Barnstorf“ 8,4 Prozent erzielt und damit entgegen dem Ergebnis auf Bundesebene über der Fünf-Prozent-Hürde gelegen.

Ernüchterung bei den Sozialdemokraten

Die AfD verbesserte sich von 2,7 auf satte 9,2 Prozent. Die Grünen mussten hingegen einen Rückgang von 7,6 auf 6,6 Prozent hinnehmen. Die Linke legte von 4,6 auf 5,6 Prozent zu.

Ernüchterung herrschte bei den Sozialdemokraten – sowohl in Berlin als auch in Barnstorf. „Wir haben uns das anders vorgestellt. Da gibt es nichts schön zu reden“, kommentierte Mandy Peukert, Pressesprecherin des SPD-Ortsvereins Barnstorf, den Negativrekord auf Bundesebene. Offenbar seien die sozialen Themen nicht so in der Wählerschaft angekommen, wie es nötig gewesen wäre. Man müsse zur Kenntnis nehmen, dass die große Koalition abgewählt worden sei. Mit Blick auf die Landtagswahl gelte es nun, die Kräfte zu bündeln und die sozialdemokratische Politik nach vorne zu bringen.

Elke Oelmann, Vorstandsmitglied des Grünen-Ortsvereins Barnstorf, zog eine gemischte Bilanz. „Es freut uns, dass wir auf Bundesebene etwas zugelegt haben.“ Mit dem Ergebnis vor Ort war Oelmann jedoch nicht zufrieden, zumal ihre Partei von der AfD überholt wurde. Und wie steht es um die Regierungsbildung? Eine Jamaika-Koalition wäre gut für die Demokratie, so die Barnstorferin, aber sie habe Zweifel, ob sich die Rolle als kleiner Koalitionspartner für die Grünen bewähre.

Jubelstimmung herrschte bei den Liberalen in Barnstorf. FDP-Ortsverbandsvorsitzender Reinhard Börger freute sich über das gute Abschneiden seiner Partei und den Wiedereinzug ins Parlament. „Es kommt wieder Schwung in den Bundestag“, sagte er. Als Wermutstropfen bezeichnete Börger das Ergebnis der AfD: „Ich kann nicht verstehen, dass jemand aus Protest der AfD seine Stimme gibt und damit dafür sorgt, dass wieder Nazis in den Deutschen Bundestag einziehen können.“

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